Weihnachtsbaumverkauf in Göppingen Die Nachfrage ist groß wie immer

Zufrieden mit der Nachfrage äußern sich die Erzeuger von Weihnachtsbäumen. Auffallend ist, dass viele den Baum schon früh im Advent aufstellen Foto:  

Erzeuger und Verkäufer von Weihnachtsbäumen aus dem Landkreis Göppingen berichten, wie die Saison läuft, wieso die Menschen ihren Baum immer früher kaufen und worauf sie in diesem Jahr verzichten.

Nach mehr als zwei Jahren Pandemie sehnen sich die Menschen nach Normalität. Das merken auch die Weihnachtsbaumverkäufer im Landkreis Göppingen deutlich. Die Kauffreude hat – zumindest, was weihnachtliche Dekoration und den traditionellen Weihnachtsbaum angeht – nicht nachgelassen. „Im Gegenteil“, sagt Susanne Boxriker, die mit ihrem Mann Martin Weihnachtsbäume in Lenglingen verkauft und deren Bäume zum Beispiel im Göppinger Rathaus und im Christophsbad stehen. „Unser Eindruck ist, dass die Leute zum Sparen lieber weniger verreisen und es sich dafür zu Hause gemütlich machen – da darf ein schöner Baum nicht fehlen.“

 

Auch während der Pandemie lief das Geschäft für die Familie gut, denn „die Leute haben den Kauf des Weihnachtsbaumes als kleinen Weihnachtsmarkt-Ersatz genutzt.“ So gibt es in Lenglingen beim Kauf des Baumes Punsch und Glühwein, alles ist weihnachtlich dekoriert. „Die Leute fahren voll drauf ab und finden das so gemütlich und schön“, erzählt Susanne Boxriker.

Auch Harald Müller von der Mittelmühle in Adelberg kann diese Aussage nur bestätigen. „Mein Eindruck ist: Gerade jetzt brauchen die Menschen fürs Gemüt kleine schöne Sachen und Traditionen.“ Auch hier ist von sinkender Kaufkraft oder Rezessions-Angst nichts zu spüren. „Die Menschen kaufen gezielter ein, aber nicht unbedingt weniger“, glaubt der Weihnachtsbaumverkäufer aus Adelberg.

Keine Extra-Bäume für die Terrasse

Auch bei Gerhard Munz aus Börtlingen-Breech läuft das Geschäft bisher gut. Auffällig sei aber, dass weniger „Zweitbäume“ gekauft werden. „Es gab lange den Trend, dass die Kunden einen Baum im Garten oder auf der Terrasse hatten und einen im Innenraum – das hat abgenommen“, sagt der Verkäufer. Auch Wohngemeinschaften, die in den Vorjahren gemeinsam einen beleuchteten Baum im Außenbereich aufgestellt haben, sparen sich den Extra-Baum in diesem Jahr, so sein Eindruck.

Ein Trend, den die Verkäufer und Erzeuger aus dem Kreis bereits seit einigen Jahren zunehmend bemerken: Die Menschen stellen ihre Bäume immer früher auf. Nach amerikanischem Vorbild stehen viele Weihnachtsbäume fertig geschmückt und dekoriert bereits zum ersten Advent. Bei Bäumen wie der Nordmanntanne, die vergleichsweise lange halten, ist das kein Problem. Diese ist ohnehin am beliebtesten bei den Deutschen: Rund 80 Prozent der Käufer entscheiden sich für den Klassiker, wie der Christbaumverband Baden-Württemberg meldet.

Nachfrage ist gestiegen

Auch bei Familie Boxriker ist die Nachfrage am ersten Adventswochenende im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestiegen. Und bei Gerhard Munz aus Breech denken bereits im Oktober die ersten Kunden an ihren Weihnachtsbaum: „Bei uns können Kunden schon im Herbst ihren Baum aussuchen und diesen dann alleine oder mit uns im Dezember schlagen.“

Allerdings machen es die steigenden Kosten für Produktion, Löhne sowie Logistik den rund 2000 Familienbetrieben in Deutschland nicht leicht, den Weihnachtsbaumanbau noch rentabel zu gestalten; das hat der Verband zu Saisonbeginn vermeldet. Die beiden größten Verbände nennen für diese Saison einen Laufmeterpreis für Nordmanntannen von 21 bis 27 Euro. Blautannen kosten 12 bis 16 Euro, und für Fichten müssen von 9 bis 12 Euro bezahlt werden.

Die meisten Anbieter im Kreis Göppingen berichten nur von moderaten Preissteigerungen. Erzeuger, die direkt vor Ort anbauen und verkaufen, sind zudem nicht von hohen Transportkosten betroffen. „Wir sind kein energieintensiver Betrieb“, berichtet Harald Müller, und auch Gerhard Munz sagt, die steigenden Kosten beträfen ihn kaum. So können viele Erzeuger sogar bei den Preislisten aus dem Vorjahr bleiben.

Kaum Spätfrost im Frühjahr

Verband
Dass es in diesem Jahr genug Bäume gibt, hänge vor allem mit den bislang guten Wetterbedingungen zusammen, „denn im Frühjahr gab es kaum gefährliche Spätfröste“, meldet der Christbaumverband Baden-Württemberg. Der Verband verfolgt unter anderem das Ziel, verständliche und transparente Qualitätskriterien beziehungsweise Qualitätsstandards für die hier produzierte Ware zu formulieren, für sie zu werben und die Verbraucher aufzuklären.

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