Die Haushaltslage der Kommunen verdüstert sich: Stuttgart muss bei der Weihnachtsbeleuchtung sparen. Wie ist die Lage auf den Fildern?

Bei der einen oder anderen Person hat die Nachricht Empörung und Trauer ausgelöst: Die Landeshauptstadt Stuttgart verzichtet in diesem Jahr auf die beleuchteten Skulpturen auf dem Schlossplatz – aus Spargründen. Seit 2018 hatten die großen Rössle-, Auto- oder Elefanten-Figuren immer im Advent das Zentrum der Stadt erhellt, in diesem Jahr müssen die Menschen drauf verzichten. Die aktuelle Haushaltssituation zwingt dazu, das Geld zusammenzuhalten.

 

Nicht nur in Stuttgart ist die finanzielle Lage angespannt. Auch in Filderstadt gibt es keine guten Nachrichten aus der Kämmerei. Aktuell laufen die Beratungen zum neuen Doppelhaushalt, und die Verwaltung hat einen merklichen Sparkurs eingeschlagen. Einnahmen sollen steigen, Ausgaben sollen sinken. Allerdings: Im Advent werden die Menschen in der Stadt das nicht merken. Gestrichen wird nichts, sagt der Oberbürgermeister Christoph Traub.

In diesem Jahr gibt es keine Leuchtfiguren auf Stuttgarts Schlossplatz. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Ostfildern leuchtet nach Shitstorm

„Dies insbesondere deshalb nicht, weil wir seit Jahren mit Bedacht agieren und auf Nachhaltigkeit achten, mithin sind wir auf einem mit allen Beteiligten abgestimmten, angemessen niedrigen und dennoch weihnachtlich repräsentativen Niveau“, erklärt er. Christbäume etwa seien ohnehin reduziert auf nur jeweils einen repräsentativen Ort je Stadtteil, bei der Beleuchtung wurde schon vor Jahren auf LED umgestellt. Weihnachtskarten werden ausschließlich digital versendet, Repräsentationsgeschenke gibt es nicht.

Dass es noch sparsamer geht, hat 2022 Ostfildern gezeigt. Seinerzeit hatte der Oberbürgermeister Christof Bolay angesichts der Energiekrise und aus Solidarität mit der Ukraine zum Verzicht aufgerufen – und selbst vorgemacht, wie es geht. Auf die kommunale Festbeleuchtung wurde komplett verzichtet, und auch die vier Bünde der Selbstständigen (BdS) hängten nach Absprache mit der Stadt keine Weihnachtsbeleuchtung auf. Allerdings: Bei vielen Menschen vor Ort kam das gar nicht gut an. Die Stadtverwaltung und namentlich Christof Bolay kassierten einen veritablen Shitstorm.

In diesem Jahr ist wieder Lichterglanz angesagt. Die Sprecherin Tanja Eisbrenner sagt: „Angesichts der aktuellen Haushaltslage wurde in Ostfildern für die Vorweihnachtszeit nichts gestrichen oder reduziert. Die Weihnachtsbeleuchtung ist in allen Stadtteilen vorgesehen.“ In vielen Fällen werde sie durch die finanzielle Unterstützung des BdS ermöglicht. Auch Weihnachtsfeiern fänden statt, würden aber seit jeher von den Mitarbeitenden selbst organisiert und finanziert.

Keine Einschränkungen in Leinfelden-Echterdingen

Und auch Leinfelden-Echterdingen soll laut dem Sprecher Thomas Krämer leuchten, schwache Finanzen hin oder her. „Bei Weihnachtsbäumen, Weihnachtsbeleuchtung und sonstiger Deko im Stadtgebiet gibt es in diesem Jahr keine Einschränkungen“, erklärt er. Schmuck in den kommunalen Büros müsse – sofern gewünscht – von den Beschäftigten selbst organisiert und finanziert werden. „Sofern Weihnachtsfeiern von den Beschäftigten durchgeführt werden, so sind diese außerhalb der Arbeitszeit und auf eigene Rechnung zu organisieren und zu finanzieren“, sagt er weiter.

Präsente für Beschäftigte oder Partner habe es anders als in der freien Wirtschaft noch nie gegeben. „Einzig die Mitglieder des Gemeinderats erhalten eine kleine Aufmerksamkeit im weit unteren zweistelligen Bereich und ein Weihnachtsessen nach der letzten Gemeinderatssitzung vor Weihnachten.“