Weihnachtsbräuche: Der Tannenbaum O Tannenbaum, o Tannenbaum . . .

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Alle Jahre wieder . . . Zu Weihnachten darf der geschmückte, hell erleuchtete Tannenbaum in keinem trauten Heim fehlen.

„O Tannenbaum, o Tannenbaum, du kannst mir sehr gefallen! Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit ein Baum von dir mich  hoch erfreut!“ Foto: dpa
„O Tannenbaum, o Tannenbaum, du kannst mir sehr gefallen! Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit ein Baum von dir mich hoch erfreut!“ Foto: dpa

Stuttgart - „O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter. Du grünst nicht nur zur Sommerzeit, nein auch im Winter, wenn es schneit.“ Wohl ein jeder kennt dieses stimmungsvolle Weihnachtslied. Der Leipziger Lehrer Ernst Anschütz komponierte es im Jahr 1824, wobei er auf ein älteres schlesisches Volkslied aus dem 16. Jahrhundert zurückgriff.

Doch wieso gehört der Tannenbaum eigentlich zu Weihnachten wie die Ostereier zu Ostern oder die weiße Taube zu Pfingsten?

Grüne Zweige – ein uralter Brauch

Der Brauch ist uralt. Schon vor mehr als 2000 Jahren bekränzten die alten Römer ihre Häuser zum Jahreswechsel mit Lorbeerzweigen und weiter im Norden Europas mit Tannenzweigen. Damit wollten sie böse Geister daran hindern, dass sie sich in ihrem Heim einnisteten und dort Schabernack trieben.

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Im Mittelalter wurden zu Weihnachten Paradiesspiele aufgeführt und ein Paradiesbaum aufgestellt. Der 24. Dezember war nämlich der Gedenktag von Adam und Eva. Nach Aussage der Bibel wurde das erste Menschenpaar von Gottes Engel aus dem Paradies vertrieben, weil sie an einem Apfel vom Baum der Erkenntnis genascht hatten.

Lametta – glitzernde Eiszapfen

1539 wurde nachweislich der allererste Weihnachtsbaum aufgestellt – und zwar im Straßburger Münster. 1785 bekam Berlin und 1816 Wien seinen ersten mit Lichtern geschmückten Tannenbaum zum Weihnachtsfest. Zu dieser Zeit kam das Brauchtum in ganz Deutschland in Mode. Weil Tannen damals noch selten waren, behalfen sich die armen Leute mit ein paar Zweigen.

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Die ersten Christbaumkugeln gab es um 1830, goldenes und silbernes Lametta – das aussah wie glitzernde Eiszapfen – 50 Jahre später.

Tannenbaum – Symbol für Hoffnung und Beständigkeit

Von Deutschland aus schwappte der Brauch erst nach Frankreich, England und Italien, dann nach Amerika und sogar nach Afrika. Mit seinen wohlriechenden grünen Zweigen (Grün ist die Farbe der Hoffnung) ist er ein Symbol für neues Leben in düsterer Winterszeit.

Die roten Kerzen, (Rot erinnert an das Blut Christi, das er am Kreuz vergossen hat, um die Welt zu erlösen) versinnbildlichen den Wunsch nach mehr Licht und Zuversicht in der Welt.

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„Tannenbaum, o Tannenbaum, dein Kleid will mich was lehren: Die Hoffnung und Beständigkeit gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit. O Tannenbaum, o Tannenbaum, dein Kleid will mich was lehren!“