Weihnachtsmärkte in Weinstadt und Urbach Glühweinduft und Sternenglanz

Eine Schaffamilie und der Nikolaus auf dem traditionsreichen Markt in Urbach. Foto: /Eva Herschmann

In Weinstadt ist am Samstag zum ersten Mal ein kleiner Weihnachtsmarkt im Bürgerpark Grüne Mitte in Beutelsbach aufgebaut gewesen. In Urbach hat sich am Zweiten Advent an mehr als 60 Ständen alles um die Vorfreude aufs Fest gedreht.

Es singt und klingt und weihnachtet sehr. Selbst wenn sich das Wetter wie am zweiten Adventswochenende so gar nicht winterlich-weihnachtlich präsentiert, versetzen vielerorts Weihnachtsmärkte mit Glühweinduft und Sternenglanz die Menschen in Feststimmung. Es gibt viele traditionelle Märkte im Rems-Murr-Kreis wie der in Urbach auf dem Marktplatz und rund um den Kreisverkehr beim alten Rathaus, der stets am Zweiten Advent stattfindet. Aber es gibt auch einen ganz neuen Markt. Erstmals erstrahlte am Samstag der Bürgerpark Grüne Mitte in festlichem Glanz. Künftig soll dort alle Jahre wieder der Geist der Weinstädter Weihnacht einziehen.

 

Die Premiere am Samstag war trotz des Schmuddelwetters erfolgreich

„Der Bürgerpark ist der geografische Mittelpunkt von Weinstadt, und er soll auch der gesellschaftliche Mittelpunkt sein“, sagte Anna Szegedi, Weinstadts Parkmanagerin. Es gebe ja bereits traditionelle Weihnachtsmärkte in einigen Stadtteilen, wie den Nikolausmarkt in Strümpfelbach, immer am 6. Dezember, oder den Adventsmarkt in Endersbach am ersten Adventssonntag, auf die man natürlich terminlich Rücksicht nehme, erklärte Anna Szegedi. „Aber der Weihnachtsmarkt in der Grünen Mitte soll künftig die zentrale Weinstädter Veranstaltung in der Vorweihnachtszeit sein.“

Die Premiere am Samstag war trotz des Schmuddelwetters erfolgreich. Die Besucher kamen aus allen Himmelsrichtungen herbei. Es gab eine kleine farblich illuminierte Budenstadt mit 13 Ständen, die mit kulinarischen Genüssen von herzhaft bis süß lockten und auch ein paar Geschenkideen parat hielten. Die kleinen Besucher ließen sich Popcorn, Stockbrot am Lagerfeuer und Bratäpfel schmecken und beteiligten sich eifrig an Bastelaktionen bei den Landfrauen und beim Förderverein der Grundschule.

Das Publikum war so bunt wie das Programm

„In Beutelsbach hatten wir bisher keine richtige Weihnachtsmarkttradition“, sagte Andreas Dobler vom Weingut Dobler, der zu den Initiatoren zählt. Nur anlassbezogen habe es hin und wieder in der Vorweihnachtszeit einen Markt gegeben, wie beispielsweise 2018 den Advents- und Weihnachtsmarkt der evangelischen Kirchengemeinde, eine einmalige Benefizaktion zugunsten der Renovierung der Stiftskirche. Mithilfe von Vereinen, der Vereinigung der Weinstädter Unternehmen, kurz VWU und unterstützt von der Stadt Weinstadt sei nun ein Anfang gemacht. „Und wir hoffen alle, dass der Weihnachtsmarkt wächst. Platz haben wir hier schließlich genug“, so Andreas Dobler.

Das Publikum war so bunt wie das Programm, das von zarten Kinderstimmen bis zum rauen Sound von Motorsägen, mit deren Hilfe aus rustikalen Baumstämmen Sterne und Herzen gesägt wurden, eine Menge Abwechslung bot. Zu Glühwein, Punsch und Lichterglanz sangen Mädchen und Jungen vom Kinderchor des CVJM „In der Weihnachtsbäckerei“, der Posaunenchor sandte festliche Weisen in die Welt hinaus und die Jugendkapelle des Musikvereins Beutelsbach spielte internationale Weihnachtslieder. „Alle, die mitgemacht haben, sind mit dem Verlauf zufrieden“, sagte Andreas Dobler. Anfragen aus anderen Stadtteilen habe es auch schon gegeben. „Da gibt es Interesse, im nächsten Jahr mitzumachen, und es soll ja auch keine Beutelsbacher Veranstaltung sein, sondern eine für ganz Weinstadt.“

In Urbach wollen alle dabei sein: die örtlichen Vereine, die mit den Gewerbetreibenden und unter der Regie der Gemeinde den traditionellen Weihnachtsmarkt veranstalten. Selbst die Schaffamilie mit einem erst vor einer Woche geborenen Lamm von Bärbel Baumgärtner. Aber auch professionelle Händler aus der Umgebung machen mit. 61 weihnachtliche Stände waren in den Gassen und um den Kreisverkehr aufgebaut. „Dass sich auch Geflüchtete rege beteiligen, finde ich toll“, sagte Petra Grockenberger, die Vorsitzende der Landfrauen. Denn neben Glühweinduft wehte auch der aromatisch-nussige Duft von Kaffee aus Äthiopien durch die mit Tannenbäumen und Lichterketten geschmückte Ortsmitte.

Es gibt lokale Leckerbissen wie Honig vom Imker

Es gab lokale Leckerbissen wie Honig der Imkerei Boer, Urbacher Nudeln sowie Maultaschen mit Kartoffelsalat und „Weihnachtsfladen“ mit Äpfel, Nüssen und Zimt beim Obst- und Gartenbauverein. Aber auch afrikanische, türkisch-islamische oder sizilianische Spezialitäten konnten sich die zahlreichen Besucherinnen und Besucher schmecken lassen. Kunstgewerbe, Wärmendes aus Wolle für Kopf, Hals, Hände und Füße, Seifen oder Schnaps wurden dazu feilgeboten.

„Wir legen großen Wert auf ein weihnachtliches Angebot und darauf, dass es Dinge gibt, die nicht überall zu finden sind“, sagte Joachim Wilke, der Vorsitzende vom Geschichtsverein Urbach, der wie Petra Grockenberger zur Jury gehörte, die den schönsten Stand auf dem Urbacher Weihnachtsmarkt kürte. Und als in der Dämmerung die Lichter an den Tannenbäumen erstrahlten, und sich die Menschen zum Weihnachtsliedersingen, dem traditionellen Abschluss in Urbach, versammelten, war der Geist der Weihnacht zu spüren.

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