Weihnachtsmarkt in Böblingen Eine märchenhafte Rückkehr auf den Marktplatz?

Wird der Marktplatz ebenso gut besucht wie der Weihnachtsmarkt auf dem Elbenplatz? Foto: Stefanie Schlecht

Die Planungen für den Böblinger Weihnachtsmarkt sind in vollem Gange. Nach 20 Jahren findet er wieder auf dem Marktplatz statt. Veranstalter und Stadt sind gespannt, wie die Wiederauflage bei den Besuchern ankommt.

Vom 29. November bis 3. Dezember soll sich Böblingens Innenstadt in ein kleines Winterwunderland verwandeln. Die Eventmanufaktur K2 läutet mit dem traditionellen Weihnachtsmarkt die Adventszeit ein. Das Motto in diesem Jahr: Märchen.

 

Schauplatz der Veranstaltung ist diesmal aber nicht der Elbenplatz, so wie in den vergangenen Jahren, sondern der Marktplatz.

Hier fand der Weihnachtsmarkt zuletzt 2003 statt. Nachdem die Marktbeschicker über einen Mangel an Laufkundschaft klagten, wurde die Veranstaltung auf den Elbenplatz verlegt. Aber auch diese Lösung stellte sich als unzureichend heraus. Zwar ist der Elbenplatz aufgrund der nahe liegenden Hauptverkehrsachse deutlich belebter als der Marktplatz, jedoch bietet die Fläche wenig weihnachtlichen Flair.

Die Frage nach dem Veranstaltungsort

Deshalb ruderten die Veranstalter nun wieder zurück. Denn Laufkundschaft hin und her – ein Weihnachtsmarkt lebt schlussendlich von der Atmosphäre.

„Es ist wichtig zu beachten, dass Weihnachtsmärkte oft als sogenannte Destinationsveranstaltungen betrachtet werden“, erklärt Kira Morgan vom Stadtmarketing Böblingen. Das bedeutet, dass die meisten Besucher nicht nur zufällig vorbeikommen, sondern Weihnachtsmärkte gezielt aufsuchen. „Das Erlebnis des Weihnachtsmarkts wird oft mit Familienausflügen, Treffen mit Freunden und gemeinsamen Aktivitäten verbunden.“ Daher hänge der Erfolg eines Weihnachtsmarkts weniger vom Standort ab als vielmehr von den gebotenen Attraktionen, Angeboten und der Atmosphäre.

Allerdings blickt Astrid Pietsch von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Böblingen dem Ortswechsel mit etwas Skepsis entgegen. „Viele unserer Mitglieder sind schon etwas älter und haben Zweifel, ob sie mit ihrem Rollator zum Marktplatz kommen“, sagt sie. „Aber die Atmosphäre da oben ist natürlich schon schön.“ Der Verein bietet auch in diesem Jahr wieder handgestrickte Waren an. „Zu uns kommen die Leute mittlerweile schon ganz gezielt“, freut sich Pietsch. Der Weihnachtsmarkt sei für die Handarbeitsdamen jedes Jahr ein absolutes Highlight. Ob der reaktivierte Standort eine gute Idee ist, werde sich schlussendlich erst zeigen, wenn das Event vorüber ist. „Die Neuverlegung verspricht eine aufregende und festliche Veränderung für die Stadt Böblingen“, ist sich Kira Morgan sicher. Der Fokus solle nun verstärkt auf dem Ambiente und der festlichen Stimmung liegen, die die Weihnachtszeit so besonders machen. Darüber hinaus bietet der Marktplatz gegenüber dem Elbenplatz auch einige Vorteile. Die Tiefgarage direkt unter dem Marktplatz ermöglicht zum Beispiel eine bequeme Anreisemöglichkeit mit dem Auto.

Mit der Eisenbahn durch den Märchenwald

„Und die Nähe zu städtischen Einrichtungen wie den drei Museen eröffnet auch die Möglichkeit, Bildung und Unterhaltung miteinander zu verknüpfen“, so Kira Morgan.

Dass der Marktplatz etwas kleiner ist als der Elbenplatz, stellt aus städtischer Sicht kein Problem dar. „Das bedeutet keineswegs weniger Freude und Begeisterung“, sagt Kira Morgan. Im Gegenteil: „Es ist geplant, den Marktplatz in eine zauberhafte Winterlandschaft zu verwandeln, die Besucher in eine märchenhafte Welt eintauchen lässt.“

Eventmanagerin Martina Kaiser und ihr Team haben sich bereits jetzt alle Mühe gegeben, um ein märchenhaftes Programm auf die Beine zu stellen. „Durch die umliegenden Fachwerkhäuser und deren Beleuchtung, soll der Weihnachtsmarkt ein Event zum Wohlfühlen werden“, erklärt Martina Kaiser. Ausschlaggebend dafür ist auch die Einbettung in das Thema Märchen, das sich an verschiedenen Stationen wiederfindet. So soll zum Beispiel eine Eisenbahn durch einen Märchenwald fahren, der die Geschichte von Schneewittchen erzählt. Darüber hinaus ist ein Spaziergang geplant, bei dem eine Erzählerin an verschiedenen Orten Märchen zum Besten gibt. „Die festen Uhrzeiten dafür werden noch bekannt gegeben“, so Kaiser.

Fast alle machen mit

Auch die Stadtkirche und das Fleischermuseum werden in den Weihnachtsmarkt eingebunden. Die Stadtkirche wird ihre Türen rund um die Uhr öffnen und den Marktbesuchern einen Rückzugsort bieten. Um Ruhe zu finden, oder einfach Wärme zu tanken. Im Fleischermuseum können Besucher bei einer Ausstellung der „Hamburger Frauen“ einen neuen Blick auf das Thema Märchen erhaschen. Abgerundet wird das Programm durch verschiedene Aufführungen von Musikern, Vereinen und Kindergruppen. Auch der Nikolaus wird nicht fehlen und die Kinder in seinem Zelt zum Singen und Geschichtenhören einladen. In einem Backzelt haben die Kids außerdem die Möglichkeit, gemeinsam kostenlos Plätzchen zu backen.

Und dann sind da natürlich noch die Aussteller selbst. Bislang haben sich 30 Marktbeschicker gemeldet. „Wir sind aber noch am Wachsen“, sagt Kaiser. „Erfahrungsgemäß kommen da in den kommenden Wochen noch einige Kurzentschlossene hinzu.“ Ob sich die Aussteller wohl auch an die Märchen-Thematik anpassen? „Ich bin mir sicher, es wird den ein oder anderen Märchenpunsch geben“, meint Martina Kaiser. „Und ich bin selbst schon ganz gespannt darauf, was die Aussteller da für kreative Ideen zeigen werden.“

Mit dabei sind verschiedene Kunsthandwerker aus nah und fern, die Waren aus Holz, Wolle, Leder und Stoff anbieten. „Wir haben Aussteller, die sehr liebevolle Kinderkleidung anbieten und natürlich auch Aussteller mit weihnachtlichen Holzgestecken und Schmuck“, zählt die Eventmanagerin auf. „Und auch kulinarisch wird für jeden Geschmack etwas dabei sein.“

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