Weihnachtsmarkt in Esslingen Wie ausländische Gäste den Budenzauber sehen

Ein internationales Trio in Feierlaune: Maja Rodic aus Kroatien, Malgorzata Golab aus Polen und Michael Buddeberg aus Deutschland (von links) Foto: / Johannes M. Fischer

Etwa ein Viertel der Besucher auf dem Esslinger Weihnachts- und Mittelaltermarkt kommt aus einem anderen Land. Wie sehen sie die Veranstaltung?

Chefredakteur: Johannes M. Fischer (jmf)

Wer tagelang die Qual der Zahl über sich ergehen lässt, darf am Ende eines mehrtägigen Workshops auch mal feiern gehen: Sieben Controller und Finanzexperten aus sieben Ländern auf dem Esslinger Weihnachtsmarkt – das hat es vermutlich noch nicht oft gegeben. Die sieben Feierlaunigen waren zuvor auf einem Kärcher-Workshop in Winnenden, der Zentrale des weltweit operierenden Familienunternehmens. Einige kommen aus Europa, andere aus Amerika und Asien. Als sich auf der Suche nach einem schönen Abschluss herauskristallisierte, dass es ein Weihnachtsmarkt sein sollte, fiel die Wahl bewusst nicht auf Stuttgart, sagt Michael Buddeberg, einziger Deutscher der kleinen Gruppe. Esslingen sollte es sein. Eine gute Wahl, gehört dieser Weihnachtsmarkt laut der britischen „Times“ doch zu den 24 schönsten auf der ganzen Welt.

 

Was aber hat Esslingen, was andere nicht haben? Am meisten beeindruckt viele offenbar die Kulisse. Kyle Ruck aus den USA, der zum ersten Mal in Europa ist, findet Worte wie „unglaublich“ und „einmalig“, um sein Erleben zu beschreiben. Er entdeckt, was viele US-Amerikaner vor ihm schon bewundert haben: „So viel Historisches!“ Sein Kärcher-Kollege Koichi Sasaki aus Japan pflichtet ihm bei. Ihn fasziniert die Mischung aus neuer und alter Welt, er findet sich gar in einer „Harry-Potter-Welt“ wieder.

Die Kulisse beeindruckt besonders stark

Auch Daniela Busch aus Bolivien, die Kärcher als Finanzmanagerin in Chile vertritt, ist das erste Mal in Europa, sie trinkt das erste Mal „diese Art Wein“ und hat das erste Mal Schnee gesehen. Die Idylle beeindruckt sie. Aber die Frage, ob man von der idyllischen Kulisse auf die Menschen schließen könne – nett und niedlich –, verneint sie lachend. Als Finanzmanagerin bleibt sie – trotz Glühweins – realistisch. Dann richtet sich ihr Blick nach vorn: „Ich hoffe sehr, dass ich irgendwann mal wiederkomme.“

Die Finanzmanagerin Malgorzata Golab kommt aus Polen. Sie kennt die Region bereits, und es ist auch nicht ihr erster Weihnachtsmarktbesuch. Ihr Blick auf die Veranstaltung ist fast schon professionell: „Das ist alles sehr gut organisiert“, sagt sie. Sie ist glücklich, nach arbeitsintensiven Tagen eine Pause zu haben – es entspanne sie, an diesem Abend mit den Kolleginnen und Kollegen am Glühweinstand zu stehen.

Etwa jeder vierte Gast kommt aus dem Ausland

Rund ein Viertel der Gäste auf dem Esslinger Weihnachts- und Mittelaltermarkt dürfte aus dem Ausland kommen. Zumindest war dies das Ergebnis einer Umfrage im Jahr 2019, so Michael Metzler, der Geschäftsführer der Veranstaltungsgesellschaft Esslingen Markt und Event.

Das entspricht weitgehend dem Anteil der ausländischen Gäste in Esslingen insgesamt und über das ganze Jahr gerechnet: Da sind es laut dem Statistischen Landesamt 22 Prozent. Die meisten Besucherinnen und Besucher kämen, so Metzler, aus der Schweiz, Frankreich, Österreich, den USA, Großbritannien, Spanien und Italien. Asien hole auf. Russland und China spielten sicherlich aus politischen Gründen gerade keine so große Rolle wie vor Corona. Viele Ausländer arbeiteten zeitweise bei Unternehmen in der Region und würden ihre Arbeit mit dem Besuch des Weihnachtsmarktes verbinden. Insofern ist die Gruppe der Controller und Finanzmanager aus Winnenden geradezu typisch.

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