Beim 38. Kornwestheimer Weihnachtsmarkt spiegelten rund 60 Stände das vielfältige und bunte Engagement ihrer Bürger wider.

„Alle Jahre wieder . . .“ Mächtig klangen Posaunen und Trompeten über den Kornwestheimer Marktplatz. Wie in den Jahren zuvor eröffneten auch diesmal wieder Musiker des Städtischen Blasorchesters und des Jugendorchesters den traditionellen Weihnachtsmarkt in der Salamander-Stadt. Oberbürgermeister Nico Lauxmann, dem Anlass angemessen mit einer Nikolausmütze, nannte den Markt in seiner kurzen Ansprache „einen Ort der Besinnlichkeit“, er beschwor die „schöne Atmosphäre“ an den rund 60 Ständen: Sie böten „alles vom Selbstgestrickten bis zum exotischen Schmankerl“. Im Trubel der Vorweihnachtszeit gebe es auch eine „Zeit zum Entschleunigen“, meinte der Schultes und erklärte den 38. Kornwestheimer Weihnachtsmarkt für eröffnet.

 

Jung und Alt trifft sich auf dem Marktplatz

Wieder einmal zeigte sich: Kornwestheim kann dank seiner vielen Vereine bei Veranstaltungen aus dem Vollen schöpfen. Jung und Alt, vom Baby-Buggy bis zu Senioren im Rollstuhl oder mit Rollator, kam auf den Marktplatz, und jeder fand etwas. Bei den großen Karnevalsvereinen zum Beispiel, die wie die Fasnet-Zunft „Narrencurry“ anboten, oder bei der Narren-Ober-Liga, die schwäbische Schupfnudeln offerierte. Glühwein konnten die Besucher allerorten genießen, in Rot, in Weiß oder auch alkoholfrei.

Erstmals auf dem Markt vertreten: die Aquarium-Freunde Kornwestheim, leicht zu erkennen an einer großen Forellenfigur, die ihren Stand schmückte. „Wir vertreten 175 Mitglieder“, sagte der Vorsitzende Thomas Kenserski. Im Angebot hatte der Verein unter anderem Backfischbrötchen – und hoffte auch auf ein bisschen Eigenwerbung für Interessenten. Schräg gegenüber fiel ein anderer ungewöhnlicher Stand ins Auge: der Verein Sternwarte Kornwestheim, bei dem man in einer Tombola ein Fernrohr gewinnen konnte. Er plant, so der Vorsitzende Benni Häfner, die Einrichtung einer „Philipp-Matthäus-Hahn-Sternwarte“ im Ort.

Leckereien aus der ganzen Welt

An kulinarischer Vielfalt herrschte kein Mangel: Über Currywurst, Crêpes und Waffen hinaus lockten Falafel, spanische Patatas Bravas – wilde Kartoffeln mit Knoblauch –, italienische Teigtaschen und nicht zuletzt Gbofloto, frittierte Teigbällchen, von der Elfenbeinküste – alles schmackhafte Hinweise auf die beachtliche Diversität der Salamander-Stadt.

Für die Kinder war ein Nikolaus unterwegs: Vielfach fotografiert, verteilte er an die Jüngsten kleine Päckchen mit Stiften, Süßigkeiten und Schokolade. Unter Bart und Mütze verbarg sich Gernot, der, wie er sagte, zum ersten Mal den Gabenbringer spielte. Lampenfieber? Er lächelte, verneinte und meinte: „Wenn du in die leuchtenden Augen der Kinder guckst, das ist dann das Schönste . . .“ Willkommen waren die Kleinsten auch im heimelig dekorierten Lesezelt der Stadt Kornwestheim. In gemütlicher Atmosphäre, unter Girlanden, Christbaumkugeln und Sternen lasen zwei junge Frauen Kindern Märchen vor, zum Beispiel die Geschichte von der „Kleinen Schneeflocke“.

Man kann Weihnachtslieder und Ballett genießen

Auf der Bühne intonierte der Männergesangverein unter der Leitung von Peter Alexander Döser traditionelle Advents- und Weihnachtslieder wie „Herbei nun, ihr Gläubigen“ oder das schöne, sehr alte „Es ist ein Ros entsprungen“. Und dann tanzten mehrere Gruppen der Kornwestheimer Ballettschule von Natalie Biedermann: ein Feuerwerk voller Power, Rhythmik und Ästhetik, das die zahlreichen Zuschauer begeisterte und viel Beifall bekam.