Weihnachtsmarkt in Spiegelberg Echt kein Jux – es weihnachtet schon!

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In Spiegelberg-Jux steigt Mitte November der weit und breit erste Weihnachtsmarkt. Am Samstagabend herrschte auf dem Dorfplatz und in den Gassen Hochbetrieb. Der Markt endet an diesem Sonntag gegen 19 Uhr.

Zum Weihnachtsmarkt in Jux kommen die Gäste auch von weit her. Foto: Gottfried Stoppel
Zum Weihnachtsmarkt in Jux kommen die Gäste auch von weit her. Foto: Gottfried Stoppel

Spiegelberg - Es gibt Spötter, die behaupten, der zweitägige Weihnachtsmarkt im winzigen Spiegelberger Teilort Jux sei nicht der weiten Anreise wert. Es gebe nur eine Handvoll Marktstände – und überhaupt: Mitte November komme doch eh noch keine Weihnachtsstimmung auf.

Samstagabend, kurz nach Einbruch der Dunkelheit. Ein Versuch, den Gegenbeweis anzutreten. An der Straße hinauf nach Jux parken die Autos – viele mit Ludwigsburger-, Heilbronner- und Stuttgarter Kennzeichen – bereits gut einen Kilometer vor dem Ortsschild. Und im Flecken herrscht ein mittleres Verkehrschaos. Als am anderen Ortsende schließlich ein Parkplatz gefunden ist, stürzen wir uns hinein ins Gedränge. Menschenmassen schieben sich durch die Gassen.

Sogar das einstige Gasthaus Lamm hat geöffnet

An einem Tisch steht eine Dame, sie teilt auf Nachfrage mit, dass sie in einem Nachbarort wohne, und dass aus ihrer Sicht der frühe Termin für den Markt in Jux ganz toll sei, „man kommt in Weihnachtsstimmung“. Und überhaupt, es gebe doch schon seit August in manchen Geschäften Lebkuchen zu kaufen. Die Tischnachbarn aus Stuttgart stimmen zu – und alle beißen genüsslich in ihre heiße Rote.

Eine andere Besucherin aus dem Remstal sagt, sie sei schon ein bisschen skeptisch wegen des Weihnachtsmarkts ganze zwei Wochen vor der Adventszeit. Nach dem Rundgang muss sie aber zugeben: „Es gibt tolle Stände.“ In der Tat! Es dürften etwa 50 sein. Sogar das einstige Gasthaus Lamm hat geöffnet. Die neue Besitzerin Katja Löffelhardt steht in der ehemaligen Gaststube und verkauft Bioprodukte ihres Sommerberghofs, außerdem gibt es Kaffee und Kuchen.

Am ersten Advent kämen kaum so viele Besucher

Wer großes Glück hat, der trifft Horst List. Der redselige Herr ist 84 Jahre alt und adrett gekleidet, mit Hut und mit Mantel. List gehört quasi zum Inventar des Markts, der heuer zum 30. Mal stattfindet, und er berichtet, dass seine Tochter, die Ute, die Organisatorin der Veranstaltung sei. Immer wieder nippt List am Glühwein, er erzählt und erzählt. Sagt mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht, dass er ein Rei’g’schmeckter sei. Er lebe erst seit 64 Jahren in Jux, stamme aus Backnang. Seine Urenkelin bediene die Besucher drüben am Bierausschank. Beim allerersten Juxer Weihnachtsmarkt, so List, habe es nur eine Handvoll Stände gegeben – womit bestätigt ist, dass mache Spötter nicht völlig Unrecht haben – beziehungsweise hatten.

Die zwei Männer, die auf dem Dorfplatz Schnaps ausschenken, sagen, der Termin Mitte November sei spitze. So viele Menschen wie an diesem Tag kämen am ersten Advent, wenn allerorten gefeiert werde, bestimmt nicht.