Der Nürtinger Weihnachtsmarkt feiert 40-jähriges Bestehen. Besucher erwartet ein vielseitiges Programm auch abseits des Hüttendorfs um die Stadtkirche.
Schon bald laden die Weihnachtsmärkte im Landkreis wieder zum Schlendern und Verweilen ein. Auch in Nürtingen werden vom 5. bis 14. Dezember Buden rund um die Stadtkirche St. Laurentius stehen und mit Kunsthandwerk, Glühwein oder gebrannten Mandeln locken. Doch in diesem Jahr gibt es für die Hölderlinstadt einen besonderen Grund zum Feiern. „Es wird ein besonderer Weihnachtsmarkt, denn wir haben jetzt stolze 40 Jahre erreicht“, erklärt Nürtingens Oberbürgermeister Johannes Fridrich. Für das Jubiläumsjahr hat sich das Organisationsteam ein paar besondere Attraktionen überlegt.
Obwohl der Weihnachtsmarkt mit 40 Jahren im Vergleich zu anderen Städten noch recht jung ist, sei er heute aus der Stadt nicht mehr wegzudenken, sagt Fridrich. Den Anfang machten vor 40 Jahren 20 Buden am Schillerplatz. Über die Jahre ist der Weihnachtsmarkt gewachsen, 2004 erfolgte der Umzug an den heutigen Standort um die Stadtkirche. Mittlerweile 32 Buden und 47 Beschicker bilden das Hüttendorf.
Auch 13 ehrenamtliche Organisationen wie Vereine, Schulen oder Kindergärten werden in diesem Jahr wieder Basteleien oder Selbstgebackenes verkaufen. „Das Ehrenamt ist in Nürtingen fest verankert und hat auch auf dem Weihnachtsmarkt seinen festen Platz“, erklärt Katja Luz vom Stadtmarketing, die mit ihrer Kollegin Gabriele Frisch maßgeblich für die Organisation des Markts verantwortlich ist.
Vielfältiger Weihnachtsmarkt in Nürtingen
Das Hüttendorf um die Stadtkirche lebe von der Vielfalt an Beschickern, erklärt Luz. Um diese auch weiterhin gewährleisten zu können, wolle man in Nürtingen vor allem die Kunsthandwerker unterstützen. „Wir haben dieses Jahr die Preise für die entsprechenden Stände etwas gesenkt“, sagt Luz.
Auch abseits der Buden ist vieles geboten. „Es ist nicht einfach nur ein Weihnachtsmarkt, jeden Tag wird es Programmpunkte geben“, erklärt Fridrich. So gibt es beispielsweise eine Modelleisenbahnausstellung in der Mörikeschule, die Engel- und Krippenausstellung „Himmlische Begegnungen“ in der Stadtkirche oder einen Besuch der Esel der Waldorfschule. „Da gibt es ganz viele Menschen, die sich Mühe geben, unseren Markt attraktiv zu gestalten“, sagt Luz.
Gema-freie Weihnachtsmusik in Nürtingen
Natürlich darf zur Weihnachtszeit auch die passende Musik nicht fehlen. Hier gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Streit zwischen Kommunen und der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) über die steigenden Kosten für Musiklizenzen. In Nürtingen haben die Organisatoren eine eigene Lösung gefunden. „Für die Hintergrundmusik nehmen wir Gema-freie Weihnachtsmusik“, erklärt Michael Maisch, Leiter des Amts für Stadtmarketing. Partiell nutze man für die Livemusik auch lizenzierte Musik. Hier gebe es aber seitens der Gema mittlerweile ein Entgegenkommen, denn die Preise für Weihnachtsmärkte seien reduziert worden, erklärt Gabriele Frisch. Anders wären die Kosten gerade für kleinere Märkte auch kaum zu stemmen.
Um das große Jubiläum zu feiern, haben sich die Organisatoren etwas Besonderes ausgedacht. „Wir haben einen tollen Schlitten im Freilichtmuseum Beuren gefunden“, erklärt Luz. Diesen hätten die Mitarbeiter des Bauhofs auf Vordermann gebracht und auch ein passendes lebensgroßes Elchgespann angefertigt. Der Schlitten werde während des Weihnachtsmarkts beim Christbaum stehen, erklärt Frisch. Für jeden Tag sei eine besondere Aktion geplant wie etwa eine Wunschzettel-Sammelaktion mit dem Christkind oder ein Besuch des Nikolaus. Den Anfang darf aber OB Fridrich mit einem Fototermin am Eröffnungstag machen. „In dieser Linie mit Christkind und Nikolaus fühlt man sich natürlich wohl“, kommentiert er lachend.