Weihnachtsmarkt Stuttgart Grüezi wohl auf dem Weihnachtsmarkt

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Weihnachtsshopping statt Skifahren: ausgerechnet im Dezember kommen immer mehr Touristen aus der Schweiz nach Stuttgart. Sie besuchen den Weihnachtsmarkt.

Eröffnungsfeier im Innenhof des Alten Schlosses: Der Weihnachtsmarkt zieht auch viele Gäste aus dem Ausland an. Foto: Michael Steinert
Eröffnungsfeier im Innenhof des Alten Schlosses: Der Weihnachtsmarkt zieht auch viele Gäste aus dem Ausland an. Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Wer etwas auf sich hält, geht im Winter Skifahren. Wer richtig etwas auf sich hält, reist dafür in die Schweiz, denn dort sind Preise wie ­Berge besonders hoch. Doch was macht eigentlich der Schweizer im Winter? Er flüchtet vor den deutschen Touristen – und zwar nach Deutschland, genauer ­gesagt nach Stuttgart.

Wer in diesen Tagen über den Weihnachtsmarkt schlendert, wird häufiger als bisher ein „Grüezi wohl“ zu hören bekommen. „Gäste aus der Schweiz sind im ­Dezember unsere wichtigste Zielgruppe“, sagt der Stuttgarter Tourismuschef Armin Dellnitz. Während die Übernachtungen der Eidgenossen in Stuttgart im Jahresverlauf zwischen 5000 und 10 000 pro Monat ­pendeln, schnellt die Zahl im Dezember in jedem Jahr auf runde 20 000 hinauf.

Da der Tourismus-Chef genau wissen will, wer die Landeshauptstadt besucht, wurden zu den Gästen aus der Schweiz umfangreiche Daten erhoben. 2002 lag die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus der Schweiz noch bei 48 877. Im vergangenen Jahr wurden dagegen 90 764 Nächte ­gezählt. Und welche Hotels bevorzugen die Eidgenossen? „In der Regel übernachten die Schweizer Gäste gerne in der gehobenen Kategorie“, sagt Hilke Langer aus dem Bereich Marktforschung der Stuttgart-Marketing GmbH.

Stuttgart ist die erste Metropole in Deutschland

Über das gesamte Jahr betrachtet ist die Schweiz der zweitwichtigste Markt für die Stuttgarter Tourismuswirtschaft. „Das Land liegt auf Platz zwei hinter den USA“, erklärt Armin Dellnitz. Im vergangenen Jahr wurden 135 874 Übernachtungen amerikanischer Gäste in Stuttgart gezählt. Auf Platz drei und vier folgen Besucher aus Frankreich und Italien.

„Es gibt zwei Gründe, weshalb die Schweizer Stuttgart schätzen“, sagt der Tourismuschef. Zum einen liege das an der relativen Nähe zur Grenze: „Stuttgart ist für die Schweizer geografisch die erste Metropole in Deutschland.“ Zum zweiten empfinden die Eidgenossen das deutsche Preisniveau als günstig. „Aus Sicht der Schweizer bietet Stuttgart ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“, sagt Dellnitz.

Der Stuttgart-Trend ist in der Schweiz ungebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen der Übernachtungen zwischen Januar und Oktober bereits um 5,3 Prozent gestiegen – in dieser Zeit wurden mehr als 67 000 Übernachtungen gezählt. Und was treibt ein Schweizer in Stuttgart, wenn er nicht gerade über den Weihnachtsmarkt spaziert? „Die Reisenden kombinieren ihren Besucht gerne mit dem Thema Shopping“, so Tourismus-Chef Dellnitz. Und auch hier gilt: die Schweizer wählen in der Regel gehobene Geschäfte.