Der Filderstädter Weihnachtszirkus Salto Mortale zeigt vom 17. Dezember bis zum 6. Januar täglich seine Shows. Aktuell laufen die Aufbauarbeiten. Ein Blick hinter die Kulissen.

In den tiefen Furchen des matschigen Bodens steht Regenwasser. Männer laufen in Arbeitskleidung zwischen schwerem Gerät und Containern hin und her. Irgendwo ist ein Akkuschrauber zu hören. Monty Bügler steht auf einem Hocker und bringt festliche Glitzerkugeln über einem Durchgang an. Der Filderstädter Weihnachtszirkus putzt sich heraus. Ende November ist die Familie Bügler samt ihrer Tiere und 30 Anhängern in Gewerbegebiet von Bernhausen angekommen, seither läuft der Aufbau auf der Wiese am Polizeirevier.

 

Salto Mortale heißt der Zirkus eigentlich. Familie Bügler betreibt ihn seit 1811 in der mittlerweile zehnten Generation. In Summe 25 Mitglieder der Großfamilie plus etliche Mitarbeiter sind angereist. Unterstützt werden sie von Artistinnen und Artisten aus Rumänien, Kenia oder Lettland, sie werden dieser Tage nach und nach dazustoßen und mit den Proben beginnen.

„Wir sind alle reingeboren“: Familie Bügler lebt den Zirkusalltag

Jede und jeder aus der Familie Bügler hat eine Rolle im Gefüge. Veronika Bügler (36) etwa macht das Licht und den Ton und ist zudem für den Imbiss zuständig, Monty Bügler (25) ist der Chefdresseur. „Wir sind alle reingeboren“, sagt Veronika Bügler. Selbst fünf schulpflichtige Kinder gehören zum Tross, der von Stadt zu Stadt zieht. In Bernhausen besuchen sie alle örtliche Schulen und werden zusätzlich von einer speziellen Lehrerin betreut, die sich reisenden Kindern widmet.

Clown Gagi alias Ronaldo Renz mit einigen Pferden. Foto: Caroline Holowiecki

Der Filderstädter Weihnachtszirkus gastiert zum neunten Mal in Bernhausen. Im kommenden Jahr, im Winter 2026/27, soll das Jubiläum gefeiert werden mit einem besonderen Programm. Doch das Geschäft ist schwieriger geworden, bekennt Veronika Bügler. „Es ist nicht mehr so, dass die Leute Schlange stehen, wenn wir kommen“, sagt sie. Auch mit Tiernummern sind viele Menschen nicht mehr einverstanden. In den diversen Verschlägen und auf der Wiese stehen Pferde, Ziegen, Lamas, Kamele, Rinder und Dromedare. 34 Tiere sind es insgesamt, vom nur 50 Zentimeter hohen Minipferd bis zum riesenhaften Ungarischen Steppenrind. „Keine Wildtiere“, betont Monty Bügler. Kritik wolle er mit Transparenz begegnen. „Die Leute müssen sich selbst einen Eindruck machen“, sagt er.

„Der Applaus spornt an“: Zirkusfamilie kämpft um Publikum

Publikum versucht die Familie durch weiträumiges Plakatieren und Social-Media-Beiträge anzulocken. Man sei auf die Einnahmen angewiesen, um Futter, Tierarztkosten und vieles mehr zu bezahlen. Veronika Bügler spricht von einem Leben von der Hand in den Mund. Warum sie das Umherreisen dennoch auf sich nehme? „Weil wir es lieben. Wir sind da zu Hause, wo der Wohnwagen ist.“ Adriano Bügler (29) ergänzt: „Der Applaus spornt an.“

Veronika Bügler mit den Lamas des Zirkus Foto: Caroline Holowiecki

Der Aufbau-Endspurt läuft. Die Stühle, die um die Manege mit zehn Metern Durchmesser herum aufgestellt sind, werden mit weihnachtlichen Hussen geschmückt, aufblasbare Figuren und diverse Weihnachtsmänner werden zwischen den Zelten platziert. „Wir sind in der heißen Phase, wir müssen Gas geben mit dem Dekorieren“, sagt Veronika Bügler.

Termine Die erste Vorstellung ist am Mittwoch, 17. Dezember. Bis zum 6. Januar werden täglich ab 16 Uhr – nur an Heiligabend startet die Show bereits um 14 Uhr – diverse Tier-, Clowns- und Artistennummern gezeigt.