Auf Hölderlins Wegen durch Leonberg
Am Sonntag, den 14. Juni, um 14.30 Uhr, hat eine neue Stadtführung Premiere: auf Friedrich Hölderlins (1770-1843) Spuren in Leonberg, das der junge Dichter während seiner Klosterschulzeit in Maulbronn und vor seinem Studium in Tübingen mehrmals besucht hatte. Hier wohnte sein engster Freund Immanuel Nast, Schreiber im Leonberger Rathaus, der Hölderlins Interessen für Literatur, bildende Kunst und Musik teilte. Für Hölderlin, der sich in Maulbronn öfters einsam und unverstanden fühlte, wurde Leonberg ein wichtiger Fluchtpunkt und Sehnsuchtsort. Im Hause Nast am Leonberger Marktplatz konnte er unbeschwert und ohne elterliche Kontrolle mit seiner ersten großen Liebe zusammen sein, Louise Nast, Cousine Immanuels und Tochter des Maulbronner Klosterverwalters. An „glükliche Zeiten in Leonberg“ und „seelige Stunden der feurigsten süßesten Liebe“, die in ihrer beider Briefen beschworen wurden, erinnert heute noch eine Gedenktafel. Auf dem Rundgang werden diese und andere für Hölderlins Leben und Werk wichtige Stationen besucht, die teils auch Motive waren für seine Ode „Keppler“ über den berühmten Astronomen und Vorgänger im Tübinger Stift, Johannes Kepler (1571-1630). Auch vier Gedichte Hölderlins für seine geliebte „Stella“ (Stern) entstanden in dieser Zeit.
Stadtführer ist Hans-Joachim Albinus, Wissenschaftshistoriker, Mitglied der Kepler-Gesellschaft und Autor des im letzten Jahr erschienenen Bandes „Kepler und Hölderlin in Leonberg“ (Reihe Spuren, Bd. 140, ISBN 978-3-944469-79-9).
Treffpunkt ist um 14.30 Uhr am Brunnen auf dem Marktplatz. Die Führung dauert ca. eineinhalb Stunden. Der Teilnehmerbeitrag beträgt 5 Euro pro Person, unter 16 Jahren frei.
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