Weil der Stadt Hesse-Bahn: CDU-Politiker sind sauer

Von Elisa Wedekind 

Die Partei fordert, dass Calw die Weiler Sorgen ernst nimmt.

Sollte die Hesse-Bahn tatsächlich fahren, dann nur bis Endstation Weil der Stadt, fordert der Weiler CDU- Foto: factum/Archiv
Sollte die Hesse-Bahn tatsächlich fahren, dann nur bis Endstation Weil der Stadt, fordert der Weiler CDU- Foto: factum/Archiv

Weil der Stadt - Der Vorstand des CDU-Stadtverbandes Weil der Stadt hat sich einhellig gegen eine Weiterführung der Hermann-Hesse-Bahn bis Renningen ausgesprochen. „Bei der aktuell vorliegenden Faktenlage können wir bei einem Weiterbau bis Renningen nur Nachteile für Weil der Stadt erkennen“, erklärt der Stadtverbandsvorsitzende Joachim Oehler in einer Pressemitteilung.

Auslöser für die Diskussion im Vorstand war ein Interview des Calwer Landrats Helmut Riegger, wobei vor allem dessen Haltung auf Unverständnis stieß. „Im Ton zu forsch und inhaltlich unangemessen“, bewertet Oehler Rieggers Äußerungen. Dieser habe gegenüber der Presse sinngemäß gesagt, in dieser Sache auf Ratschläge aus Weil der Stadt keinen Wert zu legen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Martin Buhl, bemängelt die spärliche Informationspolitik des Landkreis Calw. „Der Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am 17. Dezember zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt, zuvor konnten wir uns nur in der Presse informieren“, erläutert er. „Vorher lagen schlichtweg keine Fakten aus dem Landkreis Calw vor.“

Selbst wenn die Hesse-Bahn nur bis Weil der Stadt fahre, so kämen auf die Stadt hohe Kosten und noch ungelöste Probleme zu: Zwei Bahnübergänge liegen auf Weiler Markung, die ebenso wie eine neue Brücke über die Südumgehung zu bauen wären. Hier gebe es Finanzierungs- und Zuständigkeitsfragen zu klären. Offen sei auch die Frage des Lärmschutzes für die Anwohner, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Eine Trassenführung bis nach Renningen bringt aus Sicht der CDU noch weitere Nachteile mit sich. „Auf dem eingleisigen Streckenabschnitt zwischen Weil und Malms­heim hätten wir vor allem im Berufsverkehr eine anspruchsvolle Taktung. Schon die geringste Verspätung könnte den sowieso schon auf Kante genähten Fahrplan völlig durcheinanderbringen“, erklärte Joachim Oehler.

Martin Buhl ärgert noch ein weiterer Punkt: „Weil der Stadt finanziert seit Jahrzehnten die S-Bahn-Erschließung in der Region mit, richtet am Bahnhof Park & Ride-Plätze her, die zum großen Teil von Pendlern aus dem Landkreis Calw genutzt werden.“ Im Gegenzug kassierten die Gemeinden aus dem Landkreis Calw Zuschüsse aus Fördertöpfen, mit denen sie dann unter anderem auch Weil der Städter Firmen anlockten. „Und dann kommt der Landrat daher, plant sein Zügle durch unsere Stadt und sagt sinngemäß, auf die Weiler Ratschläge zum Thema könne er verzichten“, schimpft Buhl.

Der Stadtverbandsvorsitzende Jürgen Oehler fordert, die Sorgen der Weiler Bürger ernst zu nehmen und künftig offen und zeitnah über aktuelle Entwicklungen zu informieren, wesentliche Fakten zu benennen, lösungsorientiert und vor allem gemeinsam an Problemen zu arbeiten. Nur dann könne man sich in Weil der Stadt ein Bild von der Angelegenheit machen und zu einer fundierten Entscheidung kommen.




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