Weil der Stadt Die Argumente der „Pro Endbahnhof Weil der Stadt“

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken
 

Weil der Stadt - Wenn die Bürger der Initiative „Pro Endbahnhof Weil der Stadt“ eine Pressemitteilung verfassen, dann wird der Calwer Landrat Helmut Riegger darin schon mal als „Schwarzwald-Trump“ bezeichnet. Zuletzt ist es ruhig geworden, jetzt wollen sich die zehn Weil der Städter wieder verstärkt in die Öffentlichkeit begeben.

Herr Philippin, was sind Ihre Argumente?
Das Allerwichtigste ist die Befürchtung, dass Weil der Stadt vom S-Bahn-Netz abgekoppelt wird. Das ist mittlerweile nicht nur eine Befürchtung, sondern eine Aussage der Bundesnetzagentur. Das wäre für Weil der Stadt eine Katastrophe. Ich kann mich noch an 2014 erinnern, als der Calwer Landrat Riegger in Weil der Stadt Treueschwüre geleistet hat, dass das niemals passieren wird. Dabei ist er ein Fachmann, er wusste, dass es den diskriminierungsfreien Zugang gibt – und er steht da vorne hin und lügt.
Ist es nicht wichtig, den Nordschwarzwald an das Stuttgarter Schienennetz anzubinden?
Hätte Landrat Riegger von Anfang an gesagt: Ich hätte gerne diese Wiederinbetriebnahme, das kostet 80 Millionen Euro, wir bauen das Projekt so, wie es war, nämlich bis Weil der Stadt, wir machen einen vernünftigen Lärmschutz – hätte er das von Anfang an transparent und offen gesagt, hätte keine Bürgerinitiative dieser Welt ein Argument dagegen gehabt.
Fühlen Sie sich von den Volksvertretern gut vertreten?
Von den Städten Weil der Stadt und Renningen ein uneingeschränktes Ja. Vom Böblinger Landrat Roland Bernhard bin ich sehr enttäuscht, der in meinen Augen seine alte Rolle als Vize-Landrat von Calw nicht hinter sich gelassen hat, weil er die Mauscheleien, von denen er wissen muss, nicht aufdeckt. Vom Verband Region Stuttgart und dem Regionalrat Maier, von ihnen fühle ich mich wiederum gut vertreten. Bei der Landesregierung sind wir ein kleines Licht, der Verkehrsminister Winfried Hermann braucht einfach grüne Verkehrsprojekte. Transparenz und Bürgernähe vermisse ich hier.
Wann kam für Sie der Punkt, sich als Privatmann so bei diesem Thema zu engagieren?
Der erste Auslöser war, dass das Projekt um die Hälfte billiger wurde – da schrillen bei uns alle Alarmglocken. Der zweite Auslöser war der Plan, die Bahn nach Renningen weiterzuführen.
Was haben Sie für eine Resonanz in der Bevölkerung?
Die Resonanz hier ist zu 100 Prozent positiv. 2014 hatten wir Unterschriften gesammelt, da hatten wir innerhalb einer Woche 2500 Unterschriften zusammen.
Warum ist es wichtig, dass sich Bürgerinitiativen einbringen und solche Projekte nicht allein den gewählten Politikern überlassen?
Ich denke, Bürgerinitiativen sind in ihren Handlungsmöglichkeiten freier. Wir sind weder an parlamentarische Abläufe gebunden, noch müssen wir politische Etikette einhalten. Der Landrat Riegger spricht ja immer von der kommunalen Familie. Zu meiner kommunalen Familie gehört er nicht, deshalb tue ich mich auch leichter. Wir verstehen uns als Sprachrohr der Weil der Städter Bürger.
Warum wird ausgerechnet dieses Thema so emotional diskutiert?
Weil hier so viel gelogen wird. Wenn der Herr Riegger mit offenen Karten gespielt hätte, wäre das auf einer sachlichen Ebene gelaufen – natürlich mit der Gefahr, dass es nicht kommt, weil es so teuer ist. Nur: Es wird so oder so teuer. Und es mit einer Lüge zu beginnen, macht es emotional.
 
Volker Philippin
ist Rektor der Peter-Härtling-Förderschule in Weil der Stadt.

 




Unsere Empfehlung für Sie