Weil der Stadt/Leonberg Von der Gartenparty zum großen Festival

Von Kathrin Klette 

Die Organisatoren des Musikevents Inked Table Battlefield sind jetzt ein Verein.

Der Verein Inked Table Events  organisiert seit 2016 das Musikfestival Inked Table Battlefield im Höfinger Jugendhaus. Bei Sozialarbeiterin Cornelia Rückert (links) stießen sie mit ihrem Anliegen damals auf offene Ohren. Foto: factum/Granville
Der Verein Inked Table Events organisiert seit 2016 das Musikfestival Inked Table Battlefield im Höfinger Jugendhaus. Bei Sozialarbeiterin Cornelia Rückert (links) stießen sie mit ihrem Anliegen damals auf offene Ohren. Foto: factum/Granville

Weil der Stadt/Leonberg - Fans von Metal und Rock ist die Crew von „Inked Table Events“ längst ein Begriff. Immerhin zeichnen die Mitglieder seit Jahren für das bekannte Festival „Inked Table Battlefield“ im Höfinger Jugendhaus verantwortlich und haben das Ereignis auch in diesem Jahr wieder erfolgreich über die Bühne gebracht. Also alles wie immer? Nicht so ganz. Hinter den Kulissen hat sich einiges gewandelt. Seit diesem Jahr nämlich ist Inked Table Events ein eingetragener Verein. Als solcher möchten die Mitglieder in der Umgebung verstärkt aktiv werden. In Zukunft wird es also nicht allein bei den Battlefield-Konzerten bleiben.

Als Vereinssitz haben sich die Gründungsmitglider für Weil der Stadt entschieden. Und das, obwohl ein Großteil von ihnen gar nicht aus der Keplerstadt kommt und dort bislang auch keine Konzerte stattfinden. Doch die Wahl hat einen Grund. Dort nämlich befindet sich das Tattoo-Studio Hirudo, über das sich die Vereinsmitglieder kennengelernt haben. „Angefangen haben wir als Stammtisch“, erzählt der Vorsitzende Patrick Oberdorfer. Daher auch der Name Inked Table. „Den Stammtisch gibt es seit 2012.“

Vom privaten Garten ins Jugendhaus

Doch bei einem lockeren Treffen für Tattoo-Interessierte blieb es nicht. Bald organisierten sie erste Gartenpartys – damals noch auf privatem Grund –, zu denen längst nicht nur die engsten Freunde kamen. Die Musik kam schon damals nicht nur vom Band, sondern von richtigen Bands. „Musik macht einfach mehr Spaß, wenn sie live gespielt wird“, findet Oberdorfer. „Es hat sich auch gut ergeben, dass wir viele Leute kennen, die selbst in einer Band spielen.“ In den Anfängen kamen die Musiker also noch aus dem Bekanntenkreis. Seit damals hat sich das Einzugsgebiet – sowohl was die Bands als auch die Besucher angeht – deutlich erweitert.

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für das stetig weiter wachsende „Inked Table Battlefield“ fiel der Schriftführerin Nina Weiß das Jugendhaus in Höfingen ein. Cornelia Rückert, Sozialarbeiterin im Jugendhaus, nahm den Vorschlag gerne auf. „Als ich hier angefangen habe, gab es hier gar keine Konzerte mehr, dabei war das Haus früher bekannt für seine Musikkultur“, so Rückert. Und der Festraum sei im Grunde prädestiniert für solche Veranstaltungen. Seit 2016 also findet das Musikevent jährlich immer Ende April dort statt. An der Stilrichtung hat sich indes nichts geändert: die bleibt ein bunter Mix aus Rock, Punk und Metal mit regionalen Bands wie Fateful Finality (Weil der Stadt), Motörpussy (Leonberg), Begbie Boys (Stuttgart) oder Undertow (Heidenheim).

Battlefield-Einnahmen gespendet

Der nun erfolgte Schritt, ein richtiger Verein zu werden, war letztlich nur konsequent – und auch wichtig für die Mitglieder. „Da geht es ja auch um rechtliche Absicherung, wenn auf einer Veranstaltung mal jemandem was passiert“, erklärt Oberdorfer. „Als Verein hat man außerdem ganz andere Möglichkeiten, an Sponsoren heranzukommen oder Öffentlichkeitsarbeit zu machen“, ergänzt der Pressesprecher Thorsten Kampa. So wurde aus dem Inked-Table-Stammtisch der Verein Inked Table Events, der in der Umgebung gerne noch mehr machen möchte, als nur ein jährliches Festival zu organisieren.

Welche Aktionen es zukünftig sonst noch geben wird, ist bereits in Überlegung, aber noch nicht konkret. Klar ist: das Battlefield soll in jedem Fall fortgeführt werden, betont der Vorstand. Auch daran, die Einnahmen des Festivals zu spenden, will der Verein festhalten. Diese Aktion feierte dieses Jahr Premiere.

„Vorher war es eigentlich immer ein Null-Geschäft“, berichtet Patrick Oberdorfer. „2018 hatten wir zum ersten Mal ein Plus.“ Bereits im Vorfeld kündigten die Organisatoren an, dass der Überschuss aus den Einnahmen gespendet werde. „Es war auch ein Novum, dass wir es den Besuchern überlassen haben, wie viel Eintritt sie zahlen möchten“, erzählt der stellvertretende Vorsitzende Michael Claußen. „Das war ein voller Erfolg.“ Durchschnittlich 15 Euro habe jeder der 225 zahlenden Besucher gegeben, die Band „Herbärts“ habe ihre komplette Gage für den guten Zweck gespendet. Insgesamt sind um die 1000 Euro zusammengekommen, der Verein hat noch mal etwas draufgelegt und auf 1111 Euro „aufgerundet“. Das Geld wurde jetzt an den Stuttgarter Verein Kobra, einer Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen, überreicht.

Kontakt
Der Verein Inked Table Events wurde im Februar 2018 offiziell gegründet. Aktuell zählt er zehn Mitglieder. Wer sich für die Arbeit des Vereins interessiert, kann sich per E-Mail an inkedtableevents@gmail.com wenden oder dessen Facebook-Seite besuchen.




Veranstaltungen