Weil der Stadt Mein Auto? Dein Auto? Unser Auto!

Von Coco Wagener 

Carsharing ist jetzt in Merklingen angekommen. Von der Anschaffung profitieren nicht nur die Bürger.

Tamara Ipp, Jochen Breutner-Menschick   und Susanne Widmaier  (von links) begutachten den grauen Flitzer. Foto: factum/Bach
Tamara Ipp, Jochen Breutner-Menschick und Susanne Widmaier (von links) begutachten den grauen Flitzer. Foto: factum/Bach

Weil der Stadt - Die Merklinger haben seit dieser Woche eine neue Fortbewegungsmöglichkeit: Das erste Carsharing-Auto des Renninger Ökostadt Vereins hat nun seinen festen Platz in den Straßen des Weil der Städter Teilortes.

Tatkräftig unterstützt hat dabei die Stadtverwaltung. Die Erste Beigeordnete Susanne Widmaier erläutert: „Wir arbeiten schon lange mit dem Verein zusammen und sind mit nun insgesamt vier Carsharing- Autos um einiges schneller gewesen als unsere Nachbarkommunen.“ Bereits vor einiger Zeit sei Jochen Breutner vom Verein auf sie zugekommen und habe von einem Bedarf in Merklingen berichtet, der jedoch nicht groß genug sei, um die Anschaffung eines Autos zu finanzieren.

Zeitgleich dazu gab es auch seitens der Stadtverwaltung Entwicklungen: „Unsere Flüchtlingsbeauftragte Tamara Ipp braucht für ihre Arbeit eigentlich regelmäßig ein Auto, es steht ihr jedoch kein Dienstfahrzeug zur Verfügung,“ berichtet Susanne Widmaier und Tamara Ipp ergänzt: „Es gibt zehn unterschiedliche dezentrale Flüchtlingsunterkünfte in Weil der Stadt, die müssen alle regelmäßig besucht werden. Dazu kommen dann noch Behördenbegleitungen oder ähnliches. Das ist ohne Auto eigentlich nicht zu machen.“ Nun also wird die Flüchtlingsbeauftragte das Auto für ihre Dienstfahrten nutzen.

Dienstfahrten mit einem „geteilten“ Auto

Die Erste Beigeordnete spricht von einer dreifachen Win-Win-Situation: „Das Großartige an dieser Situation ist, dass drei Parteien gleichermaßen von ihr profitieren.“ Das sei zum einen die Stadt selbst, die sich die Anschaffung eines weiteren Dienstwagens habe sparen können, zum zweiten natürlich der Verein Ökostadt Renningen, dem der Markteintritt durch diese garantierte Nutzung des Autos um einiges erleichtert wurde und nicht zuletzt natürlich die Merklinger Bürger, die nun ebenfalls auf das Carsharing-Auto zurückgreifen können. Widmaier stellt klar, dass nun eben auch diese am Zug seien: „Nur wenn das Auto regelmäßig genutzt wird, kann das Angebot bestehen bleiben oder gar ausgebaut werden.“

Bisher sind 270 Haushalte beim Verein registriert, 30 davon entfallen auf Weil der Stadt. Susanne Widmaier gibt sich kampflustig und meint: „Da muss doch noch ein bisschen mehr drin sein!“ Jochen Breutner vom Verein Ökostadt Renningen spricht noch einmal die Situation in Merklingen an: „Ab etwa 10 000 Kilometern pro Auto kann man von einem Bedarf sprechen. Natürlich sind wir damit auch noch nicht zufrieden, aber es wäre zumindest ein Anfang.“ Tamara Ipp, die davon etwa die Hälfte umsetzen wird, strahlt und freut sich jetzt erst einmal auf ihren neuen, grauen Stadtflitzer.




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