Denn während die närrische Zeit der Pandemie zum Opfer gefallen ist und die großen Lockerungsübungen wohl erst nach der fünften Jahreszeit Ende März anstehen, hat die Narrenzunft AHA die ernste Zeit genutzt, um sich als Verein besser aufzustellen. Herausgekommen ist dabei nicht nur eine neue Vereinssatzung, sondern auch ein Bauprojekt für ein neues Vereinsdomizil im Weil der Städter Osten.
Dort soll nicht nur der Wagenbau künftig die Festwagen für den großen Umzug fertigen. Dort kommen auch die Pfadfinderfreunde Weil der Stadt und der Fanfarenzug Weil der Stadt unter.
Ehemalige AHA-Vorsitzende machen Projekt zur Herzenssache
Als Holzmodell gibt es die lang gestreckte Hallenkonstruktion bereits. Es ist ein Geschenk des ehemaligen Bürgermeisters Thilo Schreiber und den Ersten Beigeordneten Jürgen Katz, die es beim Zunftmeisterempfang im Jahr 2020 als freundlichen Fingerzeig überreichten. Ab Ende nächster Woche soll das 450 Quadratmeter große Gebäude nach dem offiziellen Spatenstich auch aus dem kommunalen Boden wachsen. Die Stadt stellte die Fläche zur Verfügung.
Unter Federführung der Narrenzunft haben sich mit Michael Borger und Karlfriedrich Blumhard zwei ehemalige Vereinsvorsitzende bereit erklärt das Projekt verantwortlich zu planen und umzusetzen, damit der Wagenbau als wichtiges Element der Weiler Fasnet zukunftsfähig bleibt.
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Seit Anbeginn der Fasnet gibt es Wagen und Gespanne auf den Umzügen in der Keplerstadt. Den Anfang machten laut Narrenchronik in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts Motivwagen der Altweibermühle und der Stuttgarter Straßenbahnen. Aus einem VW-Käfer wurde der erste Hubschrauber, aus einem Opel eine Lokomotive und einem Leiterwägele der Tender.
Damals entstanden die Motivwagen noch in Hinterhöfen von Wirtschaften, Handwerksbetrieben und landwirtschaftlichen Anwesen. Gezogen wurden sie meist von Pferden, Ochsen oder Kühen. Im Jahr 1969 erhielt die Narrenzunft von der Stadt vier Scheunenteile im Spitalhof und die Anzahl der Festwagen stieg auf 20 pro Saison an. Nach den zwei Spitalbränden in den 90er Jahren ermöglichte die große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung der Narrenzunft AHA der Ausbau des Spittl nicht nur für den Wagenbau, sondern auch als Vereinsdomizil.
Anspruch der Wagenbauer wächst mit den Aufgaben
Doch im Laufe der Zeit wurde der Anspruch der Wagenbauer immer größer und so entstanden immer prächtigere und aufwendigere Wagen. Da sich aber der derzeit zu Verfügung stehende Platz laut Chef-Wagenbauer Martin Gairhos auf gerade mal sechs Wagen beschränkt, die zeitgleich gefertigt werden können, sei der Platz einfach zu knapp und Improvisationstalent gefragt. Die fertigen Wagen müssten noch dazu immer bis zum Fasnetsonntag bei örtlichen Landwirten zwischengelagert werden.
Am Aschermittwoch ist es dann nicht nur mit der Fasnet vorbei, wenn die Hexe auf dem Marktplatz verbrannt wird. Auch die ganze Herrlichkeit der Wagenbauer wandert bisher in den Müll oder auf den Wertstoffhof: „Was zuvor in mühevoller Arbeit entstanden ist, müssen wir derzeit aus Platzgründen entsorgen“, sagt Gairhos und sehnt die Zeit entgegen, wenn genug Platz für einen Fundus da ist, der alle Jahre wieder die Fasnet bereichert und Weil der Stadts Ruf als Narrenhochburg zementiert. Auf dass bald wieder der Umzug mit den Tausenden von Hästrägern und den vielen sehenswerten Motivwagen stattfinden möge.
Hallenbau-Pins zur Finanzierung
Limitierte Auflage
Mit den Hallenbau-Pins unterstützen Käuferinnen und Käufer das Bauprojekt. Die Pins gibt es in Bronze, Silber und Gold. Sie kosten 5, 25 und 50 Euro je Stück. Sie sind ausschließlich in bar zu bezahlen, und es gibt keine Spendenquittung. Für ganz besondere Spenderinnen und Spender gibt es auch die Chance auf einen Black-Pin, dieser ist nur in einer ganz geringen Anzahl verfügbar.
Vetriebskanäle
Jedes Ausschussmitglied der Narrenzunft AHA hat ein Kontingent zum Verkauf zur Verfügung und kann über das Projekt informieren. Jeden Freitag gibt es ab 20 Uhr die Pins auch in der Wagenbauhalle im Spittel oder zu den gewohnten Öffnungszeiten im Narrenmuseum jeden ersten und dritten Sonntag im Monat.