Kulturhistorischer Vortrag von Prof. Dr. Werner Mezger am 21. Mai im Klösterle Weil der Stadt, Kapuzinerberg 11
Prof. Dr. Werner Mezger aus Freiburg war schon mehrfach in Weil der Stadt und hat zu kulturgeschichtlichen Themen wie der Fasnet gesprochen. Auf Einladung von Stadtarchiv und Heimatverein kommt er am Donnerstag, 21.05. um 19 Uhr ins Klösterle und hat ein – wieder – aktuelles Thema mitgebracht: „Von der Resilienz der Dummheit: Der Narr als Schlüsselfigur epochaler Umbrüche.“
Als sich an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit das Bild der Welt veränderte, schrieb Sebastian Brant 1494 seinen Bestseller „Das Narrenschiff“. Darin deutete er diesen Wandel als Folge eines epidemieartigen Umsichgreifens des Wahnsinns, damals „Narrheit“ genannt. Binnen weniger Jahre war die Figur des Narren in aller Munde und begründete eine förmliche Narrenliteratur. In der bildenden Kunst gab es eine Fülle von Werken, die in ständig neuen Variationen modern gesprochen die Resilienz der Dummheit veranschaulichten.
Der faszinierenden Figur des Narren als Indikator epochaler Veränderungen war 2024/25 eine große Ausstellung des Louvre in Paris gewidmet, an deren Realisierung Prof. Mezger selbst mitgewirkt hat. Mit vielen Bildquellen zeigt er den Facettenreichtum der Narrenidee bis in unsere Gegenwart: Ein halbes Jahrtausend nach Brants „Narrenschiff“ leben wir heute erneut an einer „Zeitenwende“, die beunruhigende Parallelen zur Situation um 1500 aufweist. Und pünktlich mit dieser Entwicklung sind auch die Narren wieder zurück …
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