Weil im Schönbuch - Schon der herrliche Blick auf den Schönbuch aus vielen Fenstern der Klassen eins bis vier offenbart: Die Gemeinschaftsschule Weil im Schönbuch liegt mitten in der Natur. Da liegt es nahe, „Naturparkschule“ werden zu wollen. Damit wäre die Bildungsstätte in Weil die zweite Schule im Kreis Böblingen nach der Waldenbucher Oskar-Schwenk-Schule, die sich offiziell diesen Namen geben darf.
Einstimmig votierte der Gemeinderat am Dienstag für die Antragstellung und Umsetzung der Zertifizierung. Die damit verbundenen Mittel von rund 8000 Euro, von denen zudem drei Jahre lang der Naturpark Schönbuch 60 Prozent übernimmt, seien gut angelegtes Geld, sagte stellvertretend SPD-Gemeinderat Robert Löffler.
Durchs „grüne Klassenzimmer“ geradezu prädestiniert
Gemeinde und Lehrerschaft ziehen an einem Strang
„Das müssen wir machen, es liegt auf der Hand“, schilderte Schulleiterin Annette Pfizenmaier begeistert ihre ersten Gedanken in Zusammenhang mit der „Naturparkschule“. Gemeinsam mit Juliane Goerke vom Naturpark Schönbuch stellte sie das zunächst auf fünf Jahre befristete Projekt mit der Option auf unkomplizierte Verlängerung im Gemeinderat vor. In Weil im Schönbuch könnten die Voraussetzungen dafür besser nicht sein. Erste Module sind mit dem „Grünen Klassenzimmer“ für die erste und zweite Klassenstufe bereits entwickelt und können durch die Naturparkschule verwendet und bis einschließlich Klasse 4 ergänzt werden.
Vier bis acht Module pro Schuljahr sind angedacht
„Im Prinzip haben Sie schon die halbe Miete“, freute sich Juliane Goerke. „Der Schritt ist ein kleiner“, ist sich Rektorin Pfizenmaier sicher. Ebenso ist seit Dienstag klar, dass nicht nur Naturpark und Schule, sondern auch die Gemeinde als Schulträger an einem Strang ziehen. „Es ist eine Stärke unserer Schule, dass sie sich öffnet für Kooperationen“, so Bürgermeister Wolfgang Lahl.
Ganz nah dran an Flora und Fauna sind an der Gemeinschaftsschule Weil im Schönbuch nicht nur die Schulleiterin, die, wann immer es geht, viel und gerne im Schönbuch unterwegs ist, sondern auch die Kinder und Jugendlichen, sodass auch die Zustimmung der Gesamtlehrerkonferenz reine Formsache war. „Es ist eine Mehrarbeit für unsere Lehrer, aber wir sind überzeugt, dass es sich lohnt“, sagte Annette Pfizenmaier mit Blick auf die anvisierten vier bis acht Module pro Schuljahr. Außerdem sei eine „Naturparkschule“, von denen es in ganz Baden-Württemberg 50 gibt, ein Beitrag zur Heimatverbundenheit und klimagerechten Erziehung.
Gesucht wird nun ein(e) Projektleiter/in mit guten Kenntnissen des Schulortes sowie des Naturraumes, mit Erfahrungen im Bereich der pädagogischen Wissensvermittlung und zeitlicher Flexibilität.