Die grünen und knackigen Salate sprießen nur so aus dem Boden. Auf fünf Hektar baut die Familie Rapp Obst, Salat und Gemüse auf den Feldern zwischen der Pliensauvorstadt und Weil an – inzwischen ist auch der Aussiedlerhof seit 20 Jahren dort. Im Rahmen der Landesaktion „Gläserne Produktion“ bot der Betrieb beim Hoffest am Sonntag seinen Besuchern ein umfangreiches Programm. Neben Musik, einem kleinen Bauernmarkt, Essen und Trinken wurden die Gäste auf Touren mitgenommen, bei denen ausführlich über die örtliche Lebensmittelproduktion informiert wurde.
„Es wächst nicht ganz von allein“, verriet der Inhaber Andreas Rapp während seiner Tour über den Hof und die Felder augenzwinkernd. Damit Blattsalat, Tomate, Gurke und Co. gesund reif werden, müssen sie gehegt und gepflegt werden. Vieles ist Handarbeit. Gerade wenn die Felder so feucht wie derzeit sind, können sie kaum mit dem Traktor befahren werden.
Fünf Hektar Gemüsefelder werden bewirtschaftet
Zu tun gibt es trotzdem immer etwas. Zwischen dem Setzen und dem Ernten ist allerhand zu erledigen, damit sich die Pflanzen wohl fühlen. Mal machen Schädlinge dem Gemüse zu schaffen, ein anderes Mal ist es zu warm oder zu kalt. Einige Pflanzen würden selbst gezogen, andere würden als Setzlinge gepflanzt. Die Setzlinge kämen von einem Betrieb in Essingen bei Aalen, erklärte Rapp.
Die fünf Hektar Gemüsefelder bewirtschaftet die Familie normalerweise nicht alleine. Helfer aus Osteuropa greifen ihnen für gewöhnlich unter die Arme. Gerade seien die Helfer aber wieder abgereist. Der Regen sei ihnen zu viel geworden, wie Rapp berichtet. „Wie es weitergeht, das wissen wir im Moment nicht“, gibt er zu. Einheimische Helfer einzustellen, sei so gut wie unmöglich, obwohl der Mindestlohn bezahlt werde.
Ein Biohof sei der Weilerhof nicht, so Rapp. „Bevor alles kaputtgeht, will ich Pflanzenschutzmittel einsetzen“, stellt er klar. Allerdings kämen die Mittel so selten wie möglich zum Einsatz. Schließlich seien die Pflanzenschutzmittel teuer. Was aus seiner Sicht ebenfalls gegen das Etikett Biohof spricht, sind die Kosten für eine Bio-Zertifizierung.
Wichtiger als ein Zertifikat sei den Kunden der persönliche Kontakt. Der Weilerhof verkauft seine Erzeugnisse direkt im Hofladen sowie auf dem Wochenmarkt in Leinfelden. „Das läuft, da sind wir sehr froh“, erklärt der Gemüsebauer. Außerdem gibt es einen Abhol- und Lieferservice sowie einen Automaten. Die Wege vom Feld auf den Verkaufsstand sind sehr kurz, was eine enorme Frische ermöglicht. Darüber hinaus hat die Familien Rapp das Ohr stets nah an den Kunden. So seien kleinere grüne Salate in den vergangenen Jahren beispielsweise immer beliebter geworden. Vielen kleinen Haushalten sei ein großer Salatkopf zu viel, vermutet Rapp. Und angebaut wird, was die Kunden wollen. „Wir müssen marktgerecht erzeugen“, bringt es der Landwirt auf den Punkt.
Tomaten, Gurken, Paprika und Zucchini im Gewächshaus
Was nicht oder nur schlecht unter dem freien Himmel wächst, wird in einem Gewächshaus angepflanzt. Dort recken sich unter anderem Tomaten, Gurken, Paprika und Zucchini in die Höhe. Dazwischen stehen einige Tafeltrauben, die wohlgemerkt nicht mit den Weintrauben vermischt werden dürfen.
Wein wird von der Familie Rapp aber ebenfalls angebaut. Auf acht Hektar wird der Rebensaft den Esslinger Steillagen abgerungen. „Es ist extrem schwierig“, sagt der 50-Jährige über die Arbeit im Weinberg. Finanziell sei der Weinbau kaum einträglich, verriet er. Warum macht er es trotzdem? „Wir hängen mit Herzblut daran. Wir könnten es nicht sehen, wenn dort Brombeeren wachsen würden“, sagt er.