Wein servieren Die Kunst des Dekantierens – Rotwein

Von SIR 

Dekantieren von Wein muss gekonnt sein. Es gibt mehrere unterschiedliche Methoden.

 Foto: dpa
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Stuttgart – Der Sinn des Dekantierens liegt darin, dass dadurch junge Rotweine belüftet und somit geschmacklich verbessert werden und dass alte Rotweine vom Depot getrennt werden. Somit ist das Dekantieren nichts anderes als ein kontrollierter Sauerstoffschock für den Wein. Die Entfaltung des Weins wird in der Flasche behindert, denn das darin enthaltene Tannin verhindert den Vorgang, was andererseits für die Haltbarkeit des Weins wichtig ist. Wird der Wein jedoch früh getrun­ken, muss der "Ent­fal­tung" des Weins durch das Dekantieren nach­ge­hol­fen wer­den.

Die Dekan­tier­wiege

Ein Hilfsmittel für das Dekantieren von Wein ist die Dekantierwiege. Früher war sie für das Dekantieren von Portweinflaschen nützlich, denn dieser bildet ein starkes Depot. Durch das Dre­hen an der Kur­bel kann der Nei­gungs­win­kel der Fla­sche genau bestimmt wer­den. Die Lampe oder Kerze unter dem Fla­schen­hals ermög­licht es zu erken­nen, wann das Depot erreicht wird. Dann sollte das Dekantieren gestoppt werden damit der Bodensatz in der Flasche bleibt. Der Gebrauch von Dekantierwiegen ist heute nur noch zu zeremoniellen Zwecken üblich.

Dekan­tier­korb

Statt einem Dekanter kann man einen Dekantierkorb verwenden. In diesem kann der Wein nahezu waagrecht liegen und man kann ihn, ohne den Bodensatz aufzustäuben, aus dem Korb in das Glas eingießen.

Dekan­tier­trich­ter

Der Dekantiertrichter, der an der Öffnung der Karaffe angebracht wird, sorgt dafür, dass Korkkrümel oder grobe Depotteile nicht wieder in den Wein gelangen. Damit man den Trichter sauber halten kann, hat er ein herausnehmbares Sieb, in dem sich die Teilchen sammeln. Es gibt verschiedenste Ausführungen in Edelstahl oder Zinn.

Dekan­tier­tech­nik

Um das richtige Dekantieren vorzubereiten ist es notwendig, dass der Wein 24 Stunden vor dem Servieren aufrecht gestellt wird. Das Depot muss sich von der Fla­schen­wand lösen und auf den Boden sin­ken. Beim Dekan­tie­ren selbst ist zu beachten, dass man gut erkennen kann, wann das Depot abfließt, sodass man es rechtzeitig zurückhalten kann. Hierfür bietet sich an zum Beispiel eine Kerze als Beleuchtung zu verwenden.

Tipps & Tricks

Man sollte beachten: Je jünger und stärker ein Wein ist, um so früher kann man ihn vor dem Genuss dekantieren. Ältere und geschmeidigere Weine benötigen weniger Zeit. Sie entfalten sich schon nach kurzer Dauer. Eine Ausnahme sind alte wertvolle Burgunder, deren Depot man mittrinken kann. Dieses schmeckt nämlich süß und nicht bitter, weil es nicht kornig, sondern flockig ist. Es handelt sich dabei um ausgefällte Farbstoffe.

Der Artikel "Das Dekantieren von Rotwein" wurde freundlicherweise vom Weinmagazin weinkenner.de zur Verfügung gestellt.