Weinbereitung Aus dem Barrique

Von wirwinzer 

Bei der Entzifferung des Weinetiketts ist sicher ein Jeder schon einmal über den Begriff "Barrique" oder die Bezeichnung "im Barrique gereift" gestolpert. Oft in einem Atemzug mit Jahrgang und Rebsorte genannt, ist das Barrique ein wichtiger Indikator dafür, was von einem Wein zu erwarten ist. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff "Barrique" und inwieweit spielt das "Barrique" bei der Weinbereitung eine Rolle?

 Foto: wirwinzer
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Als Barrique bezeichnet man ein kleines Holzfass, das in aller Regel aus Eichenholz hergestellt wird. Es findet Verwendung als Behältnis zum Ausbau und der Lagerung von Wein, aber auch von Bier oder Whiskey. Seine Herkunft hat das Barrique in Frankreich, wo es übersetzt einfach nur Fass heiflt, im Laufe der Zeit wurden jedoch nur noch Fässer mit einem Volumen von 225 Litern (in Bordeaux) und 228 Litern (im Burgund) als Barriques bezeichnet. Die Gräfle des Barriques resultiert aus der Fassgräfle, die ein Hafenarbeiter im Leerzustand von Hand verladen konnte.

In der Weinbereitung hat das Barrique neben der bloflen Lagerung zwei wichtige Aufgaben. Zum einen ist das Holzfass nicht hundertprozentig dicht und lässt somit Sauerstoff an den Wein. Dieser ist v.a. wichtig, da er zur Reifung des Weins beiträgt und die Gerbstoffe im (Rot-)Wein weicher macht. Zum anderen gibt das Holzfass Aromen an den Wein ab. Sowohl Aromen, die aus dem eigentlichen Holz stammen, als auch Aromen, die dem Toasting (das Ausbrennen der Fässer) geschuldet sind. Je öfter ein Barrique mit Wein belegt wird, desto schwächer werden die Aromen, die es abgibt - die Sauerstoff-Zufuhr bleibt dagegen konstant.

Da ein Barrique mindestens mehrere Hundert Euro kostet (nach oben sind die Grenzen offen), sind die Weine dementsprechend oft um 3 bis 4 Euro teurer. Weine aus dem Barrique bestechen oftmals mit ihrer weichen und vollmundigen Art. Neben den meisten Rotweinsorten eigenen sich auch einige Weiflweinsorten zum Barrique-Ausbau. Allen voran der internationale Klassiker Chardonnay.

Kräftige Weine, die ¸ber einen hohen Gehalt an Gerbstoffen verf¸gen, reifen in einem Barrique besser als in einem Edelstahltank. Natürlich muss der Wein den kräftigen Rˆstaromen des Barriques etwas entgegensetzen. Deshalb ist auch nicht jeder Wein zum Ausbau im Barrique geeignet.

Ein groflartige Beispiel, wie der Einsatz von Barriquefässern einen Wein unterstützen kann zeigt die 2014er Cuvée Jakob D. vom Weingut Dautel. In der Nase Schattenmorelle, Cassis, Holunder, schwarzer Pfeffer und einen Hauch gegrillte rote Paprika. Im Geschmack sehr würzig und süffig mit Noten von Schwarzkirsche, Cassis und Bitterkakao. Im Abgang bringen leichte Gerbstoffe Spannung. Insgesamt ein Wein mit erfrischendem Charakter.