Lichterketten, Feuerschalen und Kerzen: Das Besagärtle im Weingut W. Häfner leuchtet schon aus der Ferne den Weg. Nach zwei Jahren Abstinenz ist in Remshalden wieder der Winterzauber eingekehrt. Zur Freude der Gäste, die, egal welchen Alters, nicht nur die guten, hausgemachten Weine, Sekte und Säfte sowie die bewährten frischen, regionalen Leckereien aus der Besenküche schätzen, sondern auch die besondere Atmosphäre in der Besakammer und im Weihnachtsgarten vor der Tür.
Ein Weihnachtsbaum an der Decke
Draußen hängt der Besen. Drinnen steht Sylvie Häfner-Hutt unterm Christbaum, der bunt geschmückt und leuchtend mit der Spitze nach unten von der Decke baumelt. Die Gastgeberin liebt solche Gags, die zudem sinnvoll seien, wie sie sagt: „Für mich ist das auch ein Symbol unserer Zeit, in der irgendwie alles auf dem Kopf steht.“ Ein Weihnachtsbaum an der Decke sieht zudem auch schön aus und spart jede Menge Platz, den die 40-Jährige viel lieber für ihre Gäste nutzt. Und wenn dann wie an diesem Freitagabend alle Tische im Winterzauber-Besen belegt sind, strahlt Sylvie Häfner-Hutt mit der Weihnachtsbeleuchtung um die Wette.
„Württembergs Winzerin des Jahres“ 2019 und 2020 liebt es, ihre Gäste zu verwöhnen. Im Sommer bewirtet sie mit ihrem Team im Besagärtle, umgeben von Weinreben, Apfelbäumen und Palmen. Im Winter wird in der mit viel hellem Holz eingerichteten Besakammer aufgetischt. Nicht nur die Dekoration, auch die Speise- und Getränkekarte hat Sylvie Häfner-Hutt an die kalte Jahreszeit angepasst. Es gibt spezielle Wintergerichte wie Kutteln und den großen Schlachtplatten-Baukasten, bei dem sich jeder ganz nach seinem Gusto die deftigen Komponenten auf dem Teller zusammenstellt.
Dazu gibt es neben den feinen Weinen von den Häfner’schen Rebflächen im Remstal auch einen original Wengerterglühwein. Selbst an frostigen Schneetagen draußen am Feuer im weihnachtlichen Adventsgarten wärmt er wohlig Körper und Seele. Das tun auch die edlen hauseigenen Destillate wie der Weinbrand in Gold oder der Apfelbrand aus der Eiche, für die vor allem Senior-Wengerter Wolfgang Häfner, der Namensgeber des Familienweinguts, verantwortlich zeichnet. Die Schnäpse entstehen in der Brennerei direkt neben der Besakammer, und ein großes Fenster lässt ab und an sogar neugierige Einblicke in die hohe Kunst des hochprozentigen Brennens zu.
Gastfreundschaft wird großgeschrieben
Gastfreundschaft in bester Besentradition wird im Weingut Häfner großgeschrieben. Am Rand von Remshalden, zwischen der belebten Bundesstraße 29 und dem zur Gartenschau 2019 eingeweihten Remstal-Radweg, geht es familiär und gemütlich zu. Das liegt zuallererst an der Hausherrin, die jeden Gast – auch vierbeinige – herzlich willkommen heißt. 2014 hat Sylvie Häfner-Hutt das Weingut von ihrem Vater Wolfgang übernommen und dieses mit Unterstützung ihres Mannes Stefan 2015 komplett auf den Kopf gestellt. Und die Diplom-Weinbetriebswirtin, die bei Rijks Private Cellar in Südafrika, der Kellerei Kern in Rommelshausen sowie als Administration Assistant bei Phipps PR London für das deutsche Weininstitut Erfahrungen sammelte und mehrere Jahre Jurymitglied bei der Berliner Wine Trophy war, hat schon wieder neue Pläne. Das Weingut W. Häfner stellt nämlich auf Bio um.
In dieser Woche, von Donnerstag bis Sonntag, können Gäste den Winterzauber in Remshalden noch genießen. Danach macht Sylvie Häfner-Hutt erst einmal eine Weihnachtspause im Besen. Dann wird sie im Familienweingut keine Gästeschar, sondern ihre eigene Familie verwöhnen – vor allem ihre beiden Töchter Emma und Marta.