Weinkolumne Lesestoff Sportsfreund

Von StZ 

Mit den Winzergenossenschaften ist das so eine Sache. Im Bottwartal besinnt man sich jetzt wieder aufs Weinmachen – und hat unter anderem einen soliden Tropfen für die Festlessaison im Programm.

Die Weinrunde testet einen Tropfen für die beginnende Festlessaison. Foto: FACTUM-WEISE
Die Weinrunde testet einen Tropfen für die beginnende Festlessaison. Foto: FACTUM-WEISE

Stuttgart - Wenn der Wein zur Nebensache wird, könnte es sein, dass nicht alles rundläuft in einem Betrieb, dessen wichtigstes Produkt der Wein ist. Die Geschichte der Bottwartaler Winzer ähnelt zum Beispiel einer kuriosen Achterbahnfahrt. Die Genossen waren überzeugt davon, dass sie ihre Weine besser ohne Hilfe der Württembergischen Weingärtner-Zentralgenossenschaft (WZG) verkaufen könnten. Also kündigten sie die Vertriebspartnerschaft mit der WZG. Anschließend gründeten sie die Neue Bottwartaler Winzer Genossenschaft mit dem Ziel, das Kerngeschäft – Weinmachen und -verkaufen – vom Immobiliengeschäft zu trennen. Der Grund: die Kellerei war zu groß geworden und hätte vielleicht von anderen Betrieben mitgenutzt werden können. Der Erfolg der Maßnahmen: keiner.

Inzwischen haben die Bottwartaler Winzer alles rückgängig gemacht. Jetzt gibt es wieder einen Betrieb, der Hand in Hand mit der WZG versucht, die Weine aus Großbottwar und Umgebung zu vermarkten. Den Spätburgunder aus der Aurum-Serie, zum Beispiel. Sein größter Pluspunkt ist der Preis: Für 5,50 Euro bekommt der Käufer einen soliden, klar strukturierten Rotwein, der kein Blender ist, sondern ein handwerklich sauber gemachter Genosse für Vereins- und Sportfeten aller Art. Mit seiner leichten Frucht passt er prima in die jetzt aufziehende Festlessaison – und in Anbetracht der Vorgeschichte hat man auch gleich etwas zum Reden.

Das Urteil der StZ-Weinrunde

Kathrin Haasis: Der Wein gehört für mich zum Typ schwerfälliger Spätburgunder. Er ist zwar sauber gemacht, aber ziemlich plump, ohne Frucht, ohne Kraft. Er zeigt sich zunächst etwas süßlich, um sich dann mit einem Schwall Säure zu verabschieden.

Harald Beck: Was bei dem Tropfen anfangs und am Ende vor allem auffällt, ist die ziemlich dominante Säure. Was Frucht und Kraft angeht, ist dieser Spätburgunder ein ziemliches Leichtgewicht – bei dem Preis ist das für einen Festleswein aber okay.