Die berüchtigte Unterführung in Weinstadt-Beutelsbach wird gesperrt. Dieses Mal aber nicht wegen Unfällen mit größeren Fahrzeugen.
Sie ist Legende, Schreckgespenst und Dauerärgernis in einem: Die Bahnunterführung in Weinstadt-Beutelsbach (Rems-Murr-Kreis), im Volksmund bekannt als „Transporterfalle“, wird ab diesen Montag, 20. Oktober, für vier Wochen voll gesperrt. Die Maßnahme hat nichts mit den regelmäßigen Unfällen zu tun, bei denen Kleinlaster oder Wohnmobile unter der niedrigen Brücke steckenbleiben. Wie die Stadt Weinstadt mitteilt, sind umfangreiche Bauarbeiten in der angrenzenden Poststraße Auslöser für die Sperrung. In drei Bauabschnitten wollen Stadtwerke, Netze BW und die Landeswasserversorgung die Straße fit für die digitale Zukunft machen.
Hausanschlüsse werden erneuert, neue Leerrohre für Strom und Glasfaser verlegt. Zudem soll künftig ein Steuerkabel unter der Straße verlaufen. Das bedeutet: Im ersten Bauabschnitt ist die Unterführung vier Wochen lang komplett dicht. Eine Umleitung führt über die Schorndorfer und Stuttgarter Straße – ein Umweg, der Geduld fordert. Die Stadt spricht von einem „notwendigen Eingriff“, um den Breitbandausbau voranzubringen. Während unter der Fahrbahn modernisiert wird, stehen oben die Autofahrer – vor geschlossenen Schranken und roten Umleitungsschildern.
Die Unterführung verbindet die Cannonstraße mit der Poststraße – und ist eine der wichtigsten Verbindungen zwischen den Ortsteilen. Dass sie auch Symbolcharakter hat, liegt an ihrer Geschichte: Kaum ein Bauwerk in der Region sorgt so regelmäßig für Schlagzeilen. Trotz Warnleuchten, Kunststoffketten und Schildern kracht es immer wieder. Der Tunnel ist gerade einmal zwei Meter hoch – und für viele Fahrzeuge zu niedrig. Der Name „Transporterfalle“ hat sich längst im regionalen Sprachgebrauch verankert, auch wenn das Rathaus den Spitznamen lange ablehnte.
Während der Sperrung setzt die Stadt auf weiträumige Umleitungen und das Verständnis der Autofahrer. Immerhin: Die Vollsperrung gilt nur für den ersten Bauabschnitt. Ab Mitte November soll die Durchfahrt wieder möglich sein – auch wenn die Bauarbeiten für Strom und Glasfaser dann noch nicht abgeschlossen sein werden.