Weinstadt Esslingen So feierte das Teamwerk den Auftakt ins Jubiläumsjahr

Feierstimmung im Dicken Turm. Foto: Ivan Lazarenko

Fast hundert Gäste waren gekommen, um mit der Winzergenossenschaft Teamwerk den Auftakt ins Jubiläumsjahr zu feiern. Dabei gab es einige Überraschungen.

Chefredakteur: Johannes M. Fischer (jmf)

Vier Gänge und acht Weine standen am Samstagabend im Zentrum einer ausgelassenen Feier im Esslinger Dicken Turm: Dort startete die Winzergenossenschaft Teamwerk mit einem Festtagsdinner für 120 Gäste in ihr Jubiläumsjahr. Die Genossenschaft wurde 1901 gegründet und feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen.

 

Die Weingärtner hatten sich für die Feier einiges einfallen lassen. Vor und zwischen den Gängen gab es Wissenswertes zur Historie und zu den kredenzten Weinen. Fleiß und Qualität – Beschreibungen wie diese durchzogen die Wortbeiträge der Redner, die das Leben der Wengerter und ihren Anspruch auch recht gut darstellen: Gerade in den terrassierten Steillagen ist das Arbeiten seit jeher mühsam. Für die Herstellung des Weins aber braucht man vor allem eine überdurchschnittliche Vorstellungsgabe von dem entstehenden Produkt sowie ein feines Händchen „Unsere Vorfahren standen vor schroffen Hängen und sahen das Potenzial“, schilderte der Vorstandsvorsitzende Achim Jahn den körperlich anstrengenden Teil der Arbeit. „Mit ihren Händen fügten sie Stein an Stein und bauten die Trockenmauern, die heute der Stadt ihr Gesicht geben.“

Koch und Sommelière stimmen Menü mit Wengertern ab

Die Musik kam an diesem Abend von Set of Four, einem Saxofonquartett. Feingefühl wie ein guter Komponist oder Kellermeister bewies der Küchenchef des Abends, Anton Lebersorger. Mit seiner Partnerin, der Sommelière Theresa Schmidt, und den Teamwerkern stimmte er das Menü und die dazu gereichten Weine aufeinander ab. Zum Einstieg gab es Rote Bete und Buchenpilze in Buttermilch, dazu einen Weißen Burgunder aus dem Jahr 2017 sowie einen außergewöhnlich kräftigen und vielschichtigen Trollinger, Jahrgang 2023.

Hier ließ sich schon das Prinzip erkennen, nach dem das Dinner ablief: Zu jedem Gang wurden zwei Weine gereicht. Einer aus dem aktuellen Angebot und ein weiterer aus der „Schatzkammer“, so Jahn – also jeweils ein jüngerer und ein älterer Jahrgang.

Ein Riesling Jahrgang 2011 war der älteste Wein des Abends

Es folgte Winterkabeljau mit Spitzkohl in einer Riesling Beurre blanc. Hierzu wurde eine der größeren Überraschungen des Abends gereicht – ein Riesling des Jahrgangs 2011. Er war es zugleich der älteste Wein an diesem Abend. Der zweite Wein zu diesem Gang war passenderweise ebenfalls ein Riesling aus dem Jahr 2023.

Bürgermeister Yalcin Bayraktar übergibt ein Bild als Geschenk von der Stadt an das Teamwerk. Foto: Ivan Lazarenko

Zum Hauptgericht – Rinderbäckle mit Spätzle und Wurzelgemüse sowie einer Schwarzwurstpraline in Lemberger Jus – tranken die Gäste einen Syrah aus dem Jahr 2015 und einen im Barrique gereiften Lemberger, Jahrgang 2022. Er gehört zu den derzeit besten Weinen, die in den Kellern der Teamwerker lagern. Das Falstaff-Magazin, dessen Wort in der Szene etwas gilt, bescheinigte dem Wein eine „exzellente Qualität“.

Zum Nachtisch wurde Schokoladensoufflé mit Vanilleeis und Karamell Crumble serviert. Dazu gab es zwei besondere Dessertweine: ein Spätburgunder Weißherbst Beerenauslese von 2020 und ein Cabernet Carbon Eiswein von 2012.

Weitere Veranstaltungen des Teamwerks in diesem Jahr

Es wird nicht die letzte Veranstaltung der Teamwerker in diesem Jahr sein. Viele weitere sind geplant, unter anderem im Mai. Dann steht ein weiteres, kleines Jubiläum im großen Jubiläum an. Die Vinothek am Markt wird fünf Jahre alt. Der ganz große Höhepunkt der Feierlichkeiten soll aber im November steigen: die Jubiläums-Gala im Neckar Forum.

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