Beim 27. Seefest des Ski- und Freizeitclubs weihen die Flachter den umgestalteten Feuersee ein. Etwa 350 000 Euro hat das Projekt gekostet.

Weissach - Für einen Busbahnhof wäre er zu klein gewesen. Aber man hätte ihn zuschütten und einen Parkplatz darauf betonieren können. Doch die Flachter haben ihrem ehemaligen Feuersee eine sehr viel attraktivere Rolle zugedacht: Als Mittelpunkt einer kleinen Parkanlage ziert er das Ortszentrum. Beim Seefest des Flachter Ski- und Freizeitclubs am Wochenende ist er eingeweiht worden.

Die Bürgermeisterin Ursula Kreutel ist sichtlich zufrieden. „Die Entscheidung des Gemeinderats, dieses Projekt zu finanzieren, freut mich sehr. Der Ortsteil wird mit der neuen Mitte entschieden aufgewertet.“ Die veranschlagten 350 000 Euro würden trotz unvorhergesehener Kanalarbeiten und das Pflastern des Wegs bis hinauf zur oberhalb liegenden Brunnenstraße nicht ganz gebraucht werden, erklärt sie. Auch Daniel Töpfer, einer der Gegenkandidaten für die anstehende Bürgermeisterwahl, ist da. „Der See ist eine tolle Maßnahme für den erweiterten Ortskern. Jetzt muss sich zeigen, ob sich die Anlage tatsächlich zum Anziehungspunkt entwickelt“, sagt er.

Vier Monate dauerten die Arbeiten an

Das Gelände, das an den Kindergarten grenzt, ist kaum wiederzuerkennen. Nachdem vor einigen Jahren der letzte Pächter des Grundstücks abgesprungen war, wurde der See mit einem Bretterzaun gesichert, das Wasser kippte. Etwas musste mit dem See geschehen. Die Gemeindeverwaltung regte die Neugestaltung an, der Gemeinderat stimmte zu. Zwei ortansässige Garten- und Landschaftsbauunternehmen bewarben sich um den Auftrag, die Firma Zipperlen bekam schließlich den Zuschlag. Von März bis Juli dieses Jahres wurde gearbeitet, nun ist der See fertig.

Der Boden ist mit Kieselsteinen ausgelegt, die bis ans Ufer reichen. Mit Schilf und Gräsern bepflanzt und einem naturnahen Zaun umgeben, kann er nachts beleuchtet werden. Sträucher und Stauden, die noch eine Menge Wachstumspotenzial haben, werden in ein, zwei Jahren dafür sorgen, dass der See und die ringsum liegende Anlage mit Spielplatz und Sitzbänken zur grünen Oase im Flachter Ortskern werden.

Nicht jeder sieht das Geld sinnvoll eingesetzt

Das Ehepaar Streckfuß ist zur Einweihung gekommen und nimmt den See in Augenschein. „Sehr schön“, finden sie das Projekt. „Ideal nicht nur für die Kindergartenkinder, sondern auch für Bewohner des Otto-Mörike-Stifts und Besucher des Friedhofs, die beide in der Nähe liegen.“

Auch der Herr an der Kasse ist begeistert. Er ist Mitglied beim Ski- und Freizeitclub Flacht, der das Seefest bereits zum 27. Mal veranstaltet. „Der See ist bombastisch“, meint der Kassenmann. „Eine richtig tolle Angelegenheit! Wenn man jetzt noch den Parkplatz vorn richtet – perfektes Ambiente für alle möglichen Feste.“ Ein Besucher wendet ein, das Geld hätte man womöglich sinnvoller einsetzen können. „Da hinten steht der Kindergarten“, sagt er. „Die hätten das Geld vielleicht besser brauchen können.“ Mit seiner Kritik scheint er fast allein da zu stehen. Die Seefestbesucher fühlen sich sichtlich wohl in der neuen Umgebung. Zumindest heute wird wieder gelöscht am See – kein Feuer, aber der Durst.

Lesen Sie mehr zum Thema

Ursula Kreutel