Weissach im Tal Rombold-Areal wird wiederbelebt

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Es ist die größte Bauinvestition in der Geschichte der Kommune. Das ehemalige Areal der Tonwarenfabrik Rombold wird neu erschlossen. Am Wochenende hat dort eine Lokalbrauerei eröffnet.

Auf dem Rombold-Areal tut sich was: Vorne das Gebäude, in dem jetzt eine Lokaolbrauerei eröffnet worden ist. Foto: Edgar Layher
Auf dem Rombold-Areal tut sich was: Vorne das Gebäude, in dem jetzt eine Lokaolbrauerei eröffnet worden ist. Foto: Edgar Layher

Weissach im Tal - Es ist laut Einschätzung des Weissacher Bürgermeisters Ian Schölzel die mit Abstand größte Bauinvestition in der Geschichte der heute knapp 7300 Einwohner zählenden Kommune: Auf dem Areal der ehemaligen Tonwarenfabrik Rombold im Teilort Unterweissach werden zurzeit für eine Mischung aus Wohnbebauung, Kleingewerbe und Dienstleistungen rund 80 Millionen Euro „vergraben“.

Lokalbrauerei am Wochenende eröffnet

Die Wiederbelebung einer der größten Gewerbebrachen im Landkreis ist in vollem Gange: Am Wochenende ist das Weissacher Tälesbräu eröffnet worden. Die Lokalbrauerei um den Braumeister Andreas Huber bietet selbst kreiertes Craft-Bier an – im Werksverkauf, aber auch in einer kleinen Gastwirtschaft. Im Sommer soll im Freien ein Biergarten eingerichtet werden.

Bereits seit einigen Wochen in Betrieb genommen ist ein Gesundheitssportzentrum, das benachbarte „Haus der Gesundheit“ wird voraussichtlich Anfang 2019 bezogen werden. Auf rund 3000 Quadratmetern Nutzfläche sollen Arztpraxen, Büros, eine Apotheke, ein Drogeriemarkt und ein Backcafé Platz finden. Auch die Wohnbebauung ist im Gange. Insgesamt sollen rund 45 Einfamilienhäuser und weitere 80 mehrgeschossige Wohneinheiten entstehen. Auch ein paar Gewerbeplätze sind reserviert. „Im Großen und Ganzen“, schätzt Ian Schölzel, „könnte im übernächsten Jahr das Meiste fertig sein.“

Stolz ist Schölzel besonders darauf, dass Wünsche der Bürger berücksichtigt wurden, insbesondere bezüglich der Erhaltung einiger der historischen Backsteingebäude. Darum habe man mit dem privaten Investor zum Teil zäh gerungen, betont Schölzel, es sei aber auch nicht selbstverständlich, dass kommunale Interessen berücksichtigt würden, ohne dass die Gemeinde dafür selbst investieren muss.

Noch vor der an diesem Wochenende neu eröffneten Lokalbrauerei ist eine Halle restauriert und in Betrieb genommen worden, in der einst Blumentöpfe zum Auskühlen gelagert wurden. In der jetzt videoüberwachten früheren Kalthalle können Autoliebhaber ihre Young- und Oldtimer unterstellen und bei Bedarf für Spritztouren in Betrieb nehmen. Oldtimerfreunde aus Waiblingen bieten diesen Unterstand-Service für insgesamt rund 50 Liebhaberfahrzeuge an.

Schornstein musste gekappt werden

Einen Wermutstropfen aber habe man schlucken müssen, räumt Schultes Schölzel ein: Der 50 Meter hohe Schornstein der Tonwarenfabrik, mittlerweile auch ein optisches Wahrzeichen der Gemeinde, kann nicht in seiner vollen Länge erhalten werden. Weil Mörtel und Backsteine porös sind, musste der Kamin gekappt werden, auf jetzt noch rund 30 Meter. Die Sicherheit habe hier Vorrang haben müssen, sagt Schölzel. Im Sommer will die Lokalbrauerei schließlich auf einem Platz direkt unter dem Kamin einen Biergarten eröffnen.