Weissacher Kitas Erste Gebührenerhöhung nach vier Jahren
Mehrere Jahre lang hatte man in Weissach Empfehlungen zur Erhöhung der Kitagebühren nicht implementiert. Das ändert sich künftig.
Mehrere Jahre lang hatte man in Weissach Empfehlungen zur Erhöhung der Kitagebühren nicht implementiert. Das ändert sich künftig.
Vier Jahre lang sind Familien in der Gemeinde Weissach von Erhöhungen der Kitagebühren verschont geblieben – damit ist fortan aber wahrscheinlich Schluss. Zum September 2025 werden die Gebühren für die Kinderbetreuung in Krippen und Kindergärten um 14,8 Prozent erhöht. Beispielsweise Familien mit einem Kindergartenkind, die aktuell jeden Monat 294 Euro für bis zu 40 wöchentliche Betreuungsstunden zahlen, müssen dann 339 Euro aufbringen. Zusätzlich hat sich der Gemeinderat verpflichtet, künftig jedes Jahr zum September eine mögliche Gebührenanpassung zu prüfen.
Vorgeschlagen werden die Erhöhungen der Elternbeiträge jedes Jahr von den Trägerverbänden, bei den Kitas also vom Städte- und Gemeindetag und den Kirchen. Die Erhöhung soll die verschiedenen Kostensteigerungen bei der Kinderbetreuung abdecken, zu denen auch immer wieder Tariferhöhungen und damit verbundene Steigerungen bei den Personalkosten gehören. In Weissach hatte man diese Erhöhungsvorschläge in den Jahren 2022, 2023 und 2024 nicht übernommen – und damit Erhöhungen von insgesamt 19,9 Prozent.
Angestrebt wird von den Verbänden bei den Empfehlungen auch immer ein Kostendeckungsgrad von 20 Prozent. Dieser Anteil an den Betreuungskosten der Kinder soll also durch die Elternbeiträge gedeckt werden. In Weissach ist man von dieser Schwelle noch weit entfernt, bei 11 Prozent liegt der Kostendeckungsgrad in der Strudelbachgemeinde laut Hauptamtsleiter Alexander Langner. Nachgeholt werden sollen die Gebührenanpassungen der vergangenen Jahre deshalb aber nicht, zumindest zum Großteil. Denn das wären mit der Anpassung für das Kindergartenjahr 2025/2026 über 27 Prozent. „Das ist eine Zahl, die die Verwaltung als nicht zumutbar ansieht“, so Alexander Langner.
Dem Gemeinderat vorgelegt hatte man also zunächst eine gestaffelte Lösung. Zum 1. März wollte man die Empfehlung für 2024 in Höhe von 7,5 Prozent nachholen, zum 1. September dann regulär mit der Erhöhungsempfehlung für 2025, die bei 7,3 Prozent liegt, weitermachen. Diesen Plan hatte die Verwaltung im Januar auch dem Gesamtelternbeirat bei einem gemeinsamen Termin vorgestellt – und ist anschließend, zur Freude des Beirats, auf einen Kompromissvorschlag der Eltern eingegangen.
Denn diese hatten die Kurzfristigkeit der Erhöhung zum März kritisiert. „In einem Umfeld stark steigender Abgaben würde dies vor allem Familien mit niedrigem Haushaltseinkommen äußerst unvorbereitet treffen“, heißt es in einer Mitteilung des Beirats. Eine solche zweimalige Anhebung schüre unnötige Ängste in der Elternschaft.
Auf Wunsch der Eltern wird es nun also nur einmal teuer, beide Erhöhungen werden dann zusammengefasst und ab September fällig. Für manche Familien seien die daraus resultierenden 14,8 Prozent sicherlich viel, kommentierte Nicole Essig, Elternbeiratsvorsitzende der Kita Brunnenstraße. „Wir waren in Weissach, verglichen mit einigen umliegenden Gemeinden, aber bisher recht günstig unterwegs.“ Freude herrscht unter den Eltern derweil auch darüber, dass der Elternwunsch gehört wurde – besonders, weil es in vergangenen Jahren teils wesentlich schärfere Töne zwischen Verwaltung und Elternvertretung gegeben hatte. Beide Seiten sprechen von einem konstruktiven Austausch. Mitgehen konnten bei diesem Kompromiss auch alle Fraktionen des Gemeinderats. Etwas gemurrt wurde derweil bei den Freien Wählern – „etwas traurig“ wäre man ob der verpassten Erhöhungen, es wäre fair, die Kostendeckung von 20 Prozent anzustreben, kommentierte Gemeinderat Ullrich Shih. Denn die Differenz müssten auch die kinderlosen Bürger mittragen.