Protest der Veranstalter
Bereits als vor zwei Monaten die Pläne bekannt wurden, war praktisch jeder, der in dieser Stadt für Kurzweil und Vergnügen sorgt, entsetzt. Der Verband der Messe- und Veranstaltungswirtschaft, darunter die Messe Stuttgart, die IG Live, der Zusammenschluss der Konzertveranstalter,das Club Kollektiv, die Interessenvertretung der Clubs und Veranstaltungsstätten, die Schauspielbühnen, Pro Stuttgart,die Jazz Open, das Trickfilmfestival, der CSD, das Forum der Kulturen und mit in.Stuttgart und den Märkten Stuttgart auch zwei städtische Töchter hatte gefordert, „das wichtigste Medium in der Außenwerbung“ zu erhalten.
Warum der neuerliche Ärger?
Dass man nun trotz aller Appelle nicht erhört wurde, und nun doch eine Reduzierung geplant ist, sei nicht akzeptabel, sagt Christian Doll von C2-Concerts, „sollten einige Standorte verkehrsungünstig liegen, so sind dafür Ersatzflächen zu schaffen“. Dass 500 der GWA als Sandwichrahmen neu gestaltet werden und damit Plakate zum Gehweg hin genutzt werden können, sei erfreulich Bärbel Mohrmann, Geschäftsführerin des Weindorf-Veranstalters Pro Stuttgart sagt: „Diese Werbeplattform ist enorm wichtig für kleinere Veranstalter, die sich die hohen Kosten digitaler Werbung gar nicht leisten können, die kleinen Theater, Kulturbetriebe oder Vereine. Daher ist es für mich unvorstellbar, die GWA abzuschaffen oder auch nur zu reduzieren.“ Andreas Kroll, Geschäftsführer der Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart, sagt: „Die Veranstalter sind angewiesen auf diese Form der Plakatwerbung um ihre Events und die Termine bekannt zu machen. Deshalb ist es unabdingbar notwendig, die GWA mindestens in ihrer bisherigen Anzahl zu erhalten.“
Was steht im Antrag dreier Fraktionen?
Es gibt einen gemeinsamen Antrag der Gemeinderats-Fraktionen der CDU, der FDP und der Freien Wähler, dass „die Anzahl“ der GWA erhalten werden soll. Für jeden Standort, der künftig aus zwingenden Gründen entfallen müsse, sei ein Ersatzstandort vorzusehen. Der SPD schwebt vor, die GWA in der Innenstadt zu erhalten, sie nur in den Außenbezirken zu reduzieren. Alle GWA sollen als Sandwichrahmen gestaltet werden.
Insgesamt gibt es 850 GWA in der Stadt. Je 81 bestücken in.Stuttgart, die Landesmesse, 81 das Sport/Kulturamt,81 die Stuttgarter Konzertveranstalter. 526 bewirtschaftet die Stadtkultur Stuttgart GmbH. Darauf finden sich Konzertankündigungen, Hinweise auf Theatervorstellungen, Messen, das Weindorf, also so gut wie alles, was in der Stadt stattfindet. Das erklärt auch die breite Front, die sich gegen die Abschaffung dieser Plakatflächen gebildet hat. An den 850 Standorten werden jedes Jahr über 750 000 A1-Plakate ausgehängt, die Auslastung betrage damit 80 Prozent. Die Kosten betragen 3,90 Euro am Tag. Für ein City-Light-Poster, dass sind jene Plakate etwa an Haltstellen, verlangt zum Beispiel die Firma Wall Decaux laut Preisliste von 21,80 Euro an aufwärts. Die Stadt bekommt für die GWA 315 000 Euro Pacht im Jahr.
Neukonzeption von Juli an
Im Juli 2021 sollen die meisten Werbeflächen für die nächsten zehn Jahre vergeben werden. Deshalb soll nun die neue Konzeption erfolgen und umgesetzt werden, mit dem Ziel Werbeflächen zu reduzieren und zu digitalisieren.