Weiterbildung im Beruf Der Chef liebt passende Studieninhalte

Von Claudia Treml - Lesedauer: 4 Minuten 

Um in der Berufswelt weiterhin gefragt zu bleiben, fordert der Arbeitsmarkt auch von Akademikern Lebenslanges Lernen. Doch welche Gründe leuchten dem Chef für den eigenen Wunsch nach beruflicher Weiterbildung ein und welches Masterangebot ist das richtige?

Womit den Chef überzeugen?  Foto: elnariz/Fotolia
Womit den Chef überzeugen? Foto: elnariz/Fotolia

Sebastian Barth, Master in Business Management, überzeugte seinen Chef mit einem Studienangebot, das perfekt zu seinen aktuellen Aufgaben passte und ihn auch für die künftige Führungsposition vorbereiten würde. Bei der 30-jährigen Masterabsolventin Veronika Kulalaeva war es ähnlich, sie hatte ihrem Vorgesetzten umfassende Informationen zu mehreren Weiterbildungsanbietern vorgelegt. „Wenig Sinn für meinen Chef machten Studieninhalte, die nichts mit meiner Arbeit zu tun hatten. Bei einem Anbieter aber war die Modulauswahl so groß, dass wir die Lehrinhalte genau auf mein Aufgabengebiet abstimmen konnten.“

Beide Studierwillige hatten die richtigen Schritte unternommen: Sie sind zur Abstimmung eines berufsbegleitenden Studiums auf ihren Chef zugegangen und sie hatten sich gut auf das Gespräch vorbereitet. Für den Erfolg eines solchen Vorhabens spielt die Unterstützung der direkten Führungskraft eine große Rolle, denn neben den inhaltlichen Abstimmungen sollten auch die Arbeitszeiten und die finanzielle Unterstützung durch den Betrieb abgeklärt werden.

Betriebliche Konditionen und persönliches Renommee

Um Klarheit zu den Weiterbildungskonditionen des Unternehmens zu erhalten, bietet sich ein Gespräch mit dem Personal- oder Betriebsrat an oder ein Blick in den Tarifvertrag oder die Betriebsvereinbarungen. Doch auch die persönliche Situation und Perspektiven im Unternehmen sollte ein Arbeitnehmer kennen. Für solche innovative Themen gibt es nicht immer betriebliche Standards, sodass der Mitarbeiter je nach persönlichem Renommee im Betrieb mit erheblichem Spielraum rechnen kann.

Den Chef verstehen

Organisationen haben die Bedeutung des Lebenslangen Lernens längst erkannt. Nicht wenige gestatten daher ihren Beschäftigten den Besuch von Fortbildungen und übernehmen die Kosten. Strebt ein Mitarbeiter aber ein berufsbegleitendes Masterstudium an, runzelt so mancher Chef die Stirn. Die Gefahr, dass im tobenden War for Talents seine dann sehr gut ausgebildete Fachkraft abgeworben wird, ist gegeben und die verminderte Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters durch die zusätzliche Belastung während des Studiums löst beim Vorgesetzen auch keine Begeisterungstürme aus.

Der Studieninteressierte sollte sich deshalb im Vorfeld gut überlegen, welche Gründe der Chef für eine zögernde oder gar ablehnende Haltung anführen kann und wie er diesen mit guten Argumenten und Lösungen begegnen könnte.

Sich klar zum Unternehmen bekennen

Mit einem klaren und echten Bekenntnis zum Unternehmen erleichtert der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber die Zusage zum Masterstudium, und je konkreter der Mitarbeiter seine Karrierepläne im Unternehmen formuliert, desto glaubhafter ist sein Auftritt. Einerseits geht es hier um Vertrauen, eine vertragliche Regelung, wie es in solchen Fällen üblich ist, kann aber für beide Parteien die notwendige Sicherheit schaffen.

Benefits für das Unternehmen finden

Welche Veränderungen im Betrieb gibt es, die eine Weiterbildung notwendig machen, welche Probleme oder Fragen werden dadurch entschärft oder gelöst, welche Lücken geschlossen? Welche Technologien oder Prozesse werden relevant? Welcher Wettbewerbsvorteil entsteht? Welche Kunden, welche Projekte profitieren? Der Bildungswillige sollte hier Antworten finden und diese seinem Chef anschaulich als echten Nutzen präsentieren, und im Idealfall stimmig seine eigenen persönlichen Stärken und Ziele einbinden.

Engagement zeigen

Stimmt der Arbeitgeber einer Weiterbildung zu und kommt dem Beschäftigten entgegen, indem er die Arbeitsstunden des Mitarbeiters reduziert und einen Teil oder sogar die Vollkosten des Studiums übernimmt, will er möglichst früh von den zusätzlichen Kompetenzen profitieren.

Bei einem berufsintegrierenden Masterstudium wendet der Studierende schon während des Studiums das neu erlernte Wissen im Betrieb an und behandelt beispielweise betriebliche Fragestellungen in seinen Praxisarbeiten. Er zeichnet sich zudem als engagierter, eigeninitiativer und ehrgeiziger Mitarbeiter aus: Neben den finanziellen Kosten, die ihm durch sein Studium entstehen, investiert er selbst einen erheblichen Teil seiner Freizeit.

Fakten schaffen

Anbieter, Studieninhalte, Kosten, Zeitaufwand – eine übersichtliche und detaillierte Aufbereitung aller relevanten Informationen zum berufsintegrierenden Masterstudium schafft nicht nur eine klare Entscheidungsgrundlage, sondern zeigt auch Zielstrebigkeit von Seiten des Studienwilligen und demonstriert der Führungskraft einmal mehr die Kompetenzen seines Mitarbeiters, den es zu fördern lohnt.

Aushängeschild für den Betrieb

Mit dem Angebot, seinen Beschäftigten eine berufliche und persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen, präsentiert sich das Unternehmen nach innen wie nach außen als attraktiver Arbeitgeber. Hoch qualifizierte Mitarbeiter sind ein Aushängeschild für den Betrieb und können für weitere Personalarbeit auch als Testimonial genutzt werden, indem sie beispielsweise im Web oder in den sozialen Netzwerken von ihrem Studium berichten.

Sollte für beide passen: der Studienverlauf

Je besser das berufsintegrierende Masterstudium zum Unternehmensbedarf passt, desto höher ist die Chance auf ein „Ja“ durch den Chef. Aber die Studieninhalte sollten auch mit der Karriereplanung des Mitarbeiters stimmig sein, die in seltenen Fällen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer abgesprochen ist. So bietet sich das Gespräch zum geplanten Studium auch dazu an, aktiv den gemeinsamen Personalplan zu entwickeln. Für ihre Weiterbildung haben die beiden Masterabsolventen Veronika Kulalaeva und Sebastian Barth in ihrem Unternehmen mit dem passgenauen Studienangebot ihres Weiterbildungsanbieters punkten können.