Weiteres Leben im Weltall? Sieben erdähnliche Planeten beim Zwergstern Trappist-1 entdeckt

Das Trappist-1 System mit seinen sieben Planeten, rund 40 Lichtjahre von der Erde entfernt. Gibt es dort Wasser, könnte es auch Leben geben. Foto: AFP 21 Bilder
Das Trappist-1 System mit seinen sieben Planeten, rund 40 Lichtjahre von der Erde entfernt. Gibt es dort Wasser, könnte es auch Leben geben. Foto: AFP

Ein internationales Forscherteam hat in etwa 40 Lichtjahren Entfernung von der Erde sieben erdähnliche Planeten entdeckt - und ist nun davon überzeugt, die bislang vielversprechendste Fährte zu außerirdischen Leben verfolgen zu können.

Leben: Markus Brauer (mb)

Paris/Stuttgart - 2MASS J23062928-0502285: So lautet der astronomische Name, den die US-Raumfahrtbehörde NASA und ihr europäisches Pendant ESA dem Planetensystem gegeben haben. Die Rede ist von Trappist-1. Die Entdeckung sei „ohne Zweifel eine der größten“ im Bereich der Planetenkunde, sagt Didier Queloz von der Universität Genf.

Trappist-1: Ein neuer Stern am Himmel

Der massearme rote Zwergstern ist nicht, wie zu vermuten wäre, nach dem besonders strengen katholischen Orden der Trappisten (OSCO – „Ordo Cisterciensis Strictioris Observantiae“, Zisterzienser der strengeren Observanz) benannt worden. Namensgeber ist das „Transiting Planets and Planetesimals Small Telescope“ am La-Silla-Observatorium in Chile, an dem Trappist-1 entdeckt wurde.

Wasser – die Voraussetzung für Leben

Die Wissenschaftler haben rund um Trappist-1 in 39,13 Lichtjahren Entfernung von der Erde sieben erdähnliche Planeten entdeckt. Auf drei dieser Himmelskörper könnte es Wasser geben und damit die Voraussetzung für Leben, schreiben die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazin „Nature“.

„Wir haben einen entscheidenden Schritt auf der Suche nach Leben dort draußen gemacht“, erklärt Amaury Triaud von der University of Cambridge. Die Astronomen hätten in Zukunft „die richtige Zielscheibe“ für die Suche nach Leben auf Exoplaneten.

Unvorstellbare 370 Billionen Kilometer entfernt

Die Entfernung von Trappist-1 zur Erde beträgt 39,13 Lichtjahre – umgerechnet 370 Billionen Kilometer. Die Strecke zwischen Erde und Mond misst 384 400 Kilometer. Für diese Distanz braucht das Licht bei einer Geschwindigkeit von 299 792,458 Kilometern pro Sekunde läppische 1,3 Lichtsekunden. Die Chancen, dass ein Mensch irgendwann einmal seinen Fuß auf einen der sieben Trappist-1-Planeten setzt, ist relativ gering.

Projekt „Exoplanet Exploration“

Der Zwergstern und drei seiner Planeten wurden bereits Ende 2015 entdeckt. Sie wurden mit dem Teleskop Trappist des Europäischen Observatoriums ESO in dem südamerikanischen Staat ausfindig gemacht. Laut „Nature“ sind alle sieben Planeten von ihrer Größe und Masse her mit der Erde vergleichbar.

An dem Projekt „Exoplanet Exploration“ sind neben der NASA (National Aeronautics and Space Administration), die ESA (European Space Agency und das ESO (European Southern Observatory) beteiligt.

2015 fanden Astronomen unter Führung von Michaël Gillon vom „Institut d’Astrophysique et Géophysique“ an der belgischen Universität von Lüttich heraus, dass dieser dunkle und kühle Stern in regelmäßigen Abständen leicht an Helligkeit abnimmt. Das deute darauf hin, dass gleich mehrere Himmelsobjekte zwischen dem Stern und der Erde vorbeiziehen, so die Sternengucker.




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