Weiterführende Schulen in Stuttgart Eltern richten sich meist nach Empfehlungen

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Wegen eines schülerschwachen Grundschuljahrgangs verzeichnen die weiterführenden Schulen teilweise deutlich weniger Anmeldungen für die fünfte Klasse als im Vorjahr. Es gibt aber auch Ausnahmen.

Grundschulempfehlungen sind nicht verbindlich. Dennoch hält sich ein Großteil der Eltern daran und schickt sein Kind auf die entsprechende weiterführende Schule. Foto: Peter Steffen/dpa
Grundschulempfehlungen sind nicht verbindlich. Dennoch hält sich ein Großteil der Eltern daran und schickt sein Kind auf die entsprechende weiterführende Schule. Foto: Peter Steffen/dpa

Vaihingen/Möhringen - Lediglich 84 Anmeldungen sind bei der Robert-Koch-Realschule an den beiden Stichtagen Mitte März eingegangen. Über diese Zahl sei sie überrascht gewesen, berichtet die Schulleiterin Nadia Bescherer-Zeidan. „Im Vorjahr haben wir die Vierzügigkeit gesprengt und mussten sogar Schüler abweisen“, sagt sie. Für das Schuljahr 2019/20 werden ebenfalls vier fünfte Klassen gebildet. Mit den Anmeldezahlen sei sie zufrieden, sagt die Vaihinger Rektorin. Zu den jetzt angemeldeten Schülern würden noch weitere kommen, sagt Bescherer-Zeidan. Es gebe Eltern, die die Anmeldetermine versäumten oder an diesen Tagen keine Zeit hätten. Bisher habe sie sieben solcher „Nachzügler“ aufgenommen. Dazu kämen Schulwechsler, die während des Halbjahrs von einer anderen Schulart zur Robert-Koch-Realschule wechselten. „Ich gehe davon aus, dass wir alle Interessierten aufnehmen können“, sagt Bescherer-Zeidan.

Eltern richten sich nach der empfohlenen Schulart

Ein Grund für die niedrigere Zahl an Interessierten, vermutet die Schulleiterin, sei ein schülerschwacher Jahrgang an den Grundschulen. „Vaihingen hat, wie es scheint, dieses Jahr weniger Viertklässler“, so Bescherer-Zeidan. Diese Vermutung hat auch Frank Bäuerle, der Rektor des benachbarten Hegel-Gymnasiums. Wie an der Robert-Koch-Realschule kommen viele seiner künftigen Fünftklässler von der Pestalozzischule auf der anderen Straßenseite der Krehlstraße. „Die vierten Klassen dort sind in diesem Jahr kleiner als im Vorjahr“, sagt Bäuerle. 86 Schüler seien für das Schuljahr 2019/20 am Hegel angemeldet. „Das ist ein bisschen weniger als im letzten Jahr, aber damit sind wir zufrieden“, sagt der Rektor. „Es freut uns, dass nach wie vor so viele Schüler zu uns kommen wollen.“

Zudem habe er den Eindruck, dass die Zahl der Kinder, für die das Gymnasium wirklich die geeignete Schulart sei, hoch sei. Es sei gut, dass sich so viele Eltern nach den Empfehlungen richten, sagt Bäuerle, auch, wenn diese nicht verbindlich sind. „Es scheint, dass unsere Bemühungen fruchten, die Eltern umfassend über die Möglichkeiten für ihre Kinder zu informieren.“ Nadia Bescherer-Zeidan sagt, 80 Prozent ihrer Schüler habe auch eine Empfehlung für die Realschule. „Das Verhältnis zwischen der Empfehlung und der gewählten Schulart ist stabil geblieben“, so die Rektorin.

Inklusiv beschulte Kinder verstärken die Klassen

Die Pestalozzischule verzeichnet für die fünfte Klasse an der Werkrealschule 19 Anmeldungen, zwei weniger als im Vorjahr. „Damit können wir wieder eine Klasse bilden“, sagt Schulleiterin Silke Plaas. Zu den Schülern werden noch Kinder kommen, die an der Pestalozzischule inklusiv beschult werden. Wie viele genau, weiß Plaas noch nicht. „Im letzten Jahr hatten wir insgesamt 25 Kinder in der fünften Klasse, das ist eine Zahl, mit der der Unterricht noch angenehm ist“, sagt die Schulleiterin. Sie bezeichnet die Situation in diesem Jahr als entspannt.

Der Rektor der einzigen Gemeinschaftsschule in Vaihingen und Möhringen, der Anne-Frank-Schule, teilt mit, dass 34 Schüler angemeldet seien. Das seien weniger Kindern als 2018, „aber dabei wird es nicht bleiben“, sagt Gerhard Menrad. Auch an der Möhringer Schule kämen noch Schüler dazu, die inklusiv beschult werden. An der Anne-Frank-Schule werden damit zwei fünfte Klassen gebildet. „Wir hätten uns gewünscht, dass mehr Schüler angemeldet werden“, sagt Menrad.

Zwei Gymnasien haben mehr Zulauf

Gestiegen ist hingegen die Zahl der am Möhringer Königin-Charlotte-Gymnasium angemeldeten Schüler. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Schulleiterin Andrea Funke-Fuchs. Die genauen Zahlen liegen ihr noch nicht vor, „aber es sieht so aus, als müssten wir niemandem absagen“. Wie viele fünfte Klassen am KCG gebildet werden, wird erst noch bekannt gegeben.

Auch am Vaihinger Fanny-Leicht-Gymnasium haben sich mehr Schüler angemeldet als im Vorjahr. Und mehr, als Guntram Haag aufnehmen kann. „Wir mussten leider etwa ein Dutzend Schüler abweisen“, sagt der Rektor. Den Vorzug erhielten Schüler, die Geschwisterkinder am Fanny haben, außerdem zähle der Wohnort. „Diese Entscheidung ist immer schwierig“, sagt Haag, „aber glücklicherweise hatten wir viele Kinder, deren Zweitwunsch das Hegel oder das KCG in Möhringen waren. Und diese Wünsche konnten erfüllt werden“. Mit den Anmeldezahlen sei er einerseits zufrieden, weil sie zeigten, dass viele Kinder Interesse an seinem Gymnasium hätten. „Andererseits könnte ich auf die Abweisung und Verschiebung an andere Schulen gut verzichten“, sagt Haag.

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