Frieden ist eine Kunst – in großen Lettern prangt dieser Satz auf insgesamt 19 Blättern. Jeder der Buchstaben ist anders: Einer ist in den ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb gehalten, andere mit Regenbogenfarben unterlegt, ein i-Tüpfelchen ist in der Form eines Peace-Zeichens gehalten. Hinter dieser Botschaft stehen – im wahrsten Sinne des Wortes – 19 Schüler. Sie gehören zu insgesamt 60 Schulkameraden von den Kolping-Schulen in Fellbach, die am Donnerstag auf dem Schulgelände ein Zeichen für den Frieden gesetzt haben.
Die Kolping-Schulen Fellbach vereinen mehrere verschiedene Bildungsangebote unter einem Dach. Es gibt dort eine Realschule, ein Gymnasium, ein Berufskolleg für Fremdsprachen und verschiedene berufliche Gymnasien. Dass sich die Schule in Sachen Frieden engagiert, sei nicht das erste Mal, erklärt der Schulsozialarbeiter und Sportlehrer Saban Erdogmus: „Wir machen es schon seit ungefähr drei Jahren, dass wir uns in der Woche des Weltfriedenstags Aktionen einfallen lassen.“ Unter dem Motto „Frieden ist eine Kunst“ finden in Zusammenarbeit der Fachschaft Kunst und der Schulsozialarbeit verschiedene Aktionen statt. Die Schüler entwickeln dann im Kunstunterricht ihre Ideen. „Im letzten Jahr haben wir zum Beispiel einen Film mit der Drohne gemacht“, erzählt der 36-Jährige.
Auch nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs machten die Kolping-Schulen von sich reden, weil Schüler sich auf dem Pausenhof zu einem großen Peace-Zeichen aufgestellt hatten. Damit reihte sich die Schule damals in eine Serie verschiedener Bildungsstätten im Rems-Murr-Kreis ein, die gegen den Krieg Zeichen setzten. „Der Ukraine-Krieg ist natürlich jetzt sehr aktuell, aber die Aktion bezieht sich auch auf das friedliche Miteinander unter den Schülern“, sagte Saban Erdogmus am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung.
Symbole für den Frieden
An den symbolischen Friedensaktionen beteiligt haben sich in diesem Jahr vor allem Schülerinnen und Schüler der 5. bis 7. Klasse – sie setzten auf dem Schulgelände kleine und große Friedenszeichen. Manche stellten sich zu einem Peace-Symbol zusammen, andere bildeten gemeinsam ein großes Herz und formten die Hände vor dem Gesicht zu einem ebensolchen. Andere bastelten aus unzähligen bunten Papierhänden ein großes Peace-Zeichen, bemalten es mit zusätzlichen Symbolen und hängten das Kunstwerk stolz aus einem Schulfenster. Man darf gespannt sein auf das nächste Jahr – vermutlich werden sich die Schülerinnen und Schüler der Kolping-Schulen auch dann wieder einiges einfallen lassen.
Frieden auf der Welt
Weltfriedenstag
Im Jahr 1981 haben die Vereinten Nationen den UN-Weltfriedenstag ins Leben gerufen. Er soll jedes Jahr am 21. September „genützt werden, um die Idee des Friedens sowohl innerhalb der Länder und Völker als auch zwischen ihnen zu beobachten und zu stärken“. In Deutschland gibt es zudem auch den Antikriegstag am 1. September.
Krieg und Gewalt
Der Traum von Frieden überall auf der Welt ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Doch der Weg ist lang. So beherrscht der Krieg in der Ukraine zwar die Schlagzeilen – insgesamt gab es laut dem Heidelberger Institut für Konfliktforschung im Jahr 2021 auf der ganzen Welt mehr als 200 Kriege und gewaltsame Krisen.