Weltfußballer des Jahres Ronaldo schnappt Ribéry Ballon d’Or weg

Der Gewinner des Abends: Cristiano Ronaldo Foto: AFP
Der Gewinner des Abends: Cristiano Ronaldo Foto: AFP

So viele deutsche Preisträger gab es noch nie bei der FIFA-Gala. Nur der Weltfußballer kommt nicht wie erhofft aus der Bundesliga. Franck Ribéry musste Cristiano Ronaldo den Vortritt lassen.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Zürich - So gerne wäre Franck Ribéry mit dem Goldenen Ball wie ein Frechdachs über die Gala-Bühne geflitzt - das Objekt der Begierde hielt aber Cristiano Ronaldo als glücklicher Sieger fest in seinen Händen. Bayern Münchens Musterprofi Ribéry ist bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres 2013 trotz fünf Titeln mit dem FC Bayern leer ausgegangen. Der Franzose konnte am Montagabend bei der glamourösen FIFA-Fete im Kongresshaus von Zürich wie Vierfachsieger Lionel Messi nur Ronaldo gratulieren. Der gerade von Bayern-Machern wie Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer erwartete und eingeforderte erste Titel des Weltfußballers für einen Bundesliga-Profi blieb aus. Am Ende wurde der Franzose mit 1127 Punkten nur Dritter hinter Ronaldo (1365) und Messi (1205).

Grund zur Freude gab es für den deutschen Fußball aber mehr als je zuvor bei der traditionellen Jahresfeier des Weltverbandes. Jupp Heynckes ist Welttrainer 2013, Silvia Neid gewann den Titel als beste Trainerin und Torfrau Nadine Angerer wurde zur weltweit besten Spielerin des Vorjahres gekürt. Dass neben Ribéry in Manuel Neuer und Philipp Lahm auch zwei deutsche Nationalspieler erstmals den Sprung in die Weltauswahl schafften, rundete das positive Bild ab. Zudem ist die Finalnominierung von Ribéry die beste Platzierung eines Bundesliga-Spielers seit Oliver Kahns zweitem Platz 2002.

„Ich bin stolz, dass ich hier bin. Das ist etwas, was mich freut, dass ich mit diesen großen Spielern hier sein darf“, sagte Ribéry höflich. Ob er sich tatsächlich getraut hätte, auch vor Galapublikum seinen berühmten Diebes-Sprint mit einer gewonnenen Trophäe einzulegen wie einst mit DFB-Pokal und Meisterschale, bleibt somit ungeklärt. Dass er gegen Ronaldo verlor, obwohl dieser im Vorjahr mit Real Madrid keinen einzigen Titel gewann, mutet ein wenig merkwürdig an. 69 Tore in einem Jahr für Real Madrid sind dennoch ein starkes Argument für den Portugiesen.

Kritik an den Kriterien der FIFA-Wahl bleibt

„Es ist schwierig zu beschreiben, was ich gerade fühle. Es ist großartig, diesen Ballon d’Or gewonnen zu haben. Es ist ein sehr emotionaler Moment für mich“, sagte Ronaldo, der mit seinem Sohn auf der Bühne stand und zu Tränen gerührt zunächst keine Worte fand.

Kritik an den Kriterien der FIFA-Wahl bleibt aber sicher nicht aus - dafür dürften auch die Bayern-Bosse sorgen. Zumal die Wahlfrist mitten im laufenden Wettbewerb verlängert worden war und Ronaldo die zweiwöchige „Nachspielzeit“ im November zu eindrucksvollen Toren für Portugal nutzte. FIFA-Mediendirektor Walter de Gregorio versicherte, dass durch das ungewöhnliche Prozedere nur die Wahlbeteiligung auf solide 88 Prozent getrieben wurde, Ronaldo auch schon vorher Sieger gewesen wäre.




Unsere Empfehlung für Sie