Weltladen in Weilimdorf Die Macher für einen Weltladen sind gefunden

Walter Häcker und Jutta Borchert hoffen auf kleinere Darlehen von Bürgern, die das Konzept der Weltläden für unterstützenswert halten. Foto: Leonie Schüler
Walter Häcker und Jutta Borchert hoffen auf kleinere Darlehen von Bürgern, die das Konzept der Weltläden für unterstützenswert halten. Foto: Leonie Schüler

Die Genossenschaft „Arbeit zuerst“ sucht noch nach Ladenfläche und ehrenamtlichen Helfern. Zudem hoffen sie auf kleinere Darlehnen von Bürgern, die das Konzept der Weltläden für unterstützenswert halten.

Filder-Zeitung: Leonie Schüler (lem)
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Weilimdorf - Bananen, Schokolade, Kaffee sowie Kleidung, Kunsthandwerk oder Schmuck gehören zu den klassischen fair gehandelten Produkten. Auch in Weilimdorf könnte ein solches Sortiment bald in einem kleinen Weltladen angeboten werden. Walter Häcker und Jutta Borchert von der Genossenschaft „Arbeit zuerst“ haben davon gehört, dass in Weilimdorf ein Rechtsträger gesucht wird, der ein solches Projekt anleiten würde. „Da haben wir uns gleich angesprochen gefühlt“, sagt Häcker.

Neu ist der Verkauf von Fair-Trade-Produkten in Weilimdorf nicht: Unter anderem werden an einem Stand auf dem Wochenmarkt und in regulären Supermärkten jene speziellen Waren verkauft. Außerdem wurden bis Ende des vergangenen Jahres im Oswald-Gemeindehaus an der Ludmannstraße an mehreren Stunden in der Woche fair gehandelte Produkte angeboten. Allerdings stellten die damalige Koordinatorin Brigitte Häcker – die nur zufällig denselben Namen trägt wie Walter Häcker – und ihre ehrenamtlichen Helfer im Dezember den Verkauf ein. Es fehlte an drei „L’s“: Zu wenig Laufkundschaft, Ladenfläche und Lagerraum waren mitunter die Gründe, warum sich der provisorische Weltladen nicht rechnete.

Eine geeignete Ladenfläche wird noch gesucht

Walter Häcker und Jutta Borchert sind sich sicher, dass es nur die falschen Voraussetzungen waren, die das Projekt scheitern ließen: „Wir sind überzeugt, dass die entsprechende Kundschaft in Weilimdorf da wäre und sich der Bezirk für einen Weltladen eignet“, sagt Walter Häcker. Entscheidend sei, dass das Geschäft im Zentrum des Bezirks unterkommen könnte, bestenfalls am Löwen-Markt oder in der unmittelbaren Umgebung. Aktuell läuft die Suche nach einer geeigneten Ladenfläche – über Tipps aus der Bevölkerung wären die Organisatoren dankbar. Benötigt wird eine Fläche zwischen 60 und 100 Quadratmetern.

„Außerdem suchen wir noch Leute, die gerne mithelfen würden“, sagt Walter Häcker. Gefragt seien nicht nur Freiwillige, die beim Verkauf mit anpacken würden, sondern auch jene mit Talent für die Schaufensterdekoration, die Buchhaltung oder die Bestellungen. „Wir können jede Art der Hilfe je nach eigenem Können gebrauchen.“ Die Arbeit wäre ehrenamtlich, lediglich die Leitung des Ladens durch Jutta Borchert soll hauptamtlich sein.

Warenverkauf und Bildungsangebot

Für die Startfinanzierung wird ein Teil von der Genossenschaft „Arbeit zuerst“ beigesteuert. „Wir sind aber auch angewiesen auf Leute, die uns ein Darlehen geben“, sagt Häcker, und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Statt sein Geld zinslos bei der Bank liegen zu haben, kann man es auch uns leihen.“ Die Summen müssten nicht riesig groß sein, aber „dreistellig wäre gut“. Insgesamt wird ein Startkapital von 25 000 Euro benötigt, um die Einrichtung und die ersten Produkte zu bezahlen.

Neben dem Warenverkauf soll in dem Weltladen auch eine Café-Ecke eingerichtet werden. Dort sollen hin und wieder Veranstaltungen zu entwicklungspolitischen Themen stattfinden, eventuell auch in Kooperation mit der Volkshochschule. „Weltläden verstehen sich auch als Bildungsangebot“, betont Borchert. Das Kerngeschäft seien aber natürlich die Waren, die – anders als noch beim Aufkommen der ersten Weltläden – von erstklassiger Qualität seien. Überwiegend kommen diese aus Lateinamerika, Afrika und Asien, „wir haben aber keine Berührungsängste mit Waren, die hier aus der Gegend kommen“, sagt Häcker. Zum Sortiment könnte zum Beispiel auch Apfelsaft mit Äpfeln von heimischen Streuobstwiesen gehören. Oder Käsestangen, die von Menschen mit Behinderung hergestellt wurden. Oder Schokolade, die zwar aus fair hergestelltem Kakao aus Afrika besteht, deren Milch aber zu fairen Bedingungen von lokalen Bauern bezogen wird.

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