Toni Kroos analysiert in seinem Podcast die aktuelle Form des DFB-Teams und kommt zu einem klaren Ergebnis. Mit einer Wissenslücke überrascht der Weltmeister von 2014.
Nach den jüngsten Auftritten des DFB-Teams äußert sich Ex-Nationalspieler Toni Kroos mit deutlichen Worten zur aktuellen Verfassung des deutschen Teams.
„Dass man aktuell meilenweit davon entfernt ist, über den Weltmeister-Titel zu sprechen, ist so“, sagt der Weltmeisters von 2014 in der aktuellen Folge des Podcasts „Einfach mal Luppen“, den er gemeinsam mit seinem Bruder Felix hostet.
„Wir dürfen nicht vergessen, dass wir aktuell nicht zu denen gehören, die die größten Ambitionen haben dürfen, weil andere einfach besser sind“, sagt er im Verlauf des Gesprächs.
Die DFB-Auswahl hatte zum Auftakt der WM-Qualifikationsrunde zunächst nach einer erschreckenden Leistung mit 0:2 gegen die Slowakei verloren und blieb auch beim anschließenden 3:1-Sieg gegen Nordirland in den ersten 60 Minuten weitgehend blass.
Toni Kroos gesteht Wissenslücke über DFB-Aufgebot
In ihrem Podcast finden die Kroos-Brüder zunächst wenig warme Worte für die aktuelle DFB-Auswahl. Felix Kroos: „Wenn ich so den Kader sehe, habe ich das Gefühl, es war noch nie so leicht, Nationalspieler zu werden. Gefühlt ist es ja so, dass aktuell drei, vier gute Wochen reichen, um direkt nominiert zu werden.“ Das sei „kein so gutes Zeichen“.
Richtung seines Bruder stellt er dann die Frage: „Wenn ich in den Kader reinsehe, bezweifle ich auch, dass du alle Spieler kanntest, die dabei waren. Gehe ich richtig in der Annahme?“
Damit erwischt er den Weltmeister von 2014 bei einer Wissenslücke. „Da hast du einen Punkt“, gibt er zu, und schiebt nach: „Kann man mir das vorwerfen?“
Bundestrainer Julian Nagelsmann könne derzeit nicht aus einem „Topf von 50 internationalen Top-Spielern“ auswählen, so die Einschätzung von Toni Kroos, der aber auch auf derzeit verletzte Spieler wie Kai Havertz oder Jamal Musiala verweist. Wenn „man aus den besten deutschen Spielern wählen kann“, habe das deutsche Team „absolut“ seine Stärken, und bis zur WM im nächsten Sommer sei noch Zeit.
Toni Kroos: Gegen Slowakei und Nordirland „sollte das reichen“
Dennoch ist der Weltmeister, der seine Karriere im Sommer 2024 beendete, der Meinung: „Egal welchen Kader du dahin stellst, mit den Spielen, die sie vor der Brust hatten, sollte das reichen.“
Bei der Slowakei und Nordirland seien es noch weniger Spieler gewesen, die er gekannt habe, nämlich: „Genau null.“ Auch mit einem „zusammengewürfelten Haufen“ müsse Deutschland in der Lage sein, gegen diese Gegner „viel, viel souveräner“ aufzutreten.
Immerhin: Toni Kroos erwartet nicht, dass sich das DFB-Team Sorgen machen muss um die Qualifikation für die WM in den USA, Kanada und Mexiko. „Das große Glück ist ja, das wir eine Gruppe bekommen haben, in der man gar nicht ausscheiden kann.“