Weltpremiere in Nürtingen Medius Klinik gelingt einzigartige OP – „Neue Dimension der Präzision“

, aktualisiert am 19.04.2026 - 13:50 Uhr
Chefarzt Thomas Kaminski und Oberarzt Qendrim Pllana bei der weltweit ersten Operation dieser Art. Foto: Medius Kliniken

Die Mediziner am Krankenhaus des Kreises Esslingen haben erstmals zwei hochmoderne Technologien miteinander kombiniert. Was die Methode für Patienten bedeutet.

Reporter: Elke Hauptmann (eh)

Die kreiseigenen Medius Klinik Nürtingen feiert eigenen Angaben zufolge eine gelungene Weltpremiere: Erstmals wurden zwei hochmoderne Technologien in einer einzigen Wirbelsäulenoperation miteinander kombiniert. Das Besondere daran: Eine individuell angepasste 3-D-Schraube wird dabei vollständig navigationsgestützt eingesetzt – präziser, schonender und für Patientinnen und Patienten sicherer als andere Verfahren.

 

Bereits vor einiger Zeit sorgte Thomas Kaminski, der Chefarzt der Klink für Wirbelsäulenchirurgie, mit seinem Team für Aufsehen mit einer speziell angefertigten Schraube für Brüche des Kreuzbeins. Dieses Implantat wird exakt auf die Anatomie des Patienten erstellt. Seine besondere, netzartige Struktur aus Titan ermöglicht es dem Knochen, in das Implantat einzuwachsen. So kann die Heilung deutlich schneller voranschreiten.

Die besondere Titanschraube lässt die Heilung schneller voranschreiten. Foto: Medius Kliniken

Medius Klinik mit 3-D-Navigation in der Wirbelsäulenchirurgie

Kurz darauf folgte die Einführung der 3-D-Navigation in der Wirbelsäulenchirurgie in der Medius Klinik. Sie funktioniert wie ein Navigationssystem im Auto – nur im menschlichen Körper. Während der Operation sehen die Ärzte in Echtzeit, wo sich ihre Instrumente befinden, und können millimetergenau arbeiten. Nun ist es gelungen, beide Technologien vollständig zu kombinieren, teilt die Klinik mit. „Jede für sich war bereits ein großer Fortschritt. In der Verbindung erreichen wir jetzt eine neue Dimension der Präzision“, erklärt Kaminski.

Gerade bei Brüchen des Kreuzbeins ist höchste Genauigkeit gefragt. Dieser Bereich liegt tief im Becken und ist von sensiblen Nerven umgeben. Gleichzeitig nehmen solche Verletzungen zu – etwa durch Osteoporose im Alter. Umso wichtiger ist eine Behandlung, die möglichst exakt und schonend erfolgt.

Medius Klinik: Keine Röntgenkontrolle mehr nötig

Ein entscheidender Vorteil für Patienten ist den Angaben zufolge, dass die neue Methode komplett ohne zusätzliche Röntgenkontrollen während der Operation auskommt. Bisher waren diese notwendig, um die Lage der Implantate zu überprüfen. Heute liefert die Navigation alle wichtigen Informationen in Echtzeit – präzise und ohne zusätzliche Strahlenbelastung, auch für das OP-Team.

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