Weltschlaftag Aufwachen!

Von Michael Setzer und Simon Rilling 

Ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch in der Horizontalen. Zum Weltschlaftag an diesem Freitag ein paar Fakten über Träume, Schlafstörungen und Bettgenossen.

Schlaftabletten unter sich Foto: Michael Luz
Schlaftabletten unter sich Foto: Michael Luz

Stuttgart - An diesem Freitag ist Weltschlaftag. Zehn Fakten über das Einschlafen, willkommene Bettgenossen und unbeliebte Mitschläfer.

Einschlafhilfe

23, 24, 25: Experten gehen davon aus, dass der Mensch in Schnitt zwischen zehn und 15 Minuten braucht, um einzuschlafen. Wer das beschleunigen will, sollte allerdings darauf verzichten, Schäfchen zu zählen. Denn das ist laut einer Studie der Universität Oxford derart monoton, dass sich der Schäfchenzähler schnell anderen Gedanken zuwendet – was ihn wiederum nicht einschlafen lässt. Besser ist es, man sucht sich ein schönes Bild aus der Erinnerung, das entspannte Gefühle fördert.

Soziale Kontakte

Wer soziale Kontakte pflegt, schläft besser. Zu dem Schluss kam die schwedische Wissenschaftlerin Maria Nordin. Wie sehr man die sozialen Kontakte pflegen sollte, ist aber vom Geschlecht abhängig. Frauen beispielsweise schlafen bei Gesellschaft im Bett wesentlich schlechter als Männer. Ebenso reagieren Frauen empfindlicher auf Außenreize wie Arbeitszeiten oder Termine.

Schlafstörung

Der Schlaf hilft komplexe Sachverhalte zu verarbeiten. Deshalb schlafen wir gerne „eine Nacht darüber“, bevor wir Probleme angehen. Doch Obacht: Laut einer Studie der DAK sind Schlafstörungen bei Berufstätigen zwischen 35 und 65 Jahren seit 2010 um 66 Prozent gestiegen. Ein Grund: Werden zu viele Dinge im Schlaf sortiert, führt das zu Unruhe. Davon sind laut „Die schlaflose Gesellschaft“ von Hans-Günter Weeß besonders oft Frauen betroffen.

Albträume

Der häufigste Albtraum ist einer Studie des Mannheimer Schlafforschers Michael Schredl zufolge ein Sturz aus großer Höhe – eine Erfahrung, die 39,5 Prozent der Menschen machen. Zwölf Prozent träumen vermeintlich in Schwarz-Weiß. Fünf Minuten nach dem Aufwachen haben die meisten 50 Prozent ihrer Träume vergessen, nach zehn Minuten sind es bereits 90 Prozent. Schade eigentlich, schließlich verbringen wir vier bis sechs Jahre unseres Lebens mit Träumen.

Schlafentzug

Das Kind hat Hunger, ist krank, will spielen. Egal, was die Gründe sind, am Ende ist es immer dasselbe: Die Eltern sind wach. Allein in den ersten zwei Lebensjahren des Kindes verlieren Eltern rund sechs Monate Schlaf. Das hat Folgen: Wer 17 Stunden wach ist, verhält sich so, als hätte er 0,5 Promille im Blut, nach 24 Stunden ohne Schlaf sind es 1,0 Promille. Denken Sie daran, wenn Sie nächstes Mal wieder einen jungen Vater über den Spielplatz schwanken sehen.

Bettgenossen

Ungefähr 1,5 Millionen Milben leben durchschnittlich in einem herkömmlichen Bett, inklusive Bettwäsche. Die Hoffnung, sie zu ertränken, weil Menschen pro Nacht bis zu einem Liter Wasser verlieren, bringt leider nichts. Denn Milben mögen es warm und feucht. Eine gute Nachricht: Die Annahme, Menschen würden pro Jahr im Schlaf acht Spinnen verschlucken, ist ein moderner Mythos.

Kreativschlaf

Der britische Musiker Richard D. James (Aphex Twin) fertigte einige seiner künstlerisch fordernden Lieder unter absichtlichem Schlafentzug an. Für Remixe von anderen Künstlern hörte er sich das Originalstück mit Vorliebe im Halbschlaf auf Endlosschleife an. Der Philosoph Immanuel Kant pflegte laut einem Chronisten eine besondere Schlaftechnik: Er umwickelte sich kunstvoll mit der Bettdecke, bis er fast wie in einem Kokon eingehüllt war.

Tierisch!

Löwen verpennen bis zu 18 Stunden ihres Tages. Das liegt auch daran, dass sie kaum natürliche Feinde fürchten müssen. Giraffen wiederum kommen nur auf zwei bis vier Stunden Schlaf. Die Redensart „schlafen wie ein Murmeltier“ rührt übrigens daher, dass die Kollegen im Hochgebirge bis zu neun Monate lang Winterschlaf halten. Fische wiederum schlafen nicht: Sie dösen und schwimmen teils sogar dabei. Fällt aber kaum auf, denn sie haben keine Augenlider.

Lautstärke

Schnarchen ist in der Regel völlig harmlos – zumindest für den Schnarcher selber. Den Rekord als lautester Schläfer hält der Schwede Kare Walkert, der auf satte 93 Dezibel kommt, was dem Lärmpegel einer stark befahrenen Autobahn oder dem einer Holzfräsmaschine entspricht. Gerüchten zufolge ist seine Frau inzwischen auf einem Ohr taub. Dass Schnarcher nicht träumen, ist jedoch Unsinn.

Bewegung

Eine wirklich ruhige Nacht ist keinem vergönnt: Je nach Alter sind wir zwischen 15 und 25 mal pro Stunde für ein paar Sekunden wach, bis zu 23 Mal pro Nacht sind wir sogar länger als eine Minute wach. Das klingt nach einem ernsthaften Problem, ist es aber nicht, da der Schlafende das meist gar nicht bemerkt.