Wendlingen/Nürtingen Für die Erhaltung der Artenvielfalt

Wiesen sind der Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Foto: dpa
Wiesen sind der Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Foto: dpa

Die beiden Städte sind für die Teilnahme an Naturschutzprojekten ausgewählt worden. Es geht darum, Inseln für die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu schaffen.

Esslingen: Wolfgang Berger (ber)
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Wendlingen/Nürtingen - Wendlingen kommt als eine von zehn Kommunen beim Förderprojekt „Natur nah dran“ zum Zug. „Blühende Wildblumen mitten in der Stadt anstelle von Wechselflor und eintönigen Rasenflächen sowie bunte Wiesen auf Verkehrsflächen – die Stadt Wendlingen hat ein tolles Konzept und auch schon konkrete Vorschläge zur Umgestaltung eingereicht.“ So begründet Carolin de Mattia, Projektmanagerin von „Natur nah dran“ beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu) den Zuschlag für Wendlingen.

Die biologische Vielfalt im Siedlungsraum vergrößern

Knapp 60 Bewerbungen waren bei dem vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) geförderten Nabu-Projekt eingegangen. Zu den von einer Jury ausgewählten Kommunen zählen im Regierungsbezirk Stuttgart neben Wendlingen auch Ludwigsburg und die Gemeinde Abtsgmünd (Ostalbkreis).

Mit „Natur nah dran“ wollen Nabu und MLR Städte und Gemeinden ermuntern, zumindest einen Teil ihrer Grünflächen im Sinne der biologischen Vielfalt im Siedlungsraum umzugestalten. Bis zum Jahr 2020 werden jährlich zehn Kommunen unterstützt – mit je 15 000 Euro, Schulungen, einer ökologischen Begleitung der Umgestaltung sowie mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit. Das Projekt ist Teil einer vor drei Jahren vom Land verabschiedeten Naturschutzstrategie. Bei „Natur nah dran“ mitmachen können kleine und große Kommunen. Wer jetzt nicht zum Zuge gekommen ist, kann sich im Herbst für die nächste Runde bewerben.

Artenreiche Biotop-Inseln entstehen

Der Verbesserung der Biodiversität dient auch das Modellprojekt „Biotopverbund Offenland“, für das der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) neben Stockach (Kreis Konstanz) auch Nürtingen ausgewählt hat. Anhand dieser beiden Modellkommunen will der Bund aufzeigen, wie dauerhafte Verbindungen zwischen artenreichen Biotop-Inseln im Offenland geschaffen werden können. Hierzu zählt unter anderem die Anlage von Blühflächen und Staudensäumen. Die Wahl auf Nürtingen fiel auch deshalb, weil die Stadt bereits über einen so genannten kommunalen Biodiversitäts-Check als eine wichtige fachliche Grundlage für die Umsetzung der Biotopverbundplanung auf lokaler Ebene verfügt. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre festgelegt und wird vom Land mitfinanziert.

Die Stadt soll nun einen Kooperationsvertrag mit dem Bund schließen. Grundsätzlich stimmt der Gemeinderat dem Vorhaben zu. Finanziell will sich die Stadt aber nur dann beteiligen, wenn Maßnahmen auf das städtische Ökokonto gebucht werden können.




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