Wendlinger Otto-Quartier Wie geht es mit dem Areal weiter?

Laut Hauptinvestor CG Elementum laufen seit Sommer im Altbestand des Wendlinger Otto-Quartiers die Entkernungsarbeiten. Foto: /Kerstin Dannath

Das Wendlinger Holzparkhaus soll im Frühjahr in den Betrieb gehen. Jetzt ist der Hauptinvestor am Zug, das Areal vollends auf den Weg zu bringen.

Die Stadt Wendlingen hat ihre Hausaufgaben gemacht – das Holzparkhaus am Eingang zum neuen Otto-Quartier liegt in den letzten Zügen. Die Holzkonstruktion ist beinahe abgeschlossen. Bis Ende April sollen die Arbeiten beendet sein. Diese Woche wurde Richtfest am beeindruckenden fünfstöckigen Bauwerk, das aktuell als größtes Holzparkhaus seiner Art in ganz Deutschland gilt, gefeiert. Über zehn Millionen Euro hat die Stadt als Bauherr dafür in die Hand genommen – die Kostensteigerung von etwa zwölf Prozent liege laut Baupreisindex des Statistischen Bundesamtes im Rahmen, so Wendlingens Bürgermeister Steffen Weigel.

 

Fragezeichen stehen allerdings hinter der Weiterentwicklung des Otto-Quartiers. Hauptinvestor und Projektentwickler CG Elementum, der 2019 80 Prozent des rund zehn Hektar großen Otto-Quartiers von der HOS-Gruppe gekauft hatte, hängt mit der Erschließungsplanung hinterher. Als im Februar 2022 der städtebauliche Rahmenvertrag zwischen Stadt, HOS, die immer noch 20 Prozent des Areals hält, und der CG Elementum beurkundet wurde, hatte ein CG-Sprecher einen Baustart für Frühjahr 2023 angekündigt. Im Vertrag sind die für die Entwicklung des Areals eingegangenen Pflichten genau geregelt, etwa bis wann die Erschließungsstraßen fertiggestellt werden müssen. Gehapert hatte es bereits beim ersten Abschnitt der Erschließungsstraße beim Parkhaus, der bis Jahresanfang 2023 mit Ausnahme des Deckbelags hätte fertig sein sollen. Mittlerweile ist Wendlingens Bürgermeister Steffen Weigel aber guter Dinge, dass zumindest dieser Teil bis spätestens Frühjahr 2024 fertig ist. Was auch nötig ist – schließlich will die Stadt ihr neues Parkhaus spätestens Anfang März 2024 in Betrieb nehmen. Auch die übrige Erschließung des Areals laufe mittlerweile, kündigt der Verwaltungschef an: „Die Planung ist schon relativ weit.“ Aber eben noch nicht fertig – und erst dann können die ersten Bauanträge eingereicht werden.

Weiterer Projektpartner an Bord

Mittlerweile ist mit der Isaria GmbH zudem ein weiterer Projektpartner an Bord. Der Münchner Immobilienentwickler hat von der CG die beiden größten Baufelder, die laut Rahmenvertrag unter anderem für den Wohnungsbau vorgesehen sind, gekauft. Bevor die Isaria loslegen kann, muss zunächst von der CG in unmittelbarer Nachbarschaft vom Holzparkhaus ein Hotel und ein Bürokomplex gebaut werden. Dieser „Gebäuderiegel“ ist laut Rahmenvertrag ein wichtiger Teil des Lärmschutzkonzepts für das gesamte Otto-Quartier. Die Isaria wird dort auch eine Kindertagesstätte errichten, und die Stadt benötigt dringend Betreuungsplätze. Da sich das nun alles weiter verzögert, hat der Gemeinderat jüngst beschlossen, den Naturkindergarten um eine weitere Gruppe aufzustocken; dafür soll ein weiterer Bauwagen für rund 90 000 Euro gekauft und parallel nach weiteren Möglichkeiten in den bestehenden Einrichtungen gesucht werden.

Vermarktungsgespräche angelaufen

Vonseiten der CG ist beim Otto-Quartier noch alles in Butter. Auf Nachfrage hinsichtlich der Realisierung des Gesamtprojekts ließ Unternehmenssprecherin Eva Mommsen verlauten: „Die zeitlichen Planungen für das Otto-Quartier bleiben unverändert und folgen dem städtebaulichen Vertrag.“ Über den Sommer habe man in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege Entkernungs- und Räumungsarbeiten im teils denkmalgeschützten Altbestand durchgeführt. „Hierbei werden diverse Ausbauvarianten mit Mietinteressenten auf die Möglichkeiten der Realisierung hin besprochen“, so Mommsen weiter. Die Vermarktungsgespräche seien planmäßig angelaufen. Hierbei sei die Immobilienmesse Expo Real in München Anfang Oktober sehr erfolgreich gewesen. Zu Interessenten und den laufenden Verkaufsgesprächen könne man sich derzeit aber noch nicht äußern.

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