„Falstaff“- Nominierung für Wengerter aus Esslingen Auf Weinmission bis nach Südafrika

Von Gunther Nething 

Maximilian Kusterer ist vom Gourmet- und Weinmagazin „Falstaff“ als Anwärter auf den Titel „Newcomer des Jahres“ nominiert worden. Wir stellen den Esslinger Wengerter vor.

Eine runde Sache: Maximilian Kusterer ist auf dem besten Weg, ein erfolgreicher Wengerter zu werden. Foto: Ines Rudel
Eine runde Sache: Maximilian Kusterer ist auf dem besten Weg, ein erfolgreicher Wengerter zu werden. Foto: Ines Rudel

Esslingen - Wenn jemand aus Esslingen kommt, Kusterer heißt und aus der gleichnamigen Wengerterfamilie stammt, so dürfte der Betreffende unter Weinkennern schon mal einen dicken Stein im Brett haben. Freilich müssen zum Glücksumstand der Herkunft noch die önologische Handwerkskunst und die Sortengüte kommen, um im Reigen der Weinkenner zu bestehen. Maximilian (28), Sohn von Monika und Hans Kusterer, ist auf dem besten Weg dazu: Von der deutschen Ausgabe des österreichischen Gourmetmagazins „Falstaff“ ist er als einer von drei Jungwinzern für den Titel „Newcomer des Jahres 2020“ nominiert worden. Mit in der engeren Wahl sind außerdem das als Einheit bewertete Geschwisterpaar Yvonne Libelli und Martin Lucas vom Margarethenhof in der pfälzischen Gemeinde Forst sowie Felix Pieper aus Königswinter am Mittelrhein.

Maximilian Kusterer liebäugelt eine Zeit lang mit einer Sportkarriere

Obwohl man meinen sollte, dass Maximilian Kusterer den Weinbau sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen hat, waren doch einige Umwege nötig, um darin für sich eine berufliche Perspektive zu sehen. Mitgeholfen habe er im Betrieb eigentlich in erster Linie, um sein Taschengeld aufzubessern. „Ich habe bei meinem Vater gejobbt“, sagt der 28-Jährige. Nach dem Abitur am Georgii-Gymnasium und dem Ersatzdienst im Altenpflegeheim Kennenburg tendierte Maximilian Kusterer, der 18 Jahre lang recht erfolgreich in den Reihen der Handballer aus Hegensberg-Liebersbronn agierte, zu einer Sportkarriere. „Dazu fehlten mir aber 15 bis 20 Zentimeter an Körpergröße“, sagt er. „Angedacht“ habe man sonst noch manches – ohne indes auf einen grünen Zweig zu kommen.

Erst ein „Deal“ mit seinem Vater Hans verpasste dem Berufsziel des Filius konkrete Konturen: Es folgte ein Praktikum bei dem renommierten Weingut Karl Haidle in Kernen-Stetten im Remstal, wo der junge Esslinger rasch merkte, „dass mir die Sache doch irgendwie Spaß macht und der Job abwechslungsreich ist“. Die positiven Erfahrungen mündeten in ein sechssemestriges Studium an der Weinbau-Fachhochschule in Geisenheim im Rheingau. Dort entwickelte er im Kreise der Kommilitonen ein ausgesprochenes Faible für den Spätburgunder.

Der Esslinger kommt bis zur Spätburgunderecke in Südafrika

Der Pinot noir sollte denn auch zum großen Experimentierfeld des Jungwinzers werden – und sowohl für die Inlands- als auch für die Auslandspraktika suchte er sich ganz bewusst Weingüter aus, die sich vorzugsweise den Burgundertropfen verpflichtet fühlen. Dabei kam Maximilian Kusterer bis zu der berühmten Spätburgunderecke in Südafrika.

Wieder daheim, signalisierte der Spätburgunder Rosenholz, Jahrgang 2016, den Einstand des Weitgereisten. Neben Riesling und Grauburgunder findet sich Rosenholz auch auf der Best-of-Liste der „Falstaff“-Verkoster. Am Spätburgunder will der junge Esslinger noch weiter feilen: „Zu viel Holz“ und damit „zu viel Vanillegeschmack“ im Barriqueausbau will er zurückdrängen und der Maische längere Standzeiten gönnen. Zudem wurden eigens Reben aus Burgund auf der Neckarhalde gepflanzt.

Im kommenden Frühjahr wird sich weisen, ob der Kandidat aus der alten Reichsstadt zum prämierten Winzer und Newcomer des Jahres aufsteigt. Ein Aufstieg ist freilich jetzt schon abgemachte Sache: Maximilian Kusterer wird 2020 an die Spitze des Weinguts aufrücken.