Weniger Fertigstellungen in Stuttgart Verein Haus und Grund kritisiert niedrige Wohnungszahlen

Von Josef Schunder 

Der Druck auf den grünen OB Fritz Kuhn und seine Verwaltung nimmt zu. Weil 2018 recht wenig neue Wohnungen auf den Markt kamen, fordert der Hausbesitzerverein noch vehementer als bisher neue Baugebiete in Außenbereichen von Stuttgart. Er hat einen ungewohnten Bundesgenossen.

Ulrich Wecker, der Geschäftsführer von Haus und Grund in Stuttgart, dringt auf eine Kurskorrektur in der Baupolitik. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Ulrich Wecker, der Geschäftsführer von Haus und Grund in Stuttgart, dringt auf eine Kurskorrektur in der Baupolitik. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Der Druck auf die Stuttgarter Verwaltungsspitze, mehr Bauflächen für den Wohnungsbau vorzuschlagen, nimmt weiter zu. Am Dienstag hat auch der Stuttgarter Haus- und Grundbesitzerverein – wie tags zuvor schon der Mieterverein Stuttgart – entsprechende Forderungen erhoben. Auch er reagierte auf einen Bericht unserer Zeitung, dass nach Abzug von abgerissenen oder umgewandelten Wohnungen sogar nur 1553 Wohnungen zum Bestand hinzukamen. Das waren 486 weniger als im Jahr zuvor.

Dieser Rückgang um 24 Prozent sei ein dramatisches Alarmzeichen, sagte Ulrich Wecker, Geschäftsführer von Haus und Grund. Man liege nun deutlich unter dem von OB Fritz Kuhn (Grüne) ausgegebenen Zuwachsziel von 1800 Wohneinheiten pro Jahr, „das sowieso viel zu niedrig angesetzt ist“. Zudem sage die Stadtverwaltung selbst einen Bevölkerungszuwachs von derzeit 614 000 auf bis zu 650 000 Personen im Jahr 2030 voraus. „Die Lage am Wohnungsmarkt ist schon jetzt hochgradig gespannt. Nimmt man diese Zuwachsdynamik hinzu, wird überdeutlich, dass die Wohnungspolitik der Stadt gescheitert ist“, sagte Wecker. Der Wohnungsmarkt stehe vornehmlich deshalb so sehr unter Druck, weil die die Politik sich beharrlich weigere, Bauland auszuweisen. An bauwilligen Investoren fehle es jedenfalls nicht.

Ähnliche Zielrichtung in dieser Frage wie der Mieterverein

Zwingend notwendig sei „eine behutsame Entwicklung auf Außenflächen der Stuttgarter Gemarkung“. Die Stadt müsse daher einen ergebnisoffenen Suchlauf nach möglichen Bauflächen im Außenbereich starten, die Ergebnisse transparent darstellen und abwägen – „und dann muss Politik Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen.“ Beispielhaft dafür sei „das grüne Freiburg, wo ein ganzer Stadtteil neu entsteht“. Dort werde sogar bewiesen, dass „sensible ökologische Belange nicht unter die Räder kommen müssen“.

Haus und Grund schlug mit dieser Stellungnahme in die selbe Kerbe wie am Tag zuvor schon der Mieterverein Stuttgart. Die beiden Organisationen stehen häufig auf verschiedenen Seiten. In der Baufrage gibt es viele Gemeinsamkeiten.

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