Weniger Unfälle im Kreis Ludwigsburg Acht Menschen starben 2020 im Straßenverkehr

Schwere Unfälle, wie hier auf der A 81 bei Gerlingen, gab es  auch im Corona-Jahr. Allerdings sind dabei deutlich weniger Menschen zu Schaden gekommen. Foto: factum/Simon Granville
Schwere Unfälle, wie hier auf der A 81 bei Gerlingen, gab es auch im Corona-Jahr. Allerdings sind dabei deutlich weniger Menschen zu Schaden gekommen. Foto: factum/Simon Granville

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen machen sich auf den Straßen in und um Ludwigsburg bemerkbar. Auch auf den Autobahnen kracht es weniger häufig, dafür blitzt es umso mehr.

Kreis Ludwigsburg - Im vergangenen Jahr war auf den Straßen im Kreis Ludwigsburg und auf der Autobahn 81, die ihn durchschneidet, weniger los. Das schlägt sich auch in der Unfallstatistik der Polizei nieder. Sie hat 2020 im Kreis 14 249 Unfälle registriert, und damit 2750 weniger als im Vorjahr. Auf den Autobahnen krachte es im Coronajahr 2717 Mal – wobei darin auch der Kreis Böblingen mit den Abschnitten der A 8 und A 831 inbegriffen ist, für den das Präsidium ebenfalls zuständig ist.

Betrachtet man den kompletten Zuständigkeitsbereich des Ludwigsburger Präsidiums, ging die Zahl der Unfälle im vergangenen Jahr um 20 Prozent zurück. Und das sind gute Nachrichten, berichtet der Polizeipräsident Burkhard Metzger.

Vorfahrt missachtet! Hauptursache für Unfälle bleibt unverändert

Er führt die geringeren Zahlen zum Teil darauf zurück, dass Verkehrsüberwachung und Präventionsmaßnahmen funktionieren. „Auch wenn die Mobilitätseinschränkungen im Verlauf der Corona-Pandemie zu einer geringeren Verkehrsbelastung geführt und sich damit in der Unfallentwicklung niedergeschlagen haben, gehe ich davon aus, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind,“ sagt Metzger. Besonders hebt er die Entwicklung der Todeszahlen hervor, die zurückgingen. „Mit 15 Verkehrstoten hat sich deren Zahl im Vergleich zu 34 im Jahr 2019 mehr als halbiert.“ Lässt man den Kreis Böblingen außen vor, ist die Bilanz nicht mehr ganz so gut, der Trend zeigt trotzdem in die richtige Richtung: 2020 starben bei Unfällen im Kreis Ludwigsburg acht Menschen, vier weniger als im Jahr davor. Auch bei den Leicht- (1357) und Schwerverletzten (238) gingen die Zahlen zurück, laut dem Polizeipräsidium um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Wer nach den Unfallursachen fragt, erlebt keine Überraschung. In mehr als einem Drittel der Fälle hatten Autofahrer die Vorfahrt missachtet. Schon 2019 war das der häufigste Grund für Unfälle. An zweiter Stelle liegen Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, dicht gefolgt von überhöhter Geschwindigkeit. Wenn es auf Autobahnen richtig krachte oder Personen auf anderen Strecken verletzt wurden, waren die Verursacher meist zu schnell unterwegs gewesen – nämlich in 46 beziehungsweise 28 Prozent der Fälle.

Enforcement-Trailer überführen mehr Temposünder

Ein ähnliches Bild wie bei den Autos bietet sich auch bei den Motorradfahrern. Die Zahl der Crashs, an denen motorisierte Zweiräder beteiligt waren, sank um fast sieben Prozent auf 319. Weil immer mehr Pedelecs unterwegs sind, verunglücken auch immer mehr E-Bike-Fahrer. 240 Unfälle mit elektrisch betriebenen Rädern zählte die Polizei 2020.

Dass im Lockdown mehr daheim getrunken wird, mag sein. Die Statistik der Polizei legt zumindest den Schluss nahe, dass sich aber nicht sehr viele Menschen im Rausch hinter das Steuer gesetzt haben. Im Kreis Ludwigsburg hatten insgesamt 143 Autofahrer, die einen Unfall verursachten, Alkohol getrunken. Zum Vergleich: 2019 waren es 181. Sorgen bereitet der Polizei hingegen, dass Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss zugenommen haben. 23 Fälle sind in der Statistik vermerkt, was einem Anstieg von über 50 Prozent entspricht. Anders als in den Vorjahren kam niemand im Zusammenhang mit Drogen- oder Alkohol um.

Deutlich häufiger blitzte es im vergangenen Jahr im Beritt des Polizeipräsidiums. Der eklatante Anstieg bei den Geschwindigkeitsverstößen von 85 579 auf 136 678 ist nur damit zu erklären, dass deutlich engmaschiger kontrolliert wird. 2372 Menschen mussten ihren Führerschein abgeben.

Schaden durch Unfallfluchten ist immens

Viele Menschen im Kreis Ludwigsburg dürften sich im vergangenen Jahr wieder über Kratzer, Schrammen und Dellen an ihren Fahrzeugen geärgert haben. Nur etwas mehr als ein Drittel der Delikte konnte aufgeklärt werden – und der wirtschaftliche Schaden ist immens. Im Coronajahr lag er bei rund 43 Millionen Euro.




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