Wenn Eltern alt werden Mama und Papa, wir müssen reden!

Wir alle werden älter und benötigen irgendwann einmal Unterstützung: Silhouetten von einem alten Mann mit Stock und einem Mann mit Kinder an einer Wand. Foto: dpa/Jens Kalaene

Wenn die eigenen Eltern alt und hilfsbedürftig werden, muss man als Kind damit klar kommen, die Probleme benennen und eventuell praktische Hilfestellung leisten.

Stuttgart - „Wir schaffen das einfach nicht mehr“, sind die Worte der Eltern, die erwachsenen Kindern echte Sorge bereiten. Werden die Eltern jetzt richtig alt? Was tun, wenn sie gar nicht mehr zurechtkommen? Schließlich könnten ein Sturz oder ein Schlaganfall eine zumindest vorübergehende Pflegebedürftigkeit auslösen. Wie lassen sich solche Krisensituationen vorausschauend abfedern? Eine Checkliste.

 

Miteinander reden

Das ist der Tipp, der Christina Wißmann, Leiterin des Bürgerservices „Leben im Alter“ der Stadt Stuttgart, ganz besonders am Herzen liegt: „Nichts ist wichtiger, als über Krankheit, Pflege und Alter ins Gespräch zu kommen – und das möglichst frühzeitig! Denn vor Unfällen und Krankheiten, die pflegebedürftig machen oder zum Tod führen, sind auch Jüngere nicht sicher.“

Die Wohnsituation überprüfen

Ist die derzeitige Wohnung auch dann geeignet, wenn die Beine mal nicht mehr wie gewohnt wollen? Ein Umzug in eine gut zugängliche, altersgerechte Wohnung mit guter Infrastruktur gibt Sinn, solange man noch fit ist. Christina Wißmann: „Weil viele Menschen sich von ihrer Wohnung nicht trennen können, müssen sie später in ein Pflegeheim ziehen. In einer altersgerechten Wohnung dagegen könnten ältere Menschen lange mithilfe eines Pflegedienstes und anderer Hilfen zurechtkommen, wenn sie dies wollten.“ Weitere Informationen geben die Wohnberatungsstellen.

Dokumente anlegen

Patientenverfügung und Vorsorgeverfügung sind wichtig, weil Angehörige ohne diese Vollmachten keine Entscheidungen treffen dürfen. Christina Wißmann: „Sie können keinen Pflegevertrag und keinen Antrag bei der Pflegekasse abschließen und im Krankenhaus nicht entscheiden, ob ein lebensverlängerndes Gerät abgeschaltet werden soll.“ Ein Beratungstermin sei notwendig, um einschätzen zu können, welche Verfügungen genau getroffen und wem Entscheidungsbefugnisse übertragen werden sollen. Gute Adressen für Beratungen sind unter anderem die Pflegestützpunkte der Kommunen und der Kranken- und Pflegekassen.

Hilfsmittel für daheim

Hilfsmittel machen das Leben leichter. Der Markt ist erfinderisch. Angeboten wird vieles, was den Alltag erleichtert – vom erhöhten Toilettenaufsatz über den Badewannensitz und den Rollator bis zum Rollstuhl und Treppenlift. Welche Hilfsmittel oder gar Umbauten in der individuellen Situation der eigenen Eltern nützlich sind und wie sie sich finanzieren lassen, erklären Hilfsorganisationen? Tipps finden sich auch bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Zuschüsse gibt es unter Umständen bei der Pflegekasse und bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Hausnotruf installieren

Um im Notfall selbstständig Hilfe zu rufen. Er besteht aus dem Basisgerät und einem Handsender, der an einer Halskette oder einem Armband getragen wird. Mit dem Notknopf am Sender lässt sich Hilfe holen, bei Bedarf wird sofort der Krankenwagen geschickt. Das gibt Sicherheit und kann im Ernstfall sogar Leben retten. „Der Hausnotruf ergibt Sinn, sobald sich eine gewisse Unsicherheit beim Gehen bemerkbar macht oder Schwindelgefühle auftreten und der Betroffene alleine lebt“, erklärt Christina Wißmann. Die monatlichen Kosten liegen je nach Leistungspaket etwa zwischen 20 und 50 Euro. Bei einem Pflegegrad gibt es Zuschüsse von der Pflegekasse. Hausnotrufsysteme werden von privaten Firmen, aber auch von Wohlfahrtsverbänden angeboten. Bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gibt es Tipps zum Hausnotruf.

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