Wenn Kühe von ihrem Hof ausbüxen So kam die Kuh aufs Dach einer Maichinger Garage

Ein seltener Anblick: Die ausgebüxte Kuh flüchtete auf das Dach einer Maichinger Garage. Immer wieder verlaufen sich Tiere, wie die Bildergalerie zeigt. Foto: SDMG/Archiv

Eine Flucht von drei Rindern in Kuppingen endete am Sonntag mit dem Tod eines der Tiere. Eine ausgebüxte Kuh aus Maichingen dagegen schaffte es vor acht Jahren gar in die Schlagzeilen.

Böblingen: Rebecca Baumann (rmu)

Der Fall von drei aus ihrem Stall in Kuppingen (Kreis Böblingen) ausgebüxten Rindern schlägt derzeit Wellen im Kreis Böblingen. Während zwei der Tiere im Feld zwischen dem Herrenberger Ortsteil und Nufringen eingefangen werden konnten, widersetzte sich ein Rind bis zum Schluss den Rettungsversuchen.

 

Es rannte seinen Landwirt um und verletzte ihn dabei leicht. Da das Rind eine Gefahr für Unbeteiligte darstellte, wurde es vor Ort erschossen, berichtet die Polizei. Die beiden anderen Tiere seien mit einem Transporter wohlbehalten zurück in ihren Stall gebracht worden.

Tierischer Fluchtversuch vor acht Jahren: Eine Kuh steht auf einer Maichinger Garage

Nicht immer müssen tierische Fluchtversuche ein tragisches Ende nehmen. Vor acht Jahren beispielsweise machte eine Kuh aus Maichingen deutschlandweit Schlagzeilen. Sie war in Panik mit ihrem Kälbchen von ihrem Hof ausgebüxt, als sie in eine andere Box verlegt werden sollte.

Fangversuche des Landwirts scheiterten, Mutter und Kalb rannten weiter über die Felder in Richtung Maichingen. Das Kalb konnte schließlich mit Hilfe einer Hundeschlinge gefangen werden, während seine Mutter durch das Maichinger Wohngebiet Krautgarten streifte. Anwohner durften aus Sorge vor dem aggressiven Tier ihre Häuser nicht verlassen, ein Polizeihubschrauber behielt das 600 Kilo schwere Tier im Blick.

Mit einem Spezialkran wird die ausgebüxte Kuh über die Garage gehoben

Die Flucht endete im Garten eines Mehrfamilienhauses in der Herrenberger Straße. Von dort aus sprang die Kuh auf das Dach einer angrenzenden Garage, da der Erdboden an dieser Stelle bis auf rund einen Meter an die Oberkante der Garage reichte. Mit Betäubungspfeilen konnten Tierärzte die Kuh schließlich ins Land der Träume schicken. Die Bilder des betäubten Tieres, das mit Hilfe eines speziellen Krans der Werksfeuerwehr des Sindelfinger Mercedes-Benz-Werks über die Garage hinweg in einen Container auf einem Wechselladerfahrzeug gehievt wurde, machten Schlagzeilen. Ungefährlich war die Aktion jedoch nicht gewesen. „Wenn sie uns runterfällt, ist sie tot“, hatte Rainer Just von der Sindelfinger Feuerwehr voller Sorge gesagt.

Zum Transport der Kuh wurde ein Spezialkran der Feuerwehr des Sindelfinger Mercedes-Benz-Werks hinzugerufen. Foto: SDMG/Archiv

Ende gut alles gut: Zurück auf ihrem Hof erholte sich die Kuh schnell von ihrem Ausflug, hatte die zuständige Tierärztin Stephanie Lesch aus Aichtal im Kreis Esslingen am Folgetag berichtet. „Sie ist wohlauf.“ Das war allerdings nicht sicher gewesen. Der Stress und die starken Betäubungsmittel hätten dem Tier durchaus sehr zusetzen können. Auch das Kälbchen war wohlbehalten zum Hof gebracht worden.

Und auch in diesem Fall war die Polizei auf den schlimmsten Fall vorbereitet gewesen: Die Beamten hatten vorsorglich ein Gewehr mitgebracht. Wäre die Kuh beispielsweise an der erheblich höheren Vorderseite der Garage heruntergesprungen und hätte sich schwer verletzt, wäre sie erschossen worden, hatte Ulf Dieter, damaliger Einsatzleiter der Polizei Sindelfingen, vor Ort erklärt.

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