Auch wenn die Summe von 1000 Euro zunächst attraktiv klingt, dürfte der Bonus längst nicht bei allen ankommen.

Digital Desk: Lukas Böhl (lbö)

Die Bundesregierung will noch in diesem Jahr eine rechtliche Grundlage dafür schaffen, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten eine steuerfreie Sonderzahlung gewähren können. Die Maßnahme soll helfen, gestiegene Energiekosten und die allgemeine Inflation abzufedern. Bis zu 1.000 Euro sollen die Unternehme ihren Mitarbeitern dann auszahlen können.

 

Die Auszahlung ist freiwillig

Unternehmen sind nicht dazu verpflichtet, den Bonus auszuzahlen. Es handelt sich um eine freiwillige Leistung der Arbeitgeber. Ob Beschäftigte die volle Summe, nur einen Teilbetrag oder gar nichts erhalten, hängt damit vor allem von der wirtschaftlichen Lage des jeweiligen Betriebs ab. Ein gesetzlicher Anspruch auf die Zahlung besteht nicht. Gerade in wirtschaftlich angespannten Branchen dürfte das für viele Beschäftigte enttäuschend sein.

Viele könnten leer ausgehen

Kritiker sehen deshalb auch ein Gerechtigkeitsproblem. So hat etwa DIW-Präsident Marcel Fratzscher darauf hingewiesen, dass vor allem große Unternehmen eher in der Lage sein dürften, eine solche Sonderzahlung zu leisten. Kleine Handwerksbetriebe oder Geschäfte im Einzelhandel verfügen häufig nicht über vergleichbare finanzielle Spielräume. Damit könnten ausgerechnet jene leer ausgehen, die unter den gestiegenen Preisen ebenso leiden wie Beschäftigte in finanzstärkeren Konzernen.

Hinzu kommt: Vom Modell profitieren nur Menschen in einem klassischen Angestelltenverhältnis. Rentner, Arbeitslose und Selbstständige gehen leer aus. Für sie sieht dieses Modell keine direkte Entlastung vor.

Unternehmen können Auszahlung flexibel gestalten

Arbeitgeber, die den Bonus zahlen wollen, haben bei der Umsetzung Spielraum. Die 1.000 Euro bilden lediglich die Obergrenze für Steuer- und Abgabenfreiheit. Unternehmen können die Summe entweder auf einmal auszahlen oder in mehreren Teilbeträgen über einen längeren Zeitraum verteilen. Auch können sie einen geringeren Betrag ausschütten.