Ohne Prozess, ohne Verteidigung, ohne Anklage. Sein einziges „Verbrechen“: Er nahm an Protesten gegen das Mullah-Regime teil.
Erfan Soltani, ein 26-jähriger Mann aus Fardis in der Nähe von Karaj, steht laut Menschenrechtlern unmittelbar vor seiner Hinrichtung im Iran. Verhaftet während der jüngsten Proteste gegen das iranische Regime, wurde er ohne ordentliches Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt. Seine Hinrichtung war für Mittwoch, den 15. Januar 2026, angesetzt.
Nach Angaben mehrerer Menschenrechtsorganisationen wurde Soltani am 8. Januar verhaftet. Er arbeitete in einem Privatunternehmen und verkaufte zuvor Kleidung - ein junger Mann mit einem gewöhnlichen Leben, bis er beschloss, an den Protesten teilzunehmen.
Erfan Soltani – Hinrichtung ohne Anklage?
Das Schockierende: Es gab keinen regulären Prozess. Seiner Familie wurde erst Tage nach seiner Festnahme mitgeteilt, dass er zum Tode verurteilt wurde. Trotz der Tatsache, dass seine Schwester Anwältin ist, wurde ihr der Zugang zu seinem Fall verwehrt. Die Familie erhielt lediglich die Nachricht, dass das Urteil endgültig sei, verbunden mit der Warnung, dass jeder, der öffentlich darüber spricht, ebenfalls verhaftet werden könnte.
Todesstrafe für „Krieg gegen Gott“ im Iran
Iran Human Rights, eine in Norwegen ansässige Nichtregierungsorganisation, berichtet, dass die iranischen Behörden Protestierende als „mohareb“ (Kriegführer gegen Gott) bezeichnen - ein Vergehen, das im Iran mit dem Tod bestraft werden kann. Die Behörden stellen zudem Verbindungen zwischen den Demonstranten und ausländischen Mächten wie Israel und den USA her.
Welle von Hinrichtungen und Schnellverfahren im Iran?
Die Menschenrechtsorganisation Hengaw warnt, dass Soltanis Fall eine neue Welle von Schnellverfahren und Hinrichtungen gegen Personen einleiten könnte, die im Zusammenhang mit den Protesten festgenommen wurden. Die Organisation fordert internationale Menschenrechtsorganisationen dringend auf, sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um die Hinrichtung zu stoppen.
Die Situation im Iran ist äußerst angespannt. Nach Angaben der US-basierten Human Rights Activists News Agency sind bei den Protesten bereits mindestens 2000 Menschen getötet worden. Ein iranischer Regierungsbeamter bestätigte gegenüber Reuters, dass etwa 2.000 Menschen ums Leben gekommen seien. Ein Augenzeuge berichtete der BBC: „Menschen fielen um, wo sie standen.“ Das Auswärtige Amt fordert alle Deutschen, die möglicherweise noch im Iran sind, dringend zum Verlassen des Landes auf.