Wer kennt noch Serey Dié? Afrika-Cup-Sieger vom VfB – Bilal El Khannouss hätte einen Vorgänger
Bilal El Khannouss kann am Sonntag Afrika-Cup-Sieger werden. Der VfB Stuttgart begrüßte schon einmal einen Spieler nach dem Gewinn dieses Turniers.
Bilal El Khannouss kann am Sonntag Afrika-Cup-Sieger werden. Der VfB Stuttgart begrüßte schon einmal einen Spieler nach dem Gewinn dieses Turniers.
An diesem Sonntag (20 Uhr) spielt Bilal El Khannouss um den Titel beim Afrika-Cup. Der Mittelfeldspieler kann Geschichte schreiben – für Marokko, das im eigenen Land den Turniersieg feiern möchte. Und für den VfB Stuttgart. Denn: Noch nie war ein Spieler, der zu diesem Zeitpunkt für den Fußball-Bundesligisten gespielt hat, Gewinner des Afrika-Cups. Wenn man es genau nimmt.
Gegen diese Sichtweise spricht das Frühjahr 2015. Damals steckte der VfB im Kampf gegen den Abstieg – und der damalige Sportchef Robin Dutt war auf der Suche nach einer Verstärkung für die zweite Saisonhälfte. Fündig wurde er beim FC Basel in der Schweiz. „Er ist ein international erfahrener Spieler, der unserem Spiel mit seiner kompromisslosen Spielweise Stabilität verleihen soll. Mit ihm haben wir genau den erfahrenen Spieler gefunden, den wir als Orientierungspunkt für unsere jungen Spieler gesucht haben“, sagte er. Nach der Verpflichtung von Serey Dié.
Der Mann von der Elfenbeinküste, damals bereits 30 Jahre alt, wurde am 2. Februar 2015 als Neuzugang verkündet. Allerdings weilte der defensive Mittelfeldspieler zu dieser Zeit nicht in Stuttgart – sondern in Äquatorialguinea. Dort fand in jenem Jahr der Afrika-Cup statt – wo Dié mit seinem Team gerade das Viertelfinale gegen Algerien 3:1 gewonnen hatte.
Der VfB musste also warten auf seinen Stabilisator – durfte wenige Tage später allerdings einen frischgebackenen Afrika-Cup-Sieger begrüßen. Denn mit dem Team der Elfenbeinküste gewann der Mann mit der markanten Frisur nicht nur das folgende Halbfinale gegen die Demokratische Republik Kongo (3:1), sondern am 8. Februar auch das Endspiel.
Serey Dié stand an der Seite von Superstar Yaya Touré in der Startelf. 0:0 stand es am Ende der Verlängerung gegen Ghana, das dann im Elfmeterschießen 2:0 in Führung ging, dann aber ebenfalls patzte. Es wurde dramatisch, auch Serey Dié musste ran. Er traf den zehnten Elfmeter zum 8:8 – danach fiel die Entscheidung. Boubacar Barry parierte gegen Ghanas Keeper Brimah Razak, dann traf der Torhüter der Elfenbeinküste selbst zum 9:8. Und damit zum Titel.
Am 14. Februar spielte Serey Dié dann erstmals für den VfB – drei Minuten beim 1:2 gegen die TSG Hoffenheim. Danach wurde der Mittelfeldspieler schnell zur festen Größe und erreichte auch mit seinem neuen Verein das Saisonziel. Am 23. Mai machte der VfB unter Huub Stevens in Paderborn den Klassenverbleib klar. Im Jahr darauf konnte dann allerdings auch Serey Dié den Abstieg nicht verhindern. Der Afrikaner verließ daraufhin den Club ein Jahr vor Ende der Vertragslaufzeit und kehrte zum FC Basel zurück. In der Schweiz spielte er danach noch für Xamax Neuchatel, den FC Aarau und den FC Sion, im Jahr 2022 beendete er seine Karriere.
Damit ist die Geschichte des VfB Stuttgart in Verbindung mit dem Afrika-Cup aber noch nicht komplett erzählt. Zwei weitere Namen tauchen in der Geschichte auf.
Georges Mandjeck gewann mit Kamerun 2017 den Afrika-Cup – und damit nach seiner Zeit beim VfB, bei dem er von 2007 bis 2010 unter Vertrag stand, aber auch an den 1. FC Kaiserslautern ausgeliehen war. Und dann gibt es da noch Etepe Kakoko, der 1974 mit dem damaligen Zaire den Afrika-Cup gewann. Ab 1977 spielte er für die VfB-Amateure, kam in den Spielzeiten 1980/1981 und 1981/1982 aber auch zu je einem Einsatz für die Stuttgarter Profis.
Bei denen hat sich Bilal El Khannouss schon zur Stammkraft entwickelt, seit er im Sommer 2025 per Leihe von Leicester City zum VfB kam. Und zu dem er vielleicht schon in der kommenden Woche als Titelträger zurückkehrt.