Werbekampagne der Region Wie die Region Stuttgart um junge Menschen buhlt

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Seit zwei Jahren baut die regionale Wirtschaftsfördergesellschaft in den sozialen Medien eine Plattform So-ist-S auf, die besonders junge Menschen von den Vorzügen der Region Stuttgart überzeugen soll. 

Den Umzugskarton gibt’s gratis: Werbeaktion der regionalen Wirtschaftsförderung vor der RWTH Aachen Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Den Umzugskarton gibt’s gratis: Werbeaktion der regionalen Wirtschaftsförderung vor der RWTH Aachen Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Was dem baden-württembergischen Staatsministerium in diesen Tagen fette Schlagzeilen einbringt, ist für die regionale Wirtschaftsfördergesellschaft WRS längst Alltag – die Standortwerbung mit Glückskeksen. Und so erblicken gebäckkrachend Aussagen wie „Egal wovon du träumst, du wirst S finden“ und „Du wirst bald wissen, wo S lang geht“ das Licht der Welt, garniert mit dem Hinweis: so-ist-S.de.

Werbekampagne spielt mit dem S

Hinter der Internetadresse verbirgt sich eine Werbekampagne in den sozialen Medien, die mit dem S, ausgesprochen es, spielt. „Wir wollen die Region Stuttgart für junge Menschen sichtbar machen“, sagt WRS-Geschäftsführer Walter Rogg. So-ist-S ist vor allem auf Facebook und Instagram aktiv, jeweils unter den Adressen „wirzeignS“. Dort werden täglich Bilder aus der Bevölkerung und von regionalen Akteuren hochgeladen, die vor allem das Ziel haben, „der durch Feinstaub, Stau, Wohnungsmangel und S-21-Berichterstattung geprägten Wahrnehmung der Region Stuttgart ein überraschend anderes und sehr authentisches Bild entgegenzustellen“. Dazu gehören idyllische Fotos von Natur- und anderen Schönheiten, viele Sehenswürdigkeiten und manches Schwäbisch-typisches („Wer vor meiner Garage parkt, kriegt dr Ranza voll“) sowie einiges Getier, darunter auch ein Lama. Dabei warb die WRS bei Kommunen, Verbänden und Gewerkschaften im Beteiligung an dem Projekt. Unternehmen nutzen beispielsweise bei der Personalgewinnung oder der Imagewerbung die Kanäle. Auch das Angebot azubiTV der Handwerkskammer ist beteiligt. Hinzu kommt die Reihe unter dem Hashtag IchmagS, in dem vor allem kleinere Unternehmen, die keine eigenen Social-Media-Kanal haben, ihren Betrieb vorstellen können.

Mehr als 33 000 Follower auf Facebook

Rogg ist mit dem Ergebnis der Aktivitäten, die 2017 starteten und zu denen im April diesen Jahres auch eine Kooperation mit dem Instagramkanal der Stuttgarter Zeitung gehörte, mehr als zufrieden. Man habe bei Facebook mittlerweile mehr als 33 000, bei Instagram mehr als 3000 Follower. Das sei gerade im Vergleich zu ähnlichen Aktivitäten des Landes Baden-Württemberg ein gutes Ergebnis. „Die nationale Wahrnehmbarkeit von So-ist-S wächst“, sagt er. Das Ziel ist bei Facebook 50 000 und bei Instagram 6000 Follower zu erreichen.

Im Rahmen des Standortmarketings hat die WRS nun auch das Projekt „Pack S an“ gestartet, das jungen Menschen den Umzug in die Region Stuttgart schmackhaft machen soll. Bei einer Verlosung sind Restaurantgutscheine im Wert von 50 Euro zu gewinnen für Leute, die ein Vorstellungsgespräch in der Region haben, drei Gewinnern werden die Umzugskosten bis zu 3000 Euro erstattet. Und vor der RWTH Aachen machten drei „Umzugshelferinnen“ der WRS auf die Vorzüge der Region aufmerksam und warben mit speziell designten Umzugskartons, die kostenlos online bestellt werden können. „Der freche Auftritt kam gut an", sagt Rogg.

Regionalverband stellt nochmal 195 000 Euro in Aussicht

Auch im Wirtschaftsausschuss der Regionalversammlung erntete die Kampagne mehrheitlich Beifall, für die der Verband Region Stuttgart für die Aufbauphase in den Jahren 2017 und 2018 bereits rund 635 000 Euro ausgab und nun weitere 195 000 Euro fürs kommende Jahr in Aussicht stellte. Ob es danach weitergeht, ist offen. Allerdings gab es auch kritische Stimmen, die bezweifelten, dass allein die Followerzahlen ein Beweis des Erfolgs seien. Und Albrecht Braun, Regionalrat der FDP, fand es „ein wenig paradox“, dass Bilder von Lamas aus der Region gepostet würden, aber die Arbeit der Regionalversammlung in den sozialen Medien nicht dargestellte werde. Brauns Kommentar: „Was soll S“.

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